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Energiesparend Lüften im Büro: 10 Tipps

„Lüften und kühlen – was soll daran schwer sein? Ein Fenster öffnen kann doch jeder!“ In vielen Büros herrscht noch immer diese Meinung. Dabei wurde in verschiedenen Studien wissenschaftlich belegt, dass dasThema Lüften im Büro nicht unterschätzt werden sollte. Denn ein gutes Raumklima erhöht das Konzentrationsvermögen und die Leistungsfähigkeit – und steigert damit die Produktivität. Auch die Zahl der krankheitsbedingten Ausfälle kann deutlich sinken, wenn richtig gelüftet wird. Und nicht zuletzt lässt sich zudem eine Menge Energie sparen. Unsere Tipps zu helfen Ihnen dabei.

Mann vor Verntilator: Kühlen und Lüften(c) iStock/forgiss

1. Sonnenschutz nutzen

Je weniger Wärme im Sommer von außen ins Büro kommt, desto weniger muss innen gekühlt werden. Die effizienteste Möglichkeit, um Sonneneinstrahlung und Wärme draußen zu lassen, ist ein außenliegender Sonnenschutz – zum Beispiel Markisen, Außenjalousien, Rollläden oder Lamellen. Der Fachmann spricht hier davon, die „Kühllast“ zu reduzieren. Dadurch lassen sich mehr als 50 Prozent der Kühlenergie sparen. Im Idealfall kann sogar ganz auf die Kühlung verzichtet werden. Bei einem 20 Quadratmeter großen Raum sind das etwa 300 bis 500 Kilowattstunden Strom pro Jahr.

Übrigens: Ein außenliegender Sonnenschutz ist effektiver als Lösungen von innen. Das hat physikalische Gründe. Wenn die Sonnenstrahlen auf den außenliegenden Sonnenschutz treffen, werden sie zum Teil absorbiert, reflektiert und hindurchgelassen. Die Wärmestrahlen, die der Sonnenschutz abgibt, entstehen außen vor dem Fenster und kommen nur zu einem sehr geringen Teil nach innen. Befindet sich der Sonnenschutz innen, passiert das Gleiche – nur mit dem Unterschied, dass die Wärmestrahlen im Raum entstehen und nicht mehr durch die Verglasung nach außen können.

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2. Wärmequellen im Büro ausschalten

Selbst wenn die Heizung ausgeschaltet ist, wird jedes Büro durch interne Wärmequellen „beheizt“. Jede Person gibt Wärme an den Raum ab, und auch alle technischen Geräte produzieren Wärme: angefangen von der Beleuchtung über die Computer bis zum Server. Deshalb sollten alle Geräte aus den Büros entfernt werden, die nicht unbedingt dort stehen müssen. Dadurch sinkt die „innere Kühllast“. Bei einer Abwärme der Geräte von beispielsweise 1.000 Watt müssen pro Jahr zusätzlich 140 Kilowattstunden Energie zur Kühlung verwendet werden. Anders gesagt: Je weniger Wärme entsteht, desto weniger muss gekühlt werden. Wie Sie Computer & Co. effizient und sparsam nutzen, erfahren Sie im Artikel Green IT: 10 Tipps für Unternehmen.

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3. Flexibel arbeiten und energiesparend lüften

Besonders im Hochsommer kann es zweckmäßig sein, den Mitarbeitern flexible Arbeitszeiten anzubieten. Auch wenn nicht alle Mitarbeiter darauf eingehen: Für manche ist es sicher angenehmer, die Arbeit auf den Morgen oder den frühen Abend zu verlegen – und in der heißen Mittagszeit eine längere Siesta zu halten. Entsprechend sinkt in dieser Zeit auch der Energieverbrauch durchs Kühlen.

Auch das Lüften im Büro sollte im Hochsommer angepasst werden. Am besten ist es, in der Nacht oder in den kühlen Morgenstunden das gesamte Gebäude energiesparend zu lüften. Dabei müssen natürlich Fragen der Sicherheit beachtet werden.

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4. Luftqualität kontrollieren

Menschen haben keine gute Sensorik für die Qualität der Raumluft; sie gewöhnen sich schnell an die Luftverhältnisse – auch wenn diese nicht gut sind. Nutzen Sie deshalb technische Möglichkeiten, um die Luftqualität in den Büroräumen zu kontrollieren. Besonders praktisch sind sogenannte „CO2-Ampeln“. Wenn der CO2-Wert zu hoch ist, zeigen sie an, dass der Raum gelüftet werden sollte. Dabei wird CO2 als Referenzwert genommen. Das heißt: Bei einem hohen CO2-Wert sind auch die anderen „Schadstoffe“ in der Luft erhöht, zum Beispiel Ketone, Alkohole und Buttersäure. Diese Gesamtbelastung führt zu der schlechten Luftqualität. In diesem Fall springt die Ampel auf „rot“ – ein Zeichen für die Mitarbeiter, den Raum zu lüften. Der Vorteil einer CO2-Ampel ist also, dass nicht irgendwann gelüftet wird, sondern genau dann und genau so lange, wie es notwendig ist. Und das spart Energie. CO2-Ampeln sind bereits für unter 200 Euro erhältlich.

