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CO2-Preis: So vermeiden Sie zusätzliche Kosten ab 2021

Ab Januar wird eine Abgabe für den Handel mit Heizöl, Erdgas, Benzin und Diesel erhoben. Den sogenannten CO2-Preis geben die Händler*innen weiter an ihre Kund*innen. Heizen und Autofahren wird also teurer. Dafür sinken die Kosten an anderer Stelle – und lassen sich auf verschiedenen Wegen vermeiden.

CO2-Preis und Heizkosten: Wie viel können Sie sparen?

Für eilige Leser*innen: Finden Sie heraus, wie groß Ihr Sparpotenzial beim Heizen ist. Denn mit sinkenden Heizkosten sinken auch die zusätzlichen Ausgaben durch den CO2-Preis ab 2021. Sie brauchen dafür nur Ihre Heizkostenabrechnung:

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • Abgaben fürs Heizen und Tanken steigen – Abgaben für Strom sinken
  • bei Heizen mit Öl besonders hohe Kosten durch CO2-Preis
  • CO2-Preis steigt jedes Jahr: von 25 bis zwischen 55 und 65 Euro je Tonne
  • Ziel: klimaschonendes Verhalten und entsprechende Technologien fördern
Infografik zum CO2-Preis: Heizkosten 2018 und Mehrkosten ab 2021/2025 als Balkendiagramm für Heizöl (845+85/185), Fernwärme (860+40/95), Erdgas (700+65/140) und Wärmepumpe (685+0/0)

1. Was ist der CO2-Preis?

Der CO2-Preis ist eine Abgabe auf den Handel mit Heizöl, Erdgas, Benzin und Diesel. Mit den Einnahmen werden klimafreundliches Verhalten und entsprechende Technologien gefördert. Die Abgabe wird ab dem 1. Januar 2021 erhoben. Die Kosten geben die Händler*innen weiter an ihre Kund*innen.

2. Wie hoch ist der CO2-Preis?

Im Jahr 2021 liegt der CO2-Preis bei 25 Euro pro Tonne CO2. Von Jahr zu Jahr steigt er weiter an. 2026 soll er dann zwischen 55 und 65 Euro liegen. Bezahlen müssen den CO2-Preis die Händler*innen von Heizöl, Erdgas, Benzin und Diesel. Die geben die Mehrkosten weiter an Ihre Kund*innen.

Mehr­kosten 2021Mehr­kosten 2025
CO2-Preis in Euro je Tonne25 Euro55 Euro
Heizen: Wohnung (Erdgas)65 Euro140 Euro
Heizen: Ein­familien­haus (Erdgas)105 Euro235 Euro
Tanken: Benzin-Pkw85 Euro180 Euro
Tanken: Diesel-Pkw85 Euro205 Euro

Berechnungsgrundlagen: Wohnung: 70 m2 im Mehr­familien­haus, Heiz­energie­ver­brauch: 11.000 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr ; Ein­familien­haus: 110 m2, Heiz­energie­ver­brauch: 17.000 kWh pro Jahr; Pkw: 6 Liter pro 100 Kilometer, 20.000 Kilometer pro Jahr

Warum ein CO2-Preis?

Der CO2-Preis ist Teil des Klimapakets der Bundesregierung. Ziel des Pakets ist, klimaschonendes Verhalten zu belohnen und entsprechende Technologien fördern. Klimaschädliche Verhaltensweisen und Technologien kosten dadurch mehr. Das Paket enthält neben dem CO2-Preis weitere Punkte, die Einfluss auf Kosten haben. So wird auch das Fliegen teurer. Im Gegenzug ...

  • sinken die Abgaben für Strom,
  • gibt es mehr Fördermittel und steuerliche Vergünstigungen,
  • wird Elektromobilität stärker gefördert und
  • die Pendlerpauschale steigt.

3. Wie hoch ist der CO2-Preis fürs Heizen?

Die zusätzlichen Kosten durch den CO2-Preis fürs Heizen unterscheiden sich je nach Verbrauch und Energieträger. Letztere sorgen für unterschiedlich viel CO2. Wer mit Heizöl heizt, zahlt deswegen besonders viel. Entscheidend ist auch der Sanierungsstand: In unsanierten Gebäuden wird es deutlich teurer.

In einer durchschnittlichen Wohnung liegen die Mehrkosten im Jahr 2021 je nach Energieträger und Heizsystem bei ...

