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Wird es bedrohliche Sturmfluten an der Nordsee geben?

„Ich wohne an der Nordsee: Muss ich mich wegen des Klimawandels künftig vor Sturmfluten fürchten?“ (Franziska Busch, Cuxhaven)

Haus mit Reet-Dach hinter Deich(c) DOC RABE Media - Fotolia.com

Dr. Insa Meinke (Institut für Küstenforschung am Helmholtz-Zentrum Geesthacht): „Bis 2030 ist der Küstenschutz noch etwa genauso sicher wie heute. Sturmfluten waren schon immer gefährlich. Dies zeigt auf bedrückende Weise die schwere Sturmflut vom Februar 1962, bei der allein in Hamburg über 300 Menschen starben. In den nachfolgenden Jahren wurde daher sehr viel in den Küstenschutz investiert. Mit Erfolg, denn größere Schäden sind seitdem nicht mehr aufgetreten, obwohl inzwischen Sturmfluten mehrfach höher aufliefen als im Februar 1962.

Heute werden Tag für Tag etwa 4,8 Millionen Menschen durch Deiche geschützt: Das normale Tidehochwasser würde ohne Küstenschutz zwei Mal täglich weite Teile Norddeutschlands überfluten.

Im letzten Jahrhundert ist der Meeresspiegel in der Nordsee etwa 20 Zentimeter gestiegen. Ein beschleunigter Anstieg lässt sich aber bisher nicht feststellen. Jedoch könnten bis Ende des Jahrhunderts Sturmfluten durch den Meeresspiegelanstieg und durch stärkere Stürme etwa 30 bis 110 Zentimeter höher auflaufen als heute. Daran müssten dann die Küstenschutzmaßnahmen angepasst werden. Bei solch hohen Wasserständen würde sich das vor Nordseesturmfluten zu schützende Gebiet von derzeit rund 10.800 Quadratkilometern um etwa zehn Prozent vergrößern.

Auf der Website des Norddeutschen Klimabüros können Sie sich anzeigen lassen, ob Ihr Wohngebiet heute oder möglicherweise Ende des 21. Jahrhunderts vor hohen Sturmfluten geschützt werden muss. Zudem werden Hintergrundinformationen zum Thema Nordseesturmfluten im Klimawandel angeboten.“

 

Hier geht es zu allen Fragen und Antworten des Klima-Orakels.