Was ändert sich 2011?

Stromverbrauch, Heizen, Autofahren oder Fliegen: In vielen Bereichen des Privatlebens wird es in 2011 Änderungen geben, meist verbunden mit Mehrkosten für die Verbraucher. Wir zeigen Ihnen, was sich ändert und was Sie tun können.

Stromverbrauch, Heizen, Autofahren oder Fliegen: in vielen Bereichen des Privatlebens gibt es mit Beginn des Jahres 2011 Änderungen, meist verbunden mit Mehrkosten für die Verbraucher.

Strompreiserhöhung nicht gerechtfertigt

Da wären zunächst die Strompreise, die mehr als 500 Anbieter zu Beginn des Jahres kräftig anheben. Als Grund wird vor allem die gestiegene Ökostrom-Umlage aus dem Erneuerbare Energien Gesetz genannt, die die Anbieter direkt an die Verbraucher weitergeben. 

Ein Gutachten, das von Gunnar Harms vom Bund der Energieverbraucher im Auftrag der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen angefertigt wurde, zeigt allerdings, dass die Beschaffungskosten beim Strom seit Herbst 2008 um 30 bis 40 Prozent gesunken sind. Diese Preissenkung sei nicht an die Stromkunden weitergegeben worden. Daher erzielten die großen Versorgungsunternehmen bereits im laufenden Jahr Rekorderträge und hätten es wirtschaftlich nicht nötig, gestiegene Kosten nun von den Verbrauchern tragen zu lassen.

Sie haben Ihren Strompreis in der Hand, wechseln Sie den Anbieter: Welche günstigen Angebote für Ökostrom in Ihrer Region zur Verfügung stehen, finden Sie heraus mit dem Ökostrom-Tarifrechner.

Zeit-Stromtarife und Smart Meter

Entlastung für die Stromkosten sollen ab 2011 außerdem zeitabhängige Tarife bringen. Jeder Stromversorger muss mindestens einen einfachen Tag-Nacht-Tarif anbieten. Verbraucher können dann ihre Kosten senken, indem sie vor allem in den Stunden vermehrt Strom nutzen, in denen er günstiger ist. Der Einsatz von intelligenten Stromzählern, sogenannten Smart Metern, kann dabei helfen, die günstigsten Verbrauchszeiten zu ermitteln. Smart Meter sind ab dem 1. Januar 2011 in allen Neubauten Pflicht. Alles über Smart Meter und wie sie beim Energiesparen helfen können, erfahren Sie im Themenspezial des Energiesparclubs.

Ölpreis steigt

Wer mit Öl heizt, wird 2011 ebenfalls mit steigenden Kosten rechnen müssen. Das hängt vor allem mit dem weltweit steigenden Bedarf an diesem Energieträger zusammen. Vor allem in aufstrebenden Ländern wie China steigt die Nachfrage nach Öl rasant an. Gleichzeitig gelten die Öl-Vorräte als immer knapper, teilweise wird angenommen, der sogenannte Peak Oil sei sogar schon im Jahr 2010 erreicht worden. Sinkendes Angebot - steigende Nachfrage, ein untrügliches Zeichen für höhere Preise.

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Mehr Bio an der Zapfsäule

Nachdem letztes Jahr die Beimischung von Biodiesel zum Dieselkraftstoff erhöht wurde, soll nun der Bioanteil beim Benzin, wie von der europäischen Richtlinie über die Kraftstoffqualität gefordert, erhöht werden. Ab Anfang 2011 wird dazu in Deutschland an den Tankstellen zusätzlich zu den bisherigen Benzinsorten Benzin mit bis zu 10 Prozent Bioethanol angeboten. Diese neuen Kraftstoffe werden mit E10 bezeichnet. Bisher betrug der Ethanolanteil im Benzin bis zu 5 Prozent.

Etwa 90 Prozent aller benzinbetriebenen Pkw können E10 ohne Einschränkungen tanken. Neufahrzeuge sind in der Regel ebenfalls E10-tauglich. Ob Ihr Fahrzeug E10 verträgt, erfahren Sie von Ihrem Fahrzeughersteller. Die Belieferung aller deutschen Tankstellen mit den neuen Kraftstoffen wird allerdings wohl noch einige Wochen dauern.

Steuern auf Flugreisen

Die bereits im September 2010 beschlossene Luftverkehrsabgabe gilt für alle Flüge ab dem 1. Januar 2011. Die Abgabe müssen die Fluggesellschaften pro Passagier bezahlen, gestaffelt nach der Entfernung des Reiseziels: Bis 2500 Kilometer (jeweils einfache Strecke) wird eine Steuer von 8 Euro fällig, bis 6000 Kilometer 25 Euro und für alle darüber hinausgehenden Langstreckenflüge 45 Euro. Viele Airlines kündigten bereits an, die Abgabe auf die Ticketpreise aufzuschlagen und damit an die Reisenden weiterzugeben.

Mit dem UmweltMobilCheck können Sie ganz einfach berechnen, ob Sie nicht nur wegen des Preises sondern auch der Umwelt zuliebe auf ein anderes Verkehrsmittel umsteigen sollten.