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Wie viel CO2 kann das Meer speichern?

Mit steigendem Anteil an CO2 in der Atmosphäre löst sich auch mehr davon im Meerwasser. Langfristig werden die Ozeane etwa 80 Prozent der CO2-Emissionen aufnehmen. Allerdings dauert das sehr lange – mindestens 1.000 Jahre.

Die Zunahme an CO2 und anderen Kohlenstoffverbindungen wie Hydrogenkarbonat im Wasser verringert dessen Aufnahmefähigkeit an CO2. Die globale Erwärmung bremst zudem die Zirkulation des Meerwassers, was die Aufnahme noch mehr verlangsamt.

Auf die negativen ökologischen Auswirkungen des Anstiegs von CO2 in den Meeren geht dieser Artikel von quarks.de ein.

Nutzerfrage

„Ich habe gehört, dass nicht nur Bäume, sondern auch Ozeane CO2 speichern. Daher lautet meine Frage: Wie viel Liter Meerwasser braucht man, um eine Tonne CO2 zu speichern?“ (Falko Ludwig, Hamburg)

Plastikflaschen(c) iStock/filo

Expertenantwort

Dr. Ernst Maier-Reimer (Zentrum für Marine und Atmosphärische Wissenschaften): „Direkt lässt sich die Frage in dieser Form nicht beantworten. Die Löslichkeit von CO2 im Meerwasser hängt vor allem vom Druck des CO2 in der Atmosphäre ab. Ist der Druck des CO2 in der Atmosphäre höher als im Wasser, löst sich CO2 im Ozean, weil Ozeane und Atmosphäre versuchen, diese Druckunterschiede auszugleichen.

Da derzeit immer mehr CO2 in die Atmosphäre gelangt, steigt der Anteil des Kohlendioxids am Luftdruck (Partialdruck). Wie bei der Befüllung einer Sprudelflasche, wird der Druck erhöht und das CO2 löst sich. Umgekehrt entweicht bei abnehmendem Partialdruck CO2 aus dem Wasser in die Luft. Das passiert beim Öffnen der Sprudelflasche. Es bilden sich kleine CO2-Bläschen, die aufsteigen.

Die gute Nachricht: Mit steigendem Anteil an CO2 in der Atmosphäre, löst sich auch mehr davon im Meerwasser. Die Ozeane verlangsamen somit die Erwärmung der Atmosphäre, indem sie riesige Mengen CO2 aufnehmen. In den Ozeanen wandelt es sich zudem größtenteils in Hydrogenkarbonat um. Das verringert den Partialdruck des CO2 im Wasser, sodass sich weiteres CO2 im Wasser lösen kann. Die Meere können daher extrem viel CO2 aufnehmen, allerdings nicht unbegrenzt.

Und das ist auch die schlechte Nachricht: Die Zunahme an CO2 und anderen Kohlenstoffverbindungen wie Hydrogenkarbonat im Wasser verringert dessen Aufnahmefähigkeit an CO2.

Langfristig werden die Ozeane zwar etwa 80 Prozent der CO2-Emissionen aufnehmen; aber das dauert lange, mindestens 1.000 Jahre. Die globale Erwärmung bremst zudem die Zirkulation des Meerwassers, was die Aufnahme an CO2 noch mehr verlangsamt. Zudem führt die mit der Kohlendioxid-Aufnahme verbundene, schon heute beobachtete, Versauerung zu einer Gefährdung wichtiger Meereslebewesen.“

 

Hier geht es zu allen Fragen und Antworten des Klima-Orakels.