Wie viele Bäume braucht es, um eine Tonne CO2 zu binden?

„Wie viele Bäume bzw. wie viel Quadratmeter Wald müsste man anpflanzen, um eine Tonne CO2 aus der Luft zu binden?“ (Peter Todtberg, Essen)

Waldweg(c) Oliver Mohr / pixelio.de

Dr. Daniel Klein (Wald-Zentrum der Universität Münster): „Wie schnell bzw. wie viel CO2 ein Baum bindet, hängt von vielen Faktoren ab. Dazu gehören die Baumart, das Alter des Baumes, dessen Holzdichte oder Zuwachsrate. Aber auch äußere Faktoren wie das Klima, die Bodenqualität oder die Wasserversorgung spielen eine entscheidende Rolle. Deswegen sind allgemeingültige Aussagen auf diese Frage schwierig.

Um dennoch eine grobe Vorstellung über die CO2-Bindungskapazität von Bäumen zu bekommen, hilft dieses Beispiel:

Stellen Sie sich eine normal gewachsene Buche (im Bestand gewachsen) vor, die 23 Meter hoch ist und auf einer Stammhöhe von 1,30 Meter einen Durchmesser von etwa 30 Zentimetern besitzt. Dieser Baum speichert circa 550 Kilogramm Trockenmasse in seinen Blättern, Ästen und seinem Stamm. Schätzt man noch etwa zehn Prozent hinzu, die in der Wurzelbiomasse gespeichert sind, so werden insgesamt etwa 600 Kilogramm Trockenmasse gebunden. Diese Menge Trockenmasse kann eine Tonne CO2 binden. Das Gewicht der Trockenmasse ist deshalb geringer als die gebundene Menge CO2, weil bei der Photosynthese auch noch Sauerstoff abgegeben wird.

Um eine Tonne CO2 aufnehmen zu können, muss die Buche etwa 80 Jahre wachsen. Das heißt: Pro Jahr bindet die Buche 12,5 Kilo CO2. Sie müssten also  80 Bäume pflanzen, um jährlich eine Tonne CO2 durch Bäume wieder zu kompensieren.  Zu beachten ist, dass Bäume in den ersten Jahren nach Pflanzung eher geringe Biomassevorräte anlegen. Erst mit zunehmendem Alter wird vermehrt CO2 gebunden.“

 

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