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Smart Meter: Den Stromverbrauch digital im Blick

Mit einem Smart Meter haben Sie Ihren Verbrauch immer im Blick. Welche Vorteile haben die digitalen Zähler? Wie sicher ist die Datenübertragung? Und gibt es eine Pflicht für den Einbau von Smart Metern?

Die wichtigsten Fakten im Überblick

  • Smart Meter zeigen mehr: Verbrauchsmengen und Verbrauchsdauer
  • nicht nur für Strom – auch für Erdgas, Fernwärme oder Wasser
  • Smart Meter können beim Stromsparen helfen: im Schnitt 45 bis 150 Euro pro Jahr
  • Pflicht für Smart Meter aktuell nur für Haushalte mit besonders hohem Stromverbrauch und Stromerzeuger
  • Smart Meter selbst machen: online, per App oder CSV-Import

Was sind Smart Meter?

Smart Meter sind digitale Zähler für den Verbrauch von Strom, Erdgas, Fernwärme und Wasser. Zusätzlich zeigen sie die tatsächliche Nutzungsdauer an. Die aufgezeichneten Daten können direkt an den Messdienstleister übermittelt werden. Das ist in der Regel der örtliche oder regionale Versorger, der schon beim analogen Zähler fürs Ablesen zuständig war. Es gibt aber auch vom Versorger unabhängige Dienstleister für Smart Meter (Messstellenbetreiber).

Der Vorteil der Smart Meter für Sie: Auf einem Display in der Wohnung, online oder in einer App können Sie genau erkennen, wann Sie wie viel verbraucht haben – allerdings nicht bei allen Smart Metern.

Wie funktionieren Smart Meter?

Eine Frau liest ihren Stromzählerstand ab und gibt ihn per App ins Energiesparkonto ein.

Die Verbrauchsdaten können per Funk, über die Stromleitung oder das Internet übertragen werden. Dafür benötigen Smart Meter jedoch ein Kommunikationsmodul: das Smart-Meter-Gateway. Zusammen mit dem digitalen Stromzähler (oder Zähler für Erdgas, Fernwärme oder Wasser) bildet es das sogenannte intelligente Messsystem (iMsys).

Die Daten werden zunächst zwischengespeichert und können in regelmäßigen Abständen an einen geschützten Bereich auf dem Server des jeweiligen Messstellenbetreibers und Versorgers geliefert werden. Bei einigen sind die Daten nach Eingabe eines Passworts im Internet einsehbar. So können Sie früher reagieren, falls Nachzahlungen drohen oder der Stromverbrauch durch defekte Geräte stark ansteigt. Möglich ist es per Smart Meter zudem, einzelne Geräte zu überwachen.

Beispiel digitaler Stromzähler: Worin unterscheidet sich der digitale vom analogen Zähler?

Klassischer Ferraris-Zähler

Ein digitaler Stromzähler zeigt im Unterschied zum analogen Zähler (Ferraris-Zähler) nicht nur den Zählerstand an. Vielmehr erfasst und speichert er sämtliche Verbrauchsdaten: zum Beispiel einzelne Tagesspitzen oder den Verbrauch im Verlauf der Jahreszeiten. Werden die Daten auch übertragen, könnte Ihr Energieversorger Ihnen so monatlich statt nur einmal im Jahr eine Abrechnung zusenden. Auch so ließen sich überraschende Nachzahlungen und hohe Stromkosten durch defekte Geräte vermeiden.

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Vollwertiges Smart Meter oder nur eine moderne Messeinrichtung?

Es gibt allerdings auch Smart Meter ohne Kommunikationsmodul (Gateway). Eine solche moderne Messeinrichtung (mMe) erfasst die Daten zwar elektronisch. Es findet aber keine Übertragung per Funk, Stromleitung oder Internet statt. Wie beim alten Zähler können nur direkt am Zähler Werte abgelesen werden.

