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Nachhaltiger Weihnachtsbaum: Kaufen, mieten – oder aus Plastik?

Fast 30 Millionen klassische Weihnachts­bäume aus Holz werden Jahr für Jahr in Deutsch­land ver­kauft. Nur etwa zehn Prozent kommen aus dem Ausland. Nach den Feier­tagen können aus einem Weihnachts­baum Energie, Bau­material oder Tier­futter ent­stehen. Klingt nach einer sauberen Sache. Aber ist das wirklich so einfach?

Tipps zum Weihnachtsbaum-Kauf im Überblick

  • echter Weihnachts­baum aus Holz klima­freund­licher als aus Plastik
  • Bio-Weihnachts­baum bevor­zugen, um Pestizide zu vermeiden
  • Weihnachts­baum am besten aus der Region
  • möglichst zu Fuß, per Fahr­rad oder Bus und Bahn nach Hause trans­portieren
  • bei Topf- und Miet-Bäumen auf Sorte und klima­freund­lichen Transport achten
Familie und Weihnachtsbaum.(c) www.unsplash.com / Jonathan Borba

Klassische Weihnachtsbäume aus Holz gelten als klimaneutral. Sie wachsen meist sieben bis zehn Jahre und speichern dabei reichlich CO2. Werden Sie verbrannt, um Strom und Wärme zu produzieren, entsteht nur so viel CO2 wie sie vorher gespeichert haben. Werden aus ihnen Baumaterial oder Möbel hergestellt, bleibt das CO2 sogar langfristig gespeichert.

Ist der Kauf eines Plastik-Weihnachtsbaums eine gute Alternative?

Künstliche Weihnachts­bäume sorgen für zusätz­liches CO2 – je nach Art der Herstellung und des Materials (PVC oder Poly­ethylen, zum Teil als Spritz­guss). Eine Studie geht von rund 48 kg CO2 pro Plastik­tanne aus. Bei einem normalen Weihnachts­baum sind es dagegen maximal rund 3 kg CO2 (vor allem durch den Transport). Ein Plastik­baum müsste also mindestens 16 oder 17 Jahre genutzt werden, um das auszu­gleichen. Als Lebens­dauer gibt ein führender Hersteller acht bis zehn Jahre an.

Auch beim Weihnachts­baum aus Holz gibt es große Unter­schiede. So stammen laut Umwelt­organisation Robin Wood nur etwa 15 Prozent aus Wald­betrieben. Die meisten dagegen von Plan­tagen, auf denen Kunst­dünger und Pestizide ver­wendet werden. Rück­stände davon können so auch im Wohn­zimmer landen, wie der BUND fest­gestellt hat: 2017 gab es an drei von vier Weihnachts­bäumen gefährliche Pestizide.

Wo kann ich Bio-Weihnachtsbäume kaufen?

Empfehlens­wert sind Bio-Weihnachts­bäume. Die sind aller­dings nicht überall zu haben. Robin Wood erstellt jährlich eine Liste mit Verkaufs­stellen von Bio-Weihnachts­bäumen. Zu erkennen sind sie an den Siegeln der Bio-Anbau­verbände: zum Beispiel von Bioland, Demeter und Natur­land. Weniger streng als bei den Bio-Verbänden sind die Kriterien bei FSC („Forest Stewardship Council“) – nicht zu ver­wechseln mit PEFC („Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes”), bei dem auch Pestizide erlaubt sind. Das Siegel „Fair Trees“ ist vergleich­bar mit dem Fairtrade-Siegel: zwar nicht bio, aber oft besser als gar kein Siegel.

Für alle Arten von Weihnachts­bäumen gilt: Je kürzer und nach­haltiger der Transport, desto besser. Plastik-Bäume stammen häufig aus China, haben also in der Regel die längste Anreise hinter sich und sorgen so für viel CO2. Auch Holz-Weihnachts­bäume von Plantagen sind meist weiter gereist als die vom nah­gelegenen Förster.

Entscheidend für die Klima­bilanz ist zudem, wie der Weihnachts­baum nach dem Kauf nach Hause kommt. Am klima­freund­lichsten ist der Trans­port zu Fuß oder per Fahrrad (Anhänger oder Lastenrad). Bei Bus und Bahn sollten Sie auf jeden Fall Haupt­verkehrs­zeiten meiden und niemanden behindern. Eine Alternative zum eigenen Auto sind Liefer­dienste.

Weihnachtsbaum mieten?

Wer keinen normalen oder künstlichen Weihnachts­baum kaufen möchte, hat noch zwei Alternativen: einen Weihnachts­baum im Topf kaufen oder mieten. Im Ideal­fall können diese Bäume nach dem Fest wieder ein­ge­pflanzt werden. Es besteht aber die Gefahr, dass sie aus­trocknen oder später in der Kälte eingehen. Denn nicht alle Sorten sind für einen Topf ge­eignet: Bei manchen passen die eigent­lich nötigen Wurzeln nicht in den Topf, bei anderen ist eine Be­wässerung nötig. Außerdem entsteht durch das höhere Gewicht beim Transport zu­sätz­liches CO2.

Tipps für eine klimafreundliche Adventszeit

Wer für noch weniger CO2 sorgen möchte, kann in der Advents­zeit und rund um Weih­nachten noch einiges mehr tun:

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