Welche Verpackung ist umweltfreundlicher? Der große Verpackungsvergleich

Gibt es sie, die wirklich umweltfreundliche Verpackung? Welches System schneidet im direkten Duell besser ab? PET-Mehrwegsystem oder Glas-Mehrwegsystem? Wie wichtig ist das Material, aus dem die Verpackung hergestellt wird? Diese und viele weitere Fragen stellen sich verantwortungsbewusste Verbraucherinnen und Verbraucher im Alltag. Die Antworten dazu erhalten Sie in unserem großen Verpackungsvergleich.

Die Mehrweg-PET-Flasche

Pro:

Die Mehrwegflasche aus PET wird bis zu 25-mal wieder befüllt. Damit kommt sie zwar noch nicht ganz an die Glas-Mehrwegflasche heran, die sogar bis zu 50-mal wiederbefüllt wird. Aber dennoch: Aus Umweltsicht ist das PET-Mehrwegsystem der gläsernen Konkurrenz vorzuziehen. Hauptgrund dafür ist das deutlich geringere Gewicht der PET-Flaschen. Deshalb ist der Energieverbrauch beim Transport wesentlich geringer. Außerdem konnte der Energieaufwand bei der Herstellung von PET-Flaschen in den letzten Jahren ebenfalls deutlich reduziert werden.

Contra:

Problematisch: Die Rohstoffe, die für die PET-Herstellung benötigt werden, sind nur begrenzt vorhanden. Und auch trotz der erfolgreichen Senkung des Energieaufwands bei der Herstellung, ist der Energieverbrauch im Vergleich zu anderen Verpackungsmaterialien weiterhin sehr hoch.

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Die Einweg-PET-Flasche

Pro:

Wie auch bei der Mehrweg-Variante, wirkt sich das geringe Gewicht positiv auf die Umweltbilanz aus. Der Energieaufwand beim Transport wird dadurch deutlich reduziert.

Contra:

Allerdings wird die Einweg-PET-Flasche im Vergleich zu Mehrwegflaschen, die teilweise bis zu 50-mal wiederbefüllt werden, nur ein einziges Mal befüllt. Ebenfalls problematisch: Einweg PET- Flaschen bestehen lediglich zu 25 Prozent aus recyceltem Material. Für die Herstellung neuer PET-Flaschen ist ein hoher Energieaufwand nötig. Die Rohstoffe, die für die Herstellung benötigt werden, sind jedoch nur begrenzt vorhanden. Das Fazit: Im Vergleich zum bereits etablierten Mehrwegsystem ist die Ökobilanz des Einwegsystems sehr schlecht.

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Die Mehrweg-Glasflasche

Pro:

Seit über 300 Jahren begleitet uns die Glasflasche nun schon. Vor allem als Verpackung für das Lieblingsgetränk der Deutschen erfreut sich die Mehrwegversion großer Beliebtheit: Die Mehrwegquote bei Bier liegt bei stolzen 80 Prozent. Sehr gut. Und das sollte auch so bleiben. Denn durch die häufige Wiederbefüllung (bis zu 50-mal) und die in der Regel kurzen Transportstrecken von der Brauerei zum Handel schonen Mehrweg-Glasflaschen das Klima. Im Vergleich zu Einwegverpackungen aus Plastik verursachen sie gerade einmal die Hälfte des Klimakillers CO2.

Contra:

Ein Nachteil ist das hohe Gewicht der Glasflaschen, das den Energieaufwand beim Transport erhöht.

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Die Einweg-Glasverpackung

Pro:

Der entscheidende Vorteil von Glasverpackungen liegt in ihrer hohen Recyclingquote. Denn Glas kann beliebig oft eingeschmolzen werden. Durchschnittlich können Glasverpackungen zu 60 Prozent wieder in den Kreislauf zurückgeführt werden.

Contra:

Glasflaschen sind sehr schwer und können beim Transport kaputt gehen. Daher sind sie für längere Transportwege weniger gut geeignet als Kunststofflaschen.