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5. Lüftungsplan aufstellen

Wenn Sie nicht auf technische Hilfsmittel zurückgreifen wollen, stellen Sie mit Ihren Mitarbeitern einen Lüftungsplan für die verschiedenen Büroräume auf. Dabei können Sie ein Modell des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtess nutzen, das den zeitlichen Verlauf der CO2-Konzentration in Innenräumen berechnet. Erklären Sie Ihren Mitarbeitern, dass schlechte Raumluft nicht nur die Konzentrationsfähigkeit verringert, sondern auf Dauer auch zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen, zum Beispiel zu Kopfschmerzen führen kann. Auch durch einen Lüftungsplan wird – ähnlich wie bei den CO2-Ampeln – immer dann gelüftet, wenn es erforderlich ist. Im Vergleich zu einer „Lüftung per Dauerkipp­stellung“ des Fensters lassen sich so etwa 20 Prozent des Heizenergieverbrauchs sparen.

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6. Pflanzen als natürliche Klimaanlage nutzen

Ein grünes Büro wirkt sich stressmindernd auf die Mitarbeiter aus und spart obendrein noch Energie. Denn die Pflanzen können die Aufgaben einer Klimaanlage zumindest teilweise übernehmen. Beispielsweise verdunsten sie über die Blätter fast das gesamte Gießwasser, sodass die Luftfeuchtigkeit im Büro steigt. Das ist besonders in der Heizperiode wichtig, da die Heizungsluft oft sehr trocken ist. Zusätzlich filtern Pflanzen Staub aus der Luft, bauen Schadstoffe wie Formaldehyd oder Benzol ab und wandeln CO2 in Sauerstoff um. Drei bis fünf größere Pflanzen genügen, um in einem 30 Quadratmeter großen Büro das Raumklima zu optimieren. Übrigens: Bei verschiedenen Untersuchungen ging die Zahl der krankheitsbedingten Fehlzeiten von Mitarbeitern deutlich zurück, wenn genügend Pflanzen im Büro standen.

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7. Klimaanlagen und Klimageräte sinnvoll nutzen

Wenn Sie keinen ausreichenden Sonnenschutz haben und Klimageräte in den Büroräumen nutzen müssen, sollten diese von Ihren Mitarbeitern sinnvoll eingesetzt werden. Das bedeutet: Die Raumtemperatur sollte an einem heißen Sommertag nicht auf 20 °C gesenkt werden. Bei einer Außentemperatur von beispielsweise 35 °C genügt eine Senkung auf ca. 25 °C, um ein Wohlfühlklima im Büro zu erreichen. Außerdem sollte die Differenz zu ungekühlten Neben­räumen wie Flur, Büroküche oder Toilette nicht größer sein als 5 °C. Das ist aus gesundheitlichen Gründen besser für die Mitarbeiter und spart gleichzeitig Energie. Dazu müssen Sie die Mitarbeiter entweder entsprechend einweisen oder die Geräte entsprechend technisch konfigurieren. Übrigens: Als Alternative zu Klimageräten lassen sich auch Ventilatoren einsetzen. Die Luftbewegung kühlt die Oberfläche der Haut durch Verdunstungs­kälte. Dadurch lassen sich Klimageräte ersetzen – und das spart Energie.

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8. Klima- und Lüftungsanlagen regelmäßig warten lassen

Lassen Sie Ihre Klima- und Lüftungsanlagen regelmäßig von einem Fachmann warten. Das ist schon deshalb geboten, weil verschmutzte Filter zu ungesunder Raumluft in den Büros führen können. Auch aus energetischen Gründen ist eine Wartung notwendig. Denn nur eine einwandfrei funktionierende Anlage arbeitet auch effizient. Zudem ist der Wartungstermin eine gute Gelegenheit zu prüfen, ob die Anlage für den bestehenden Bedarf richtig eingestellt ist. Wenn sich beispielsweise die Mitarbeiterzahl in den Büros geändert hat, sollten auch die Einstellungen der Klima- oder Lüftungsanlage entsprechend angepasst werden.

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9. Nachrüstung von Wärmerückgewinnung prüfen

Lassen Sie von einem Fachmann prüfen, ob Ihre zentrale Lüftungsanlage mit einer „Wärmerückgewinnung“ nachgerüstet werden kann. Bei der Nutzung von Wärmerückgewinnung wird zum Beispiel mit einem sogenannten Gegenstromwärmetauscher die Wärme der Abluft auf die Frischluft übertragen. Dabei lassen sich bis zu 70 Prozent der Wärmemenge zurückgewinnen. So wird weniger Heizwärme „rausgelüftet“; entsprechend wird weniger Heizenergie benötigt, um die Räume angenehm warm und gleichzeitig gut belüftet zu halten.

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10. Monoblock-Geräte austauschen

Tauschen Sie ineffiziente Monoblock-Geräte gegen effizientere Split-Geräte aus. Mit Monoblock-Geräten ist es oft schwierig, einen großen Raum effizient zu kühlen. Der Grund: Die Geräte haben einen Schlauch, der durch ein offenes Fenster oder einen Türspalt gesteckt wird und die Abwärme nach außen bläst. Dadurch entsteht im Raum ein permanenter Unterdruck – und es strömt ständig neue warme Luft von außen in den Raum. So kämpft das Gerät einen teuren Kampf gegen die Hitze. Durch den Einbau eines effektiveren Split-Geräts können 40 Prozent der durch die Kühlung entstehenden Stromkosten gespart werden.

Hier finden Sie einen Test von Stiftung Warentest zu mobilen Klimageräten.

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Weitere Informationen zum Thema finden Sie in unserem Dossier
Lüften, Lüftungsanlagen & Fenster
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