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Programmierbare Thermostate: häufige Fragen und Antworten

Planen Sie, ein programmierbares Thermostat zu kaufen? Wir erklären Ihnen, welche Vorteile und Nachteile diese im Vergleich zu manuell einstellbaren Thermostaten haben – und wie Sie mit programmierbaren Thermostaten Kosten sparen und ihren Wohnkomfort steigern können.

Rechnen sich neue Thermostate?

Für eilige Leser*innen: Lohnt der Austausch? Finden Sie es sofort heraus – und erfahren Sie, welche modernen Thermostate in Ihrem Fall geeignet wären:

Die wichtigsten Fakten im Überblick

  • programmierbare Thermostate sparen Energie und Kosten
  • besonders sinnvoll für Haushalte mit vielen Heizkörpern
  • unterschiedliche Typen: einstellbar am Thermostat oder via App
  • Tür- und Fensterkontakte als wichtiges Zubehör
  • leicht montierbar und auch von Mieter*innen anwendbar
(c) Resideo

1. Was sind die Unterschiede zwischen normalen und programmierbaren Thermostaten?

Bei herkömmlichen Thermostatventilen befindet sich im Thermostatkopf ein mit Flüssigkeit oder Gas gefüllter Temperaturfühler, der das Öffnen und Schließen des Ventils steuert. Die Heizwärme muss per Hand reguliert werden.

Bei programmierbaren Thermostaten ist der Fühler nicht mechanisch, sondern elektrisch und hat einen kleinen Motor. Nutzer*innen können daher entsprechend ihres Nutzungsverhaltens und ihres individuellen Tagesablaufs ihre Heizungen so einstellen, dass sie zu festgelegten Tageszeiten automatisiert heizen. Programmierbare Thermostate benötigen dafür zwar Batterien – diese halten jedoch in der Regel mehrere Jahre.

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Programmierbare Thermostate im Test

Die Auswahl an programmierbaren Thermostaten mit verschiedensten Funktionen ist groß. Zwischen 40 und 60 Euro kostet ein Thermostat mit der Bewertung „Gut“ der Stiftung Warentest. Einfache Modelle gibt es bereits ab 10 Euro. Zu den besten Modellen zählen laut Test

Alle drei programmierbaren Thermostate aus dem Test verfügen auch über besonders smarte Funktionen. So erkennen sie zum Beispiel geöffnete Fenster oder Balkontüren und passen die Wärmeabgabe der Heizung entsprechend an. Zudem sind alle drei Thermostate manuell und via App steuerbar.

Die Vor- und Nachteile der drei programmierbaren Thermostate im Überblick:

ThermostatVorteileNachteile
eQ-3 Homematic IP kompakt
  • gute Wärmeregulierung
  • leicht in andere Smart-Home-Systeme integrierbar
  • einfache Handhabung
  • niedriger Stromverbrauch
  • über Sprachbefehle steuerbar (zum Beispiel via Alexa)

 

  • hoher Preis
  • kein Display
Devolo Home Control
  • exzellente Wärmeregulierung
  • kaum hörbar
  • mit „wenn-dann-Funktion“
  • leicht verständliche App
  • Raum-Synchronisierung
  • hoher Preis
  • nur ein Adapter beiliegend

 

AVM Frizt!DECT 301
  • gute Wärmeregulierung
  • einfache Handhabung
  • gutes Display
  • regelmäßige Updates

 

  • Fritzbox notwenig 
  • nur ein Adapter beiliegend
  • kein Fensterkontakt erhältlich

 

2. Was ist der Vorteil von programmierbaren Thermostatköpfen?

Mit den Sparhelfern können Sie genau bestimmen, wann welche Heizkörper hoch- oder runterregelt werden. Dazu kommt ein erheblicher Komfortgewinn: Das lästige Herunterdrehen der Heizkörper beim Verlassen von Haus oder Wohnung entfällt und kann auch nicht mehr vergessen werden. Wer morgens gern in ein warmes Badezimmer kommt, kann die Thermostate so programmieren, dass sie dafür nicht die ganze Nacht durchheizen müssen.

Während einfache Modelle direkt am Thermostatkopf programmiert werden, erlauben andere Modelle auch die Fernzugriff von unterwegs per App. Doch programmierbare Thermostate erhöhen nicht nur den Komfort, sondern helfen auch beim Sparen. Im Schnitt sind zehn Prozent weniger Heizkosten möglich.

Unser Tipp: Auch beim Lüften können Sie mit programmierbaren Thermostatköpfen Geld sparen. Eine integrierte Funktion erkennt den Temperaturabfall beim Öffnen von Fenster oder Balkontür und reguliert die Heizung automatisch nach unten. Noch schneller und zuverlässiger funktioniert das mit separaten Tür-/Fensterkontakten.

