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Nachhaltig schenken: Tipps für sinnvolle Geschenke

Eine schöne Tradition: An Geburtstagen, zu Weihnachten und anderen Festen – und manchmal auch einfach so – macht man sich gegenseitig mit Geschenken eine Freude. Nur etwas Passendes zu finden, ist oft gar nicht so leicht. Noch mal schwieriger wird es, wenn das Geschenk nachhaltig sein soll. Wir haben einige Tipps dafür zusammengestellt.

Die wichtigsten Geschenketipps in Kürze

  • viele „klassische“ Geschenke sind nicht nachhaltig
  • nur schenken, was auch Verwendung findet
  • Gutscheine vermeiden unpassende Geschenke und können trotzdem persönlich sein
  • Spenden sind umweltfreundlich und vergrößern den ökologischen Handabdruck

Eine Freude machen, darum geht es beim Schenken. Aber in Zeiten, in denen viele materielle Dinge im Überfluss vorhanden sind, wird das zur Herausforderung. Über Geschenke, die im Schrank verstauben, freut sich schließlich niemand. Und bei vielen gut gemeinten Geschenken vergeht die Freude schnell, wenn man über die ökologischen und sozialen Auswirkungen der Herstellung nachdenkt. Bedenklich sind häufig beispielsweise billige elektronische Geräte und Textilprodukte – und auch Schokolade.

Und selbst das vermeintlich über jeden Gewissenszweifel erhaben scheinende Buch ist aus ökologischer Sicht kein sinnvolles Geschenk – zumindest, wenn es nach einmaligem Lesen dauerhaft im Regal verschwindet. Aber keine Sorge: Auch wenn heute aus Umweltgründen von vielen „klassischen“ Geschenken abzuraten ist, brauchen und sollten wir nicht darauf verzichten, einander eine Freude zu machen. Wir  haben ein paar Tipps für besonders nachhaltige Geschenke für Sie.

(c) www.unsplash.com / Tetiana Shadrina

1. Schenken Sie eine bessere Welt

Klar: Die meisten Kinder freuen sich über Spielsachen und diese seien ihnen auch weiterhin gegönnt. Aber Erwachsene – und durchaus auch einige Kinder – schätzen häufig nicht nur materielle, sondern auch ideelle Geschenke. Und dafür gibt es inzwischen eine ganze Reihe an Angeboten. Das funktioniert meist sehr einfach: Man überweist eine Spende in beliebiger Höhe und bekommt dafür eine Bescheinigung, die häufig recht ansehnlich gestaltet ist und sich gut verschenken lässt. Die Palette an Spendenmöglichkeiten ist breit und lässt sich entsprechend gut auf die zu beschenkende Person zuschneiden:

  • Sind etwa soziale Aspekte wichtig, bieten sich Spenden für Wohltätigkeitsorganisationen an.
  • Wird viel Wert auf Tier- und Umweltschutz gelegt, so gibt es auch hier viele Organisation, die mit Spenden unterstützt werden können.
  • Häufig wird auch angeboten, sich finanziell an konkreten Maßnahmen zu beteiligen: etwa beim Pflanzen von Bäumen, dem Anschaffen von Lernmitteln für bedürftige Kinder und sogar die Adoption eines Bienenvolks oder die Patenschaft für ein Zoo-Tier ist möglich.

Ist ein passendes Angebot gefunden, ist auf Seriosität und Transparenz zu achten – wie das geht, erfahren Sie im Artikel von Stiftung Warentest.

(c) www.unsplash.com / Katt Yukawa

Mit 50 Euro sparen Sie 18 Tonnen CO2

co2online bietet die Möglichkeit, eine Klimaschutz-Spende zu ver­schenken. Für 50 Euro beispiels­weise werden durchschnittlich 25 Klimaschutzberatungen durch­geführt, mit denen 18 Tonnen CO2 eingespart werden können. Das ist in etwa so viel wie 1.440 Bäume im Jahr an CO2 kompensieren.

Jetzt spenden und Urkunde erhalten

Darf es noch etwas mehr sein? Wenn Sie gerne größere Geldbeträge verschenken möchten, könnte eine nachhaltige Geldanlage eine gute Geschenkidee sein. Das sind Geldanlagen, die bestimmte ethische und/oder ökologische Kriterien erfüllen. Gut geeignet sind sie etwa als Geschenk zur Geburt, zur Konfirmation bzw. Kommunion oder zur Hochzeit. Weitere Informationen finden Sie im Verbraucherkompass Nachhaltige Finanzprodukte.

2. Schenken Sie „Materielles“ – aber nachhaltig

Wer beim Schenken gerne etwas Physisches in schöner Verpackung überreichen möchte, sollte sicherstellen, dass das Geschenkte auch wirklich Verwendung findet. Es sollte also etwas sein, was die Menschen gernhaben, sich wünschen oder benötigen. Fragen Sie im Zweifelsfall die Person selbst oder ihr nahestehende Menschen nach konkreten Wünschen. Auch sollten Sie nach dem Einkauf den Kassenbon aufbewahren, damit Geschenke bei Bedarf umgetauscht werden können.

Einige Geschäfte bieten außerdem an, „Wunschkörbe“ zu füllen, aus denen sich dann beispielsweise Geburtstags- oder Hochzeitsgäste ihre Präsente aussuchen können. Diese sind dann zwar keine große Überraschung mehr – können aber immerhin auch keine schlechte Überraschung werden und sie landen nicht im Wichtelsack oder direkt in der Mülltonne.

(c) www.unsplash.com / Kira auf der Heide

Wichtig auch: Vermeiden Sie Verpackungsmüll

Nutzen Sie zum Verpacken einfach Zeitungspapier oder recyceltes Kraftpapier. Das können Sie selbst gestalten und so Ihrer Verpackung eine persönliche Note geben. Auch Handtücher oder Behälter wie Keksdosen oder Einmachgläser können schöne und umweltfreundliche Geschenkverpackungen werden.