  • Heizöl: 85 Euro
  • Erdgas: 65 Euro
  • Fernwärme: 40 Euro

Bis zum Jahr 2025 steigen die zusätzlichen Kosten weiter an:

  • Heizöl: 185 Euro
  • Erdgas: 140 Euro
  • Fernwärme: 95 Euro

Bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus mit 110 statt 70 Quadratmetern Wohnfläche sind die Kosten entsprechend höher:

  • Heizöl: 140 Euro (2021), 310 Euro (2025)
  • Erdgas: 105 (2021) und 235 Euro (2025)

Für Wärmepumpen oder Biomasse wie Holzpellets fällt dagegen kein CO2-Preis an. Nutzer*innen von Wärmepumpen profitieren zusätzlich vom CO2-Preis. Denn die Einnahmen werden dazu genutzt, um die EEG-Umlage auf Strom erst zu deckeln und dann zu senken: im Jahr 2021 auf 6,5 Cent je kWh, in 2022 auf 6,0 Cent.

4. Wie hoch ist der CO2-Preis fürs Tanken?

Für Benzin und Diesel wird ebenfalls ein CO2-Preis fällig. Bei einem vergleichsweise niedrigen Verbrauch von 6 Litern auf 100 Kilometern und einer Jahresfahrleistung von 20.000 Kilometern sind es im Jahr 2021 ...

  • für Benzin: 85 Euro
  • für Diesel: 85 Euro

... und im Jahr 2025 folgende Mehrkosten:

  • bei Benzin: 180 Euro
  • bei Diesel: 205 Euro

Für Elektroautos fallen dagegen keine Mehrkosten ab 2021 an.

5. Wie kann ich zusätzliche Kosten durch den CO2-Preis vermeiden?

Um zusätzliche Kosten durch den CO2-Preis ab 2021 zu vermeiden, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Am einfachsten dürfte es in den meisten Fällen sein, den Energieverbrauch zu senken: Je weniger Heizöl, Erdgas, Benzin oder Diesel verbraucht wird, desto weniger CO2-Kosten entstehen.

Fürs Heizen und Autofahren gibt es zudem Alternativen, für die gar kein CO2-Preis fällig wird. Beim Heizen sind das zum Beispiel Wärmepumpen und Pelletheizungen sowie die Heizungsunterstützung durch Solarthermie und Photovoltaik. Fürs Autofahren bieten sich neben Elektroautos und auch andere Verkehrsmittel an.

CO2-Preis: Tipps für Eigentümer*innen

Eigentümer*innen haben in der Regel mehr Möglichkeiten als Mieter*innen, um Mehrkosten durch den CO2-Preis zu vermeiden. Denn als Eigentümer*in können Sie auch die Heizanlage und die Gebäudehülle optimieren. Das geht mit ganz einfachen und kostengünstigen Maßnahmen wie dem Tausch der Heizungspumpe oder dem hydraulischen Abgleich. Beides wird mit 30 Prozent Zuschuss gefördert. Ist die Heizanlage schon in die Jahre gekommen, sollten Sie einen kompletten Tausch der Heizung prüfen. Dafür ist ein Zuschuss von bis zu 45 Prozent möglich, ab und an auch kombinierbar mit regionalen Förderungen.

Am meisten zahlt es sich aus, wenn Sie vor dem Heizungstausch für eine bessere Dämmung und dichtere Fenster sorgen. Dann reicht auch eine geringere Heizleistung aus. Dazu können Sie mit einem/r Energieberater*in einen Sanierungsfahrplan erstellen.

Photovoltaik und Elektromobilität kombinieren

Nicht nur die Heizkosten steigen durch den CO2-Preis. Auch Autofahren mit Benzin und Diesel wird teurer. Deswegen sollten Sie auch dort Sparpotenziale prüfen. Als Eigentümer*in haben Sie eine besonders lukrative Option: Sie können den Treibstoff für Ihr Auto selbst produzieren – mit einer Photovoltaikanlage und einem Elektroauto. Über eine Wallbox können Sie Ihr Elektroauto kostengünstig laden. So entstehen keinerlei zusätzliche Kosten durch den CO2-Preis.

Tankstelle für ein Elektroauto an einer Hauswand, Elektroauto mit Ladekabel im Hintergrund(c) IBC SOLAR

CO2-Preis: Tipps für Mieter*innen

Auch als Mieter*in können Sie zusätzliche Kosten durch den CO2-Preis vermeiden. In der Regel ist das Sparpotenzial beim Heizen am größten: Etwa 90 Prozent aller Haushalte in Deutschland zahlen mehr als nötig. Wie groß Ihr persönliches Potenzial ist, können Sie mit dem Heizkosten-Rechner herausfinden. Falls Sie lieber gleich mit dem Sparen beginnen wollen: Wir haben die besten Tipps für einen niedrigeren Heizenergieverbrauch zusammen gestelllt.

CO2-Preis: Tipps für Autofahrer*innen

Falls Sie Autofahrer*in sind, gibt es weitere Möglichkeiten für einen möglichst niedrigen CO2-Preis:

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