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Bernd Scheithauer, Danfoss: Man möchte nur die Räume heizen, die zu bestimmten Zeiten auch genutzt werden. Und dies ist in der Regel nur mit einem Regler mit Zeitprogramm (programmierbares Thermostat) möglich. Damit kann ein persönliches Nutzungsprofil, also der Zeitraum mit einer gewünschten Raumtemperatur, abgebildet werden kann. Das erhöht den Wohnkomfort und spart Heizkosten. Aber bitte nicht übertreiben: Gerade im Gebäudebestand führen zu lange Absenkphasen mit niedrigen Raumtemperaturen zu niedrigen Oberflächentemperaturen an den Außenwänden. Dann haben Sie die Bauschäden wie beispielsweise Schimmel gleich „mitprogrammiert.“ Zusätzlich benötigen Sie anschließend höhere Lufttemperaturen, um sich wohlzufühlen. Ganz wichtig: Auch ein elektronischer Regler benötigt als Basis ein hydraulisch abgeglichenes System!

3. Sind programmierbare Thermostate wirklich effizient?

Die Erfahrung zeigt, dass insbesondere in Wohneinheiten mit mehreren Personen und Zimmern das Einstellen der Heizkörper oft in Vergessenheit gerät. Hier kann ein programmierbares Thermostat zum einen den Wohnkomfort erhöhen und zum anderen Energie und bares Geld sparen.

Die Stiftung Warentest geht bei einer durchschnittlichen Altbauwohnung beispielsweise von einem Sparpotenzial von etwa zehn Prozent aus, die Verbraucherzentrale von acht Prozent. So rechnet sich die Investition meist innerhalb weniger Jahre. Hersteller und Verbände sind noch etwas optimistischer:

Ver­braucher­zentraleBundes­ve­rband der Deutschen Heizungs­industrieHersteller
Spar­potenzial durch Heizungs­steuerung8 Prozent15 Prozent26 Prozent
Wohnung mit 70 m265 Euro120 Euro210 Euro
Ein­familien­haus mit 110 m2110 Euro205 Euro355 Euro

Quelle/Daten: Heizkosten laut Heiz­spiegel 2017; durch­schnitt­liche Gebäude mit Erdgas-Zentral­heizung

Praktische Extra-Funktionen einiger programmierbarer Thermostate helfen beim Energiesparen:

  • Ein Urlaubsmodus unterbricht das eingestellte Heizmuster für einen festgelegten Zeitraum; mit dem Aufheizen wird so rechtzeitig einige Stunden vor der einprogrammierten Rückkehr begonnen.
  • Viele Geräte sind außerdem mit einer Fenster-/Tür-auf-Erkennung ausgestattet: Sensoren an Fenster oder Balkontür verzeichnen den Temperaturabfall beim Lüften und das Thermostat regelt die Heizung automatisch herunter. So sparen Sie sich den Extra-Gang zur Heizung und heizen auch nicht zum Fenster oder zur Tür hinaus.
  • Praktisch sind je nach Verwendung auch Thermostate mit Kindersicherung oder Diebstahlsicherung.

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Bernd Scheithauer, Danfoss: Programmierbare Thermostatventile mit Energieeffizienzlabel haben hervorragende Regeleigenschaften und sind leicht zu bedienen. Die zentrale und übersichtliche Bedienung sowie die präzise Abbildung des persönlichen Nutzungsprofils ermöglichen es, Energie zu sparen. Im Neubau und Niedrigenergiehaussektor sind die dezentrale Regelung der Wärmeübergabe (Heizkörper/Fußbodenheizung) und die kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung ein dringend notwendiger Schritt. Hier liegt ein riesiges, ungenutztes Energieeinsparpotenzial.

4. Für welche Haushalte und welche Heizung sind programmierbare Thermostate sinnvoll?

Smart Home: Heizung mit smarten Thermostaten(c) eQ-3

Grundsätzlich lohnen sich elektrische Heizkörperventile für alle Eigentümer*innen und Mieter*innen, die sparen wollen. Vor allem Haushalte mit besonders vielen Heizkörpern profitieren von dem Komfort programmierbarer Ventile. Es gibt Systeme, mit denen lassen sich die Thermostate für das ganze Haus an einem Smartphone, Tablet oder Computer programmieren. So fällt das Sparen von Heizenergie leicht.