Auch mit besonderen Lebensmitteln kann man sicherstellen, dass ein Geschenk „verbraucht“ wird und nicht nutzlos einstaubt. Dabei sollten Sie darauf achten, dass diese bio, regional und/oder fairtrade, am besten vegan und auch umweltfreundlich verpackt sind. Und natürlich, ganz wichtig, dass sie schmecken und vertragen werden, denn sonst landen sie mit hoher Wahrscheinlichkeit auch im Müll

Nachhaltig und individuell: Gutscheine für Einkäufe, Erlebnisse und Energiesparen

Wenn Sie sich unsicher sind oder nicht selbst etwas aussuchen möchten, verschenken Sie einfach einen Gutschein. Als besonders nachhaltig zu empfehlen sind etwa Gutscheine für Unverpackt-Läden, kleine lokale Händler oder Secondhand-Geschäfte. Auch Gutscheine für Konzerte, Kinobesuche, Workshops, Kurse, Lesungen usw. eignen sich hervorragend als Geschenke. Und vielleicht lässt sich ja der eine oder die andere Autofahrer*in durch ein Wochen- oder Monatsticket für den ÖPNV davon überzeugen, dass Fahrten mit Bus und Bahn nicht nur umweltfreundlich, sondern auch entspannt sein können.

Expertentipp: Ein Gutschein für eine fachliche Energieberatung ist eine besonders umweltfreundliche Geschenkidee, zu haben beispielsweise als „Energie-Check“ bei der Verbraucherzentrale für 30 Euro. Weitere umweltfreundliche Optionen sind programmierbare Heizungsthermostate oder Sparduschköpfe – am besten gleich mit persönlichem Montagegutschein. Das Tolle daran: So machen Sie nicht nur anderen einen Freude. Indem Sie langfristig dazu motivieren, Energie zu sparen, vergrößern Sie auch Ihren eigenen ökologischen Handabdruck.

co2online-Kollegin Vanessa Wagner über Sparduschköpfe als Geschenk:

„Ich verschenke dieses Jahr zu Weihnachten Sparduschköpfe, weil ich damit in unserem Zwei-Personen-Haushalt eine halbe Tonne CO2 und etwa 120 Euro pro Jahr spare und so ein praktisches Geschenk hab, das uns allen weiterhilft. Ich habe einen ganzen Karton bestellt und verschenke sie an Freund*innen, bei denen ich übernachte (und beim Duschen merke, dass da unnötig viel Wasser rauspladdert). An Weihnachten klappern wir wieder alle Familienmitglieder ab und ich werde fünf Sparduschköpfe und eine Rohrzange dabeihaben, denn ich verschenke nicht nur den Duschkopf, sondern auch den Installationsservice.“

3. Schenken Sie Zeit

Beim Wort „Geschenk“ ploppt bei vielen Menschen die Assoziation „verpackte Kiste mit Schleife“ auf. Aber auch Dienstleistungen oder einfach gemeinsame Aktivitäten können gute Geschenke sein: ein gut vorbereitetes Picknick zum Beispiel, Hilfe bei anstehenden Arbeiten etwa im Garten oder bei der Steuererklärung oder ein gemeinsamer Ausflug. Mit einem persönlich gestalteten Gutschein haben Sie zugleich auch etwas zum Überreichen.

Wichtig ist dabei aber, immer die Wünsche und Bedürfnisse der Person im Blick zu behalten. Beispielsweise sollte man keine Tickets für ein Heavy-Metal-Konzert verschenken, wenn die zu beschenkende Person nur auf Chansons steht. Eine Einladung für ein selbst gekochtes Dinner kommt hingegen bei den meisten Menschen gut an. Aber auch hier gilt: Wünsche und Bedürfnisse im Blick behalten, etwa was Unverträglichkeiten, vegetarische oder vegane Ernährungsweisen oder einfach den Geschmack angeht.

 

(c) www.unsplash.com / Jay Wennington

Ältere Menschen oder Menschen mit Sehschwäche freuen sich häufig, wenn ihnen etwas vorgelesen wird, aus dem neuen Krimi der Lieblingsautorin etwa. Und gerade ältere Menschen können gelegentlich Unterstützung bei der Nutzung von Computer, dem neuem Fernseher oder dem Smartphone gebrauchen. Ist zum Beispiel die Messenger-App ein wichtiger sozialer Draht zu Familie und Freund*innen, so kann ein Gutschein für technischen Support eine sinnvolle Geschenkidee sein – 24/7 natürlich.

Mit Geschenken zu mehr Umweltschutz motivieren

Gutscheine für Massagen kommen bei vielen Menschen super an. Nutzen Sie doch die Gelegenheit und motivieren damit gleichzeitig zu mehr Umweltschutz, etwa indem Sie das Geschenk an „Umweltauflagen“ knüpfen: eine Fußmassage für jeden Einkauf ohne Auto zum Beispiel. Das setzt natürlich voraus, dass die zu beschenkende Person offen für solche Deals ist und sich nicht davon gedrängt fühlt. Weitere Ideen für nicht-materielle Geschenke sind auf der Internetseite mit dem passenden Namen Zeit statt Zeug zu finden.

Und wenn Sie partout keine passende Geschenkideen finden: Schenken Sie sich das Schenken einfach ganz. Kein Geschenk ist besser als ein schlechtes Geschenk. Aber am besten, Sie vereinbaren das im Voraus miteinander. So können Sie die unangenehme Situation vermeiden, beschenkt zu werden und selbst mit leeren Händen dazustehen.

Autor: Stefan Heimann

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