Allerdings sind es bei der modernen Messeinrichtung deutlich mehr Werte als nur der aktuelle Zählerstand. Nach Eingabe einer PIN sind folgende Daten auf einem Display einsehbar:

  • aktuell genutzte Leistung,
  • Zählerstände der vergangenen 24 Monate und
  • Verbräuche für vorgegebene Zeitintervalle (zum Beispiel pro Woche).

Bedient wird die moderne Messeinrichtung nicht per Tastatur oder App, sondern über eine sogenannte optische Taste am Zähler – und zwar mit einer Taschenlampe. Die PIN und die Befehle für die gewünschte Anzeige sind per Lichtsignal („Morsezeichen“) einzugeben. Zum Beispiel sind für eine „9“ entsprechend neun kurze Lichtsignale nötig.

Welche Vorteile bieten Smart Meter?

Mit einem vollwertigen Smart Meter in Kombination mit einem Feedbacksystem wie Display, Website oder App haben Sie einen besseren Überblick über Ihren Stromverbrauch. Das hilft Ihnen, Energie und Kosten zu sparen – laut Studien fünf bis zehn Prozent. Bei einem durchschnittlichen 4-Personen-Haushalt wären das zwischen 150 und 500 Kilowattstunden (kWh). Das entspricht einer Ersparnis von rund 45 bis 150 Euro pro Jahr. Experten warnen allerdings davor, das Sparpotenzial zu überschätzen. Bei sparsamen Haushalten kann es auch geringer ausfallen.

Smart Home: Energiemanagement Analyse(c) Discovergy

Mit Hilfe der Geräteerkennung (via Smart Meter, Smart-Meter-Gateway und Feedbacksystem) ist es zudem möglich, Stromfresser aufzuspüren und einzelne Geräte zu überwachen. Denn jedes Gerät hinterlässt beim Stromverbrauch individuelle Spuren. Allerdings enthalten nicht alle Feedbacksysteme diese Funktion.

Wenn Sie selbst Strom erzeugen, etwa mit einer Photovoltaikanlage, bringt Ihnen ein Smart Meter weitere Vorteile: Denn mithilfe des intelligenten Messsystems können Sie Ihren Eigenstromverbrauch optimieren und zum Beispiel Ihr Elektroauto genau dann mit Sonnenstrom tanken oder die smarte Waschmaschine starten, wenn es für Sie besonders günstig ist.

Muss ich ein Smart Meter einbauen lassen?

Die meisten Verbraucher benötigen derzeit noch keinen digitalen Zähler. Eine gesetzliche Pflicht gibt es seit 2017 nur für Haushalte mit einem Stromverbrauch von mehr als 10.000 kWh pro Jahr sowie für Betreiber von Strom erzeugenden Anlagen mit einer Nennleistung von mehr als 7 Kilowatt (kW). Dazu gehören zum Beispiel größere Photovoltaikanlagen oder Mini-Blockheizkraftwerke (BHKW).

JahrSmart-Meter-Pflicht
2017Haushalte mit einem Stromverbrauch > 10.000 kWh
2017Betreiber von Strom erzeugenden Anlagen (z. B. Photovoltaik) mit einer Nennleistung > 7 kW
2020Haushalte mit einem jährlichen Stromverbrauch > 6.000 kWh
bis 2032alle Stromverbraucher

Viele Energieversorger haben bereits damit begonnen, zumindest moderne Messeinrichtungen (also Smart Meter ohne Kommunikationsmodul) einzubauen. Die können später zu vollwertigen Smart Metern umgerüstet werden.

Ab 2020 sind Smart Meter auch für Haushalte mit einem jährlichen Stromverbrauch von mehr als 6.000 kWh Pflicht. Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher 4-Personen-Haushalt verbraucht in einem Jahr laut Stromspiegel zwischen 3.000 und 5.000 kWh. Bis 2032 sollen dann flächendeckend alle Zähler gegen Smart Meter ausgetauscht werden.

