Berliner Energietage 2022

Das diesjährige Fachleute-Treffen zur Energiewende fand vom 2.- 6. Mai sowohl digital als auch vor Ort in Berlin statt. Die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online koordinierte zwei Veranstaltungen, die zum Diskutieren und Vernetzen einluden. Neben der Fachveranstaltung „Planspiel Zukunft“ organisierte co2online die Auftaktveranstaltung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz.

Eröffnet wurden die Berliner Energietage am 4. Mai mit einer Debatte zum Klimaschutz-Sofortprogramm: Das Maßnahmenpaket der Bundesregierung für mehr Tempo beim Erreichen der Klimaschutz-Ziele. Knapp 250 Zuschauer*innen verfolgten die Veranstaltung live im Ludwig-Erhard-Haus, rund 500 Personen waren digital zugeschaltet. Neben Tanja Loitz von co2online nahmen Friedrich Seefeldt vom Wirtschaftsforschungsunternehmen Prognos und Christian Noll von der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF) auf dem Podium Platz.

 

Unbürokratische Umsetzung von Klimaschutz-Maßnahmen gefordert

In seinem Eröffnungsimpuls betonte Martin Weiß vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) die Wichtigkeit eines Strukturwechsels hin zu Erneuerbaren Energien. Dabei setzte er einen Fokus auf den Gebäudesektor und grünen Strom als Grundlage für eine nachhaltige Wirtschaft. Tanja Loitz, Geschäftsführerin von co2online, ging noch deutlicher auf die Möglichkeiten von Verbraucher*innen ein. Gleichzeitig verwies sie auf den akuten Anstieg der Heizkostenberatungen. „Noch nie waren die Förderbedingungen für energetische Sanierungen besser“, sagte Loitz über die aktuellen Förderprogramme von Bund und Ländern. Außerdem hob sie die Potenziale im Bereich Energiesparen hervor, die durch das breite gesellschaftliche Interesse verstärkt werden. Einigkeit herrschte auf dem Podium besonders in einem Punkt: Für einen Strukturwechsel auf politischer Ebene sei eine unbürokratische Umsetzung von Klimaschutz-Maßnahmen dringend notwendig.

Sozialverträgliche Regulierungen der Energiepreise nötig

Die von co2online moderierte Fachveranstaltung Planspiel Zukunft: Energiepreise 2030 – was hat sich seit 2022 getan?  fand bereits am 3. Mai digital statt. Aus der Perspektive des Jahres 2030 warfen Vertreter*innen verschiedener Organisationen einen Blick auf Versäumnisse und Potenziale hinsichtlich der Klimaschutz-Maßnahmen und Energiepreise des jetzigen Jahrzehnts. Dazu gehörten Peter Mellwig vom Institut für Energie- und Umweltforschung (ifeu), Wibke Werner vom Berliner Mieterverein, Mechthild Zumbusch von der Berliner Energieagentur und Dr. Katja Schumacher vom Ökoinstitut. Für co2online war Alexander Steinfeldt vertreten.

Das jetzige Jahrzehnt sei geprägt von Krisen, so die Expert*innen: Der Krieg in der Ukraine führt zu Verwerfungen auf dem Energiemarkt, durch die Corona-Pandemie kommt es zur Inflation und die Klimakrise zieht steigende Energiepreise nach sich. „Die Heizkosten stiegen bereits bis März 2022 um 94 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum“, sagte Steinfeldt von co2online. Daher wurde die Forderung nach sozialverträglichen Regulierungen der Energiepreise laut. Für Verbraucher*innen bedeute das, einen regelmäßigen Überblick über den eigenen Energieverbrauch und die damit zusammenhängenden Kosten zu bekommen. Nur so könne Teilhabe ermöglicht werden. Auch müssen die Anreize für Klimaneutralität – etwa durch eine Aufstockung der Fördermittel für Bestandsgebäude – gegeben sein, hieß es vonseiten des Berliner Mietervereins. Statt Fördergelder im Gießkannenprinzip zu verteilen, sei die gezielte Auszahlung finanzieller Förderung eine Notwendigkeit auf dem Weg zur sozialverträglichen Nutzung erneuerbarer Energien sowie zur Entlastung der Verbraucher*innen.

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