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Hitzeschutz durch Dämmung: Kühl im Sommer, warm im Winter

Häuser mit schlechter Dämmung sind im Winter unge­mütlich und können im Sommer zur Qual werden. Sie ver­schleudern teure Heiz­energie und belasten bei Hitze Gesund­heit und Nerven der Bewohner*innen. Die richtigen Dämm­stoffe schaffen dagegen Abhilfe – auch als Hitze­schutz.

Dämmungs-Rechner: Dämmung prüfen

Prüfen Sie, welche Materialien sich für das Dämmen Ihres Hauses eignen, wie viel sie kosten und welche Vor- und Nachteile sie haben:

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • Dämmung schützt auch vor Hitze
  • Dämmung empfehlenswert, weil sich die einmaligen Ausgaben amortisieren
  • Dämmung der obersten Geschossdecke und Fassadendämmung besonders effektiv
  • Natürliche Dämmstoffe gut beim Hitzeschutz
Handwerker bringen eine Dachdämmung an

Nicht nur für kalte Tage: Eine gute Dachdämmung ist auch ein guter Hitzeschutz für heiße Sommertage.

Im Winter geht es darum, die Wärme im Haus zu halten – im Sommer soll sie dagegen draußen bleiben. Beides schafft eine gute Dämmung: Sie verhindert nicht nur, dass Wärme von innen nach außen gelangt, sondern auch umgekehrt. Bei starker Hitze im Sommer bleiben die Wohnräume so kühler – eine Klimaanlage, die oft viel Strom verbraucht, ist damit oftmals nicht notwendig. Sinnvoll ist es auch in einem gut gedämmten Gebäude, bei hohen Außentemperaturen nachts und in den kühlen Morgenstunden zu lüften.

Guter Hitze­schutz durch richtige Dämm­stoffe

Dämmung ist nicht gleich Dämmung: Die vielen verschiedenen Dämmmaterialien weisen sehr unterschiedliche Eigenschaften auf.

Was ist der Wärmeleitkoeffizient?

Der Wärmeleitkoeffizient gibt an, wie die Wärmeleitfähigkeit eines Materials ist. Sowohl für eine gute Wärmedämmung im Winter wie auch als Hitzeschutz im Sommer ist die Wärmeleitfähigkeit der Dämmstoffe entscheidend. Auf den Packungen Dämmstoffe steht die Wärmeleitstufe (WLS). Je geringer der Wert ist, desto besser ist die Dämmeigenschaft. Die WLS wird ohne Einheit und ohne Komma angegeben, z.B. 035.

Was ist ein U-Wert oder Wärmedurchgangskoeffizient?

Der U-Wert (auch Wärmedurchgangskoeffizient genannt) zeigt an, wie viel Wärme durch ein Bauteil geht. Er wird in Watt pro Quadratmeter und Kelvin (W/m2K) angegeben. Der U-Wert ergibt sich aus der Wärmeleitfähigkeit und der Dicke der Dämmung. Je kleiner der U-Wert, desto größer die Dämmwirkung. Laut aktueller Energieeinsparverordnung (EnEV) darf bei der Haussanierung der U-Wert für Außenwände und Dachflächen bei höchstens 0,24 W/(m2K) liegen.

Ökologische Dämmstoffe: besonders guter Schutz vor sommerlicher Hitze

Glücklicherweise gibt es Dämmstoffe, die ihrer Bestimmung sommers wie winters einwandfrei nachkommen. Das betrifft vor allem Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen – sogenannte ökologische oder auch natürliche Dämmstoffe. Sie schneiden beim Hitzeschutz im Sommer oft besser ab als konventionelle Dämmstoffe.

Welches Dämmmaterial genau infrage kommt, hängt von den Wünschen, den finanziellen Möglichkeiten des Bauenden sowie den Eigenschaften des Hauses, den entsprechenden Bauteilanforderungen und der Art der Dämmung ab.

Welche natürlichen Dämmstoffe gibt es?

Zur Auswahl stehen unter anderem:

  • Hanf,
  • Zellulose,
  • Holzfasern,
  • Flachs,
  • Holzspäne,
  • Holzwolle,
  • Schilf,
  • Stroh,
  • Schafwolle,
  • Kork,
  • Seegras.

Mehr zu den Eigenschaften sowie den Vor- und Nachteilen der verschiedenen ökologischen Dämmstoffe lesen Sie im Artikel „Alle ökologischen Dämmstoffe im direkten Vergleich“. Und auch der DämmstoffCheck, den Sie ganz oben in diesem Artikel finden, informiert Sie über die Eigenschaften aller Dämmstoffe, die für Ihr Vorhaben infrage kommen.

