Gute Vorsätze: 5 Tipps für Gesundheit, Konto & Klima

Alle Jahre wieder starten wir mit guten Vorsätzen ins neue Jahr: mehr Elan, mehr Gesundheit, mehr Geld. Kaum etwas ist so beflügelnd wie das Gefühl des Neuanfangs am 1. Januar. Aber welcher Vorsatz hat neben positiven Effekten für Gesundheit und Geldbeutel auch noch das gewisse Klima-Plus? Unsere Autorin Mirka hat den Check gemacht.

Das neue Jahr hat noch nicht mal angefangen, da weiß ich bereits: Diesmal wird alles anders – dieses Jahr werde ich gesünder, reicher, glücklicher. Auch ich kann mich dem Neujahrs-Hoch mal wieder nicht erwehren und plane munter drauf los: drei neue Sportarten anfangen, auf vegane Ernährung umstellen, 10.000 Euro sparen, weniger vor Smartphone und Fernseher abhängen … Und das alles natürlich 100 Prozent nachhaltig – ich bin ja schließlich Klimaschützerin.

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Gute Vorsätze im Realitätscheck

Doch spätestens Mitte Januar hat uns die Realität meist wieder eingeholt: Rein statistisch gesehen liegt rund die Hälfte der Vorsätze, denen wir so eifrig hinterherliefen, bis dahin schon wieder in der metaphorischen Ecke wie matschige Reste des Silvesterfeuerwerks auf dem Gehweg. Mache ich mir also nichts vor: Die meisten guten Vorsätze sind und bleiben eben nur Vorsätze – mehr nicht.

Aber was fange ich nun mit meinem Enthusiasmus an, der zumindest noch ein paar Tage andauern sollte? Ich kann mich doch nicht gleich wieder der Statistik ergeben! Wenigstens eine Sache möchte ich wirklich umsetzen. Und aus Effizienzgründen sollte die so wirksam wie möglich sein. Gehen wir ihr also auf die Spur:

Welcher gute Vorsatz hat den größten Impact – für mich, mein Konto UND das Klima?

Mehr Sport

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Auf Platz 1 der Gute-Vorsätze-Evergreens steht laut Statista Sport. Kein Wunder, denn in der Regel ist Sport der Gesundheit durchaus zuträglich – sofern man die richtige Sportart wählt. Aber wie sieht es bei Kosten und Klimafaktor aus? Das ist gar nicht so einfach zu beantworten. In puncto Kosten kann ich zumindest einige Sportarten direkt mal ausschließen: Golf, Reiten oder Segeln etwa. Auch beim sogenannten Motorsport wird es teuer, zumal hier auch noch der Klimaschutz zu wünschen übriglässt.

Anders sieht es dagegen beim Joggen oder Radfahren aus: Neues Equipment ist meist nicht nötig – mal abgesehen von der dringend benötigten neuen Sportkleidung als Motivationsschub! Ich kann also kostengünstig loslegen. Wenn ich meine sportliche Ertüchtigung jetzt noch für ohnehin nötige Fortbewegung nutze und etwa auf Fahrten mit Bus, Bahn oder Auto verzichte, sieht es auch ganz gut fürs Klima aus: Bei einem Arbeitsweg von etwa 10 Kilometern beispielsweise

  • spare ich jährlich etwa 400 kg CO2 pro Jahr, wenn ich mit dem Fahrrad statt dem Auto fahre,
  • beim Verzicht auf Bus und Bahn sind es etwa 200 kg CO2 jährlich.

Und Kosten spare ich damit natürlich auch noch jede Menge – vor allem bei den aktuellen Spritpreisen. Punktsieg also für Gesundheit, Klima und Geldbeutel.

  • Gesundheit: ✓✓✓
  • Ersparnis: ✓✓
  • Klimaschutz: ✓✓

Gesünder ernähren

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Ebenfalls ein Klassiker der guten Vorsätze: eine gesündere Ernährung. Auch hier liegen die Pluspunkte fürs Wohlbefinden auf der Hand. Bei den Kosten kommt es drauf an – wer von konventionellen Lebensmitteln auf Bio-Lebensmittel umsteigt, zahlt unter Umständen erst mal mehr. Gesünder und auch günstiger wird es wiederum, wenn ich auf Fleisch oder allgemein auf tierische Produkte verzichte. Natürlich muss es nicht gleich die komplett vegane Ernährung sein. Tatsächlich schlagen tierische Produkte aber nicht nur beim Preis ordentlich zu Buche, sondern vor allem auch beim CO2-Ausstoß: 

Fleischesser*in1.950 kg CO2 pro Jahr
Flexitarier*in1.480 kg CO2 pro Jahr (-470)
Vegetarier*in1.160 kg CO2 pro Jahr (-790)
Veganer*in940 kg CO2 pro Jahr (-1.010)

Quelle: CO2-Rechner des Umweltbundesamtes

Bis zu eine Tonne CO2 pro Jahr kann ich also vermeiden, wenn ich von tierischer auf eine tierlose Ernährung umstelle. Immerhin jährlich eine halbe Tonne CO2 spare ich, wenn ich einfach nur kein Fleisch mehr esse oder mich als Flexitarierin künftig vegan ernähre – so oder so ein echter Big Point für den Klimaschutz! Eine gesündere Ernährung hat also mehrere Vorteile. 