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Papier und Kartonage

Pro:

Papierverpackungen sind immer eine gute Wahl. Papier besteht aus nachwachsenden Rohstoffen, die im optimalen Fall sogar nachhaltig bewirtschaftet werden. Die Recyclingquote ist im Vergleich zu Kunststoffverpackungen deutlich höher: Eine Verpackung besteht im Schnitt zu 68% aus Altpapier. Besonders bei der Herstellung von Kartonagen wird häufig komplett auf Altpapier zurückgegriffen. Ebenfalls positiv ist das geringe Gewicht von Papierverpackungen zu bewerten.

Contra:

Obwohl die Umweltbelastung bei der Papierherstellung im Vergleich zu anderen Verpackungsarten eher gering ist, werden dennoch pro Tonne Papier und Kartonage etwa 676 Kilogramm CO2 ausgestoßen.

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Kreide-PET-Beutel

Pro:

Die Herstellung von Kreideverpackungen ist innovativ. Die Einweg-Verpackung wurde vergangenes Jahr etabliert und besteht zu 40% aus natürlicher Kreide. Durch das geringe Verpackungsgewicht entsteht weniger Müll. Gleichzeitig kann der Kunststoffanteil reduziert werden, wodurch die Produktion der Beutel sparsamer im Energie- und Wasserverbrauch ist.

Contra:

Da die Verpackung zu einem Teil aus Kreide und zum anderen Teil aus Kunststoff besteht, gibt es noch kein ausgebautes Recyclingsystem. Bisher ist das deutsche Recyclingsystem nicht für diese Verpackungsart ausgelegt, weshalb die Beutel in der Müllverbrennung landen.

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Polyolefine

Pro:

Viele Kunststoffverpackungen sind sehr leicht und bestehen nur aus einem Material. Das ist vor allem bei längeren Transportwegen vorteilhaft. Durch das geringe Verpackungsgewicht sinkt die Müllmenge und das Recyclingsystem für Kunststoffverpackungen ist mittlerweile sehr gut ausgebaut. Falls kein Recycling möglich ist, ist durch die thermische Entsorgung (Müllverbrennung) eine hohe Energierückgewinnung möglich.

Contra:

Die Herstellung der Kunststoffe ist mit einem hohen Energieaufwand verbunden. Pro Tonne PE-Granulat werden fast zwei Tonnen CO2 freigesetzt. Die Rohstoffe, die für die PE-Herstellung benötigt werden, sind nur begrenzt vorhanden. Sobald die unterschiedlichen Kunststoffe gemischt werden, wird die Wiederverwertung deutlich erschwert.

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Getränkekarton

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Pro:

Durch das Bundesumweltministerium wurden Getränkekartons als „ökologisch vorteilhafte Verpackungen“ eingestuft. Sie sind sehr leicht, bestehen zum Teil aus nachwachsenden Rohstoffen (Papier) und können fachgerecht recycelt werden. Vorbildlich: Einige Getränkekartonproduzenten setzen bei der Herstellung Papier ein, dass aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt.

Contra:

Leider hat sich der Kunststoffanteil an der Verpackung in den vergangenen Jahren erhöht. Grund sind Ausgießhilfen aus Plastik. Dadurch wird der Getränkekarton schwerer und der Anteil an nachwachsenden Rohstoffen verringert sich. Weite Transportstrecken zwischen Herstellung, Abfüllung und Recycling können die Ökobilanz zusätzlich belasten.

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Getränkedose

Pro:

Getränkedosen bestehen zum Großteil aus Aluminium, welches vollständig recycelt werden kann. Von Vorteil ist, dass die Flaschen sehr dünnwandig und dadurch leicht sind. Das schont die Umwelt bei längeren Transportwegen.

Contra:

Metalldosen sind bei der Herstellung nicht nur teuer, sondern auch echte Energiefresser. Der Energieeinsatz bei der Aluminiumherstellung ist extrem hoch und führt zu einem erhöhten CO2-Ausstoß. Zu allem Überfluss können sie nicht wieder befüllt werden.

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Aluminium

Pro:

Durch das Recycling von Aluminium kann sehr viel Energie gespart werden. Die Aufbereitung von Aluminium erfordert nur fünf Prozent der Herstellungsenergie für neues Aluminium.

Contra:

Für die Herstellung von Aluminium werden große Mengen Rohstoffe und Energie benötigt. Pro Kopf verbraucht jeder Deutsche 38 Kilogramm Aluminium pro Jahr.

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