Expertentipp

„Sommerliche Traumtemperaturen, die in den eigenen vier Wänden zum Alptraum werden und Heizkosten, die das Haushaltsbudget zu sprengen drohen – das sind die Folgen einer unzureichenden Wärmedämmung. Die Wärmedämmung der Gebäudehülle ist neben Fenster und Heizung ein zentrales Element bei Neubau und Gebäudesanierung. Die dadurch eingesparte Energie schont nicht nur Konto und Klima. Kühle im Sommer und Wärme im Winter steigern den Wohnkomfort erheblich.“

Gert Baumbach, Energieberatung der Verbraucherzentralen

Wo anfangen mit dem Dämmen?

Wenn es aus finanziellen Gründen nicht möglich ist Häuser komplett am Stück zu dämmen – lohnt es sich, Schritt für Schritt einzelne Hausteile zu dämmen. Anfangen sollten Hausbesitzer*innen mit der Dämmung der obersten Geschossdecke. Diese Maßnahme ist günstig und effektiv: denn beim Dach entstehen im Winter hohe Wärmeverluste und im Sommer sorgt die Sonne für extreme Temperaturen. Alternativ ist eine Dachdämmung möglich – diese ist aber teurer und sollte nur in Betracht gezogen werden, wenn der Dachboden als Wohnraum ausgebaut werden soll. Pro Quadratmeter kann von Kosten von etwa 5 Euro (Einblasdämmung oberste Geschossdecke) bis zu 200 Euro (Aufsparren-Dämmung mit Wiedereindecken) ausgegangen werden – je nach Material.

Unterstützung von Fachleuten holen

Den Dachboden können Heim¬werker*innen selbst dämmen – wir empfehlen aber mindestens Energieberater*innen bzw. Fachleute zu Rate zu ziehen. Durch eine Dachdämmung lassen sich etwa acht Prozent Wärmeverluste einsparen. Lesen Sie mehr zur Dachdämmung sowie zur Dämmung der obersten Geschossdecke.

Kosten für eine Dämmung

Am aufwändigsten ist häufig das Dämmen der Außenwände – zudem sind die Dämmstoffe hier am teuersten: Ein Wärmedämmverbundsystem kostet etwa 140 bis 170 Euro pro Quadratmeter, eine Vorhangfassade 150 bis 250 Euro pro Quadratmeter. Die Preisunterschiede entstehen in erster Linie durch die Dämmstärke und die verschiedenen Dämmmaterialien. Deutlich günstiger ist hingegen eine Kerndämmung, die in Zwischenräume des Mauerwerks eingeblasen werden kann – wenn es geeignete Zwischenräume gibt. Zudem kommen bei der Außenwanddämmung fleißige Heim-werker*innen an die Grenzen des Machbaren: Professionelle Hilfe ist gefragt. Passende Expert*innen in Ihrer Nähe finden Sie mit „Rat und Tat“, dem Branchenbuch für Modernisierer*innen.

Weiterhin gibt es auch zahlreiche Fördermöglichkeiten für Dämmungen.

Hitzeschutz mit kontrollierter Wohnraumlüftung

Eine kontrollierte Wohnraumlüftung, auch Komfortlüftung genannt, entzieht der Abluft die Wärme, um diese auf die frische Zuluft zu übertragen. Das macht im Winter Sinn, ist im Sommer aber nicht erwünscht. Trotzdem kann eine Komfortlüftung helfen, dass es trotz Hitze zu Hause angenehm kühl bleibt.

Denn bei vielen Systemen mit Wärmerückgewinnung lässt sich das Prinzip im Sommer umkehren: Der wärmeren Außenluft wird Wärme entzogen und dann zum Kühlen verwendet. Die Kühlwirkung entspricht in der Regel zwar nicht der einer Klimaanlage, was allerdings auch nicht notwendig ist. Denn eine kontrollierte Wohnraumlüftung macht nur dann Sinn, wenn das Gebäude sehr gut gedämmt ist wie beispielsweise bei einem Passivhaus. Und dämmen lohnt sich! Nicht nur, damit in der kalten Jahreszeit die Wärme im Haus bleibt, sondern auch, damit an heißen Tagen die Hitze nicht ins Haus kommt.

Autorin: Sabine Käsbohrer

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