  • Gesundheit: ✓✓
  • Ersparnis: --
  • Klimaschutz: ✓✓✓

Sparsamer leben

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Sparen klingt immer gut. Wer möchte nicht am Ende des Monats mehr Geld auf dem Konto haben? Aber wo soll ich ansetzen? Werfen wir auch hier mal einen Blick auf die Statistik: Das meiste Geld – nämlich im Schnitt gut ein Drittel – geben Haushalte für Wohnen und Energie aus. An meinen Mietkosten kann ich leider nicht rütteln – an den Kosten für Strom und Heizen aber sehr wohl.

Vor allem die Heiz- und Warmwasserkosten machen rund 80 Prozent des Energieverbrauchs im Haushalt aus. Da gibt es also Potenzial zum Sparen. Natürlich kenne ich die gängigen Tipps und Tricks zum Heizkosten- und Stromsparen. Richtiges Lüften zum Beispiel oder elektronische Thermostate . Den Geheimtipp schlechthin habe ich – aus Faulheit vermutlich – jedoch bisher noch nicht angewendet: ein Sparduschkopf . Je nachdem, wie das Warmwasser bereitet wird, kann man da erstaunlich viel sparen – in meinem Fall (Warmwasser mit Durchlauferhitzer) über 100 Euro und über 200 kg CO2 im Jahr.

HeizCheck: Verbrauchen Sie zu viel Heizenergie?

Ist Ihr Heizenergieverbrauch zu hoch? Finden Sie es heraus und erhalten Sie Tipps zum Sparen.

Das Gute daran: Sobald ich den Sparduschkopf installiert habe, sparen auch die restlichen Haushaltsmitglieder – ich vergrößere damit meinen ökologischen Handabdruck. Das lohnt sich also mehr als doppelt.

Klima schützen mit nachhaltigen Geldanlagen

Was tun mit dem gesparten Geld? Zum Beispiel anlegen. Auch hier können wir neben der eigenen Rendite auch etwas für Umwelt- und Klimaschutz tun. Infos zu nachhaltigen Geldanlagen gibt es im Verbraucherkompass Nachhaltige Finanzprodukte.

  • Gesundheit: --
  • Ersparnis: ✓✓✓
  • Klimaschutz: ✓✓✓

Mit dem Rauchen aufhören

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Klar, Rauchen ist schlecht für die Gesundheit. Wissen wir alle. Und teuer ist es obendrein. Aber dass die Gewohn­­heit auch schlecht für das Klima ist, darüber haben sich wohl die wenigsten bisher Gedanken gemacht. Tatsächlich verursacht eine Zigarette 14 Gramm CO2-Äquivalent – allein durch Anbau, Produktion und Transport. Das haben Forscherinnen und Forscher 2018 in einer Londoner Studie herausgefunden.

Aufs Jahr gerechnet macht das bei starken Raucher*innen schon mal mehr als 100 kg CO2-Äquivalente – und zwar zusätzlich zu der schlechten Luft, die der Zigarettenkonsum so produziert. Wen die Faktoren Gesundheit und Kostenersparnis also bisher noch nicht zum Aufhören bewegen konnten, sollte vielleicht mal ans Klima denken.

  • Gesundheit: ✓✓✓
  • Ersparnis: ✓✓✓
  • Klimaschutz: ✓✓

Ökologischen Handabdruck vergrößern

Leider weiß ich jetzt immer noch nicht, welchen Vorsatz ich umsetzen will. Zähle ich alle Vorteile zusammen, müsste ich wohl mit dem Rauchen anfangen – damit ich dann wieder aufhören kann. Am Ende ist es wie so häufig: Die eine, perfekte Lösung gibt es nicht. Aber nachdem ich mich etwas mehr mit den verschiedenen Auswirkungen beschäftigt habe, blicke ich zumindest etwas anders auf meine Bemühungen:

  • Öfter mal auf tierische Produkte zu verzichten, ist bestimmt auch im Alltag machbar.
  • Meinen Heiz- und Stromverbrauch nehme ich jetzt öfter unter die Lupe.
  • Sport macht vielleicht sogar Spaß, wenn ich damit noch Geld und CO2 spare.

Letzten Endes macht es mir aber auch viel Freude, anderen Menschen von den vielen Möglichkeiten zu erzählen, wie sie mit kleinen Maßnahmen etwas bewirken können. Mir selbst nützt das vielleicht nicht viel, aber dem Klima sicherlich.

Der ökologische Handabdruck

Im Gegensatz zum ökologischen Fußabdruck zeigt der ökologische Handabdruck, wie die eigenen Handlungen dazu beitragen, CO2-Emissionen bei anderen zu reduzieren. Ob in der Familie, im Freundeskreis, bei der Arbeit oder darüber hinaus – es gibt viele Möglichkeiten, in einem größeren Rahmen Klimaschutz voranzubringen. Hier gibt es Tipps, um den ökologischen Handabdruck beim Heizen zu vergrößern.

  • Gesundheit: --
  • Ersparnis: --
  • Klimaschutz: ✓✓✓

Autorin: Mirka Jedamzik

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