Wer trägt die Kosten für Smart Meter und Smart-Meter-Gateway?

Die Kosten für den Einbau und den Betrieb von Smart Metern und intelligenten Messsystemen (Smart Meter und Smart-Meter-Gateway) trägt der Verbraucher beziehungsweise der Anlagenbetreiber. Es gibt aber jährliche Preisobergrenzen. Für Einbau und Betrieb eines Smart Meters darf der zuständige Messstellenbetreiber pro Jahr maximal 20 Euro verlangen. Für intelligente Messsysteme, also mit Kommunikationsmodul/Gateway, werden in der Regel 100 Euro pro Jahr fällig. Der Betrag erhöht sich ab einem Verbrauch von mehr als 10.000 kWh im Jahr.

Zum Vergleich: Laut Studien können Haushalte mithilfe von Smart Metern fünf bis zehn Prozent sparen. Bei einem durchschnittlichen 4-Personen-Haushalt entspricht das rund 45 bis 150 Euro pro Jahr. Wie groß das Sparpotenzial bei Ihnen ist, zeigt der StromCheck. Experten warnen davor, das Smart-Meter-Sparpotenzial zu überschätzen . Daher sollten Sie Potenzial und Kosten vergleichen.

Um beim Smart Meter Kosten zu sparen, können Sie als Verbraucher zu einem anderen Messstellenbetreiber wechseln, der preisgünstiger ist oder Ihnen ein individuelles Angebot macht. Das gilt bis Ende 2020 auch für Mieter. Bislang gibt es allerdings nur wenige alternative Anbieter wie Discovergy und Mediaelektrik Bock, was den Wechsel erschwert. Daneben gibt es einige Stromversorger wie Polarstern oder die Stadtwerke Bochum, die Tarife mit Smart Metern anbieten. Wichtig zu wissen: Selbstgewählte Messstellenbetreiber sind nicht an die gesetzlichen Preisobergrenzen gebunden!

Smart Meter: Einbaufplicht für Moderne Messsysteme(c) Verbraucherzentrale NRW

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Was bringen Smart Meter im Smart Home?

Smart Meter bieten perspektivisch auch neue Möglichkeiten im Smart Home. Mit einem Smart-Meter-Gateway können sie nämlich nicht nur Daten senden, sondern auch Daten empfangen. Erhalten Sie zum Beispiel die Information, dass die Strompreise gerade niedrig sind, könnten Sie besonders stromintensive Geräte wie smarte Wasch- oder Spülmaschine in Ihrem Smart Home automatisch anschalten. Das lohnt sich allerdings vor allem in Kombination mit gestaffelten Stromtarifen, die vom Smart Meter erfasst und abgerechnet werden. Noch gibt es solche lastvariablen Tarife allerdings nicht für Privatkunden. Die Bundesregierung setzt aber darauf, dass intelligente Messsysteme ihre Einführung vorantreiben.

Smart Home: smarte Waschmaschine(c) homeandsmart

In Kombination mit einem Smart Meter, der Ihnen den exakten Energieverbrauch aller vernetzten Geräte im Smart Home anzeigt, können Sie sich via App auch konkrete Vorschläge fürs Senken des Verbrauchs anzeigen lassen. Für Besitzer einer Photovoltaikanlage bringt ein Smart Meter im Smart Home ebenfalls zusätzlichen Nutzen: Der intelligente Zähler kann beispielsweise feststellen, ob Ihre Anlage auf dem Dach gerade mehr Sonnenstrom liefert, als Sie im Haus benötigen oder Ihr Stromspeicher aufnehmen kann. Dann werden Sie informiert, um die Waschmaschine selbst anzuschalten oder lassen das ganz automatisch geschehen.