Für Personen mit besonders unregelmäßigen Tagesabläufen eignen sich per Funk programmierbare Thermostate. Diese lassen sich mittels App auch von unterwegs einstellen oder reagieren automatisch auf An- und Abwesenheit. Damit wird das Einstellen der Heizung noch flexibler und nutzerfreundlicher. Worauf Sie bei Funkthermostaten achten sollten und wie Sie das System installieren, erfahren Sie in unserer ausführlichen Übersicht zu smarter Heizungssteuerung.

Nicht geeignet sind programmierbare Thermostate hingegen bei

  • Fußbodenheizungen,
  • Wandflächenheizungen sowie
  • Gasetagenheizungen mit elektrischer Regeleinheit.

Ist die Gastherme nur manuell zu regeln, können dagegen programmierbare Thermostate eingesetzt werden.

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5. Sind programmierbare Thermostate kompliziert einzurichten?

Wie ein Praxistest von co2online zeigt: 11 von 14 co2online-Tester*innen möchten die Sparhelfer nicht mehr missen und empfehlen sie vor allem wegen des gestiegenen Wohnkomforts. Bei der Stiftung Warentest erreichen 6 von 10 getesteten Geräten die Gesamtnote „gut“. Drei programmierbare Thermostate, die Testsieger, sind speziell in der Handhabung gut, der Rest immerhin befriedigend (Test 08/2019).

Programmierbare Thermostate: Testsieger

  • eQ-3 Homematic IP kompakt
  • Devolo Home Control
  • AVM Frizt!DECT 301

Details zu den Testsiegern der programmierbaren Thermostate sind in der Übersicht der Vor- und Nachteile zu finden.

Unser Tipp: Probieren Sie die Geräte bei einem/r Händler*in vor Ort aus. Wer online einkauft, sollte zunächst nur einen Regler bestellen und die Bedienbarkeit prüfen. Für manche Ventile sind zudem Adapter nötig, die jedoch für die gängigsten Hersteller meist beiliegen. Wie Sie ein altes Thermostat wechseln und ein neues anbringen, erklären wir Ihnen in unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung.

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Was sind Fehler bei der Bedienung?

Volker Galonske, Resideo: Am Gerät selbst kann man quasi nichts falsch machen. Die größten Fehler werden meist an anderer Stelle gemacht, nämlich bei der Programmierung der Heiz- und Absenkzeiten! Oft passen die Nutzer*innen ihre ursprünglich eingestellten Zeiten nicht mehr an geänderte Tagesabläufe an. Durch das Heizen von nichtbenutzen Räumen verschenken sie dann aber wertvolle Energie.

6. Was kosten programmierbare Heizkörperventile?

355 Euro Heizkosten

... kann ein durchschnittlicher Haushalt maximal pro Jahr durch programmierbare Heizkörperventile sparen.

355

Das Angebot an programmierbaren Thermostaten ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Günstige programmierbare Thermostate gibt es schon ab etwa 10 Euro, Funkthermostate ab etwa 20 Euro. Gut getestete Modelle kosten zwischen 40 und 60 Euro. Zum Vergleich: Das jährliche Sparpotenzial pro Haushalt liegt im Schnitt bei 65 bis 355 Euro.

Achten Sie nicht nur auf den Preis: Wichtig sind die speziellen Anforderungen in Ihrem Haus oder Ihrer Wohnung. Wer viele Heizkörper hat, sollte zu Funkthermostaten greifen. Damit lassen sich mehrere Geräte gleichzeitig programmieren und einstellen. Nutzen Sie bereits ein Smart-Home-System, zum Beispiel für die Beleuchtung, sollten die Thermostate sich leicht integrieren lassen. Wenn Sie Geräte eines Herstellers bevorzugen, lassen sich diese meist leichter über eine einzige App verwalten.

Smart Home: Fenstersensoren für mehr Sicherheit(c) develo

Auch auf Zubehör ist zu achten: Tür-/Fensterkontakte erleichtern zum Beispiel das Lüften. Sie senden bei geöffneten Fenstern oder Türen ein Signal an das Thermostat, das dann automatisch runterregelt. Sinnvoll können auch Kinder- oder Diebstahlsicherung sein. Funkthermostate ermöglichen das bequeme Programmieren per App oder am Rechner oder den einfachen Wechsel unterschiedlicher Wochenprogramme, zum Beispiel fürs Arbeiten im Schichtdienst.

Haben Sie Ihre Thermostate getauscht oder wollen das bald tun? Dann nutzen Sie auch das Energiesparkonto. Mit dem kostenlosen Online-Haushaltsbuch können Sie ermitteln, wie viel Heizenergie Sie so sparen.

Autor*innen: Andreas Braun | Laura Wagener

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