Smart Meter selbst machen

Auch ohne digitalen Zähler können sie smart Daten sammeln und auswerten: Das Energiesparkonto von co2online zeigt Ihnen auf einen Blick, wie viel Energie Sie verbraucht haben. Es verwaltet digital alle Ihre eingegeben Zählerstände, Rechnungen und weitere Daten. So erkennen Sie, wie sich Ihr Energieverbrauch in den vergangenen Jahren und im Vergleich zu ähnlichen Haushalten entwickelt hat. Dank Klimabereinigung lassen sich auch Daten aus kalten und wärmeren Wintern vergleichen.

Mit der kostenlosen App EnergieCheck können Sie Daten direkt am Zähler sammeln: manuell, per Spracheingabe oder Scan-Funktion. Auch eine Auswertung ist mit der für iOS und Android erhältlichen App möglich. Noch genauer können Sie Ihre Daten analysieren, wenn Sie App mit dem Energiesparkonto verknüpfen. So sichern Sie auch die gesammelten Daten – ganz ähnlich wie ein Smart Meter.

Wer ein Smart Meter von Discovergy nutzt, kann es mit dem Energiesparkonto verbinden. Die Daten fließen dann automatisch ins Energiesparkonto und können dort genauer analysiert werden. Ab Frühjahr 2019 soll zudem ein automatischer Import von Zählerständen aus Erdgas-Smart-Metern von Discovergy möglich sein. Weitere Anbieter von Smart Metern, Wärmemengenzählern und ähnlichem sollen folgen. Wer eine andere, dem Smart Meter ähnliche Lösung wie zum Beispiel den Energiemonitor Smappee nutzt, kann seine Daten manuell ins Energiesparkonto importieren (per CSV-Datei).

Was bedeutet Smart Meter Rollout?

Rollout bedeutet Einführung. Das am 1. Januar 2017 in Kraft getretene Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende legt die gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Rollout von intelligenten Messsystemen fest. Er gilt zunächst nur für Stromzähler. Um Datenschutz und Datensicherheit zu gewährleisten, regelt das Gesetz unter anderem die Sicherheit, Speicherung und Nutzung der anfallenden Daten. Der Smart Meter Rollout verläuft in mehreren Stufen, bis er 2032 dann abgeschlossen sein soll.

Warum gibt es den Smart Meter Rollout?

Mit dem Smart Meter Rollout setzt die Bundesregierung eine Verpflichtung aus der dritten EU-Binnenmarktrichtlinie Elektrizität um. Dahinter stehen vor allem zwei Ziele:

  1. Die Visualisierung des Stromverbrauchs soll Verbraucher dazu motivieren, Energie effizienter zu nutzen und Stromkosten zu sparen.
  2. Kleine Erzeugungsanlagen wie die Photovoltaikanlage auf dem Dach oder die Wärmepumpe lassen sich über moderne Mess- und Steuerungstechnik ins intelligente Stromnetz (Smart Grid) einbinden. Somit helfen Smart Meter dabei, das schwankende Angebot erneuerbarer Energien besser in den Markt zu integrieren.

Was ist das Smart Grid?

Smart Grids sind intelligente Stromnetze, die Energieerzeugung, -speicherung und -verbrauch koordinieren. Sie können dadurch Leistungsschwankungen im Netz ausgleichen. Je mehr fluktuierende erneuerbare Energie eingespeist wird, desto wichtiger sind Smart Grids. Denn sie erkennen, wenn gerade besonders viel Sonnen- oder Windstrom erzeugt wird und können dann zum Beispiel die Einspeisung anderer Erzeugungsanlagen herunterregeln. So bleibt das Stromnetz stabil.

Intelligent werden die Netze mithilfe von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) sowie dezentral organisierten Energiemanagementsystemen. Smart Grids transportieren also im Gegensatz zu herkömmlichen Stromnetzen nicht nur Energie. Sondern sie transportieren auch Daten, die die Netzbetreiber in kurzen Abständen über Energieerzeugung und -verbrauch informieren.

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