Rohrisolierung: Preise, Kosten und Ersparnis

Wer bei der Rohrisolierung geizt, spart an der falschen Stelle. Denn die Wärmeverluste durch nicht isolierte Rohre im Heizungskeller sind beträchtlich. Eine kleine Investition, gepaart mit etwas handwerklichem Geschick, kann hier für Einsparungen sorgen.

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Bei hohen Energiepreisen möchten viele Hausbesitzer Energie sparen. Da die Heizung ein Großteil der Energie im Einfamilienhaus verbraucht, ist es sinnvoll dort anzusetzen. Neben größeren und teuren Maßnahmen – zum Beispiel dem Einbau einer neuen Heizungsanlage – helfen auch viele geringinvestive Maßnahmen beim Sparen. Etwa tragen der Austausch der Heizungspumpe, der hydraulische Abgleich oder die Erneuerung der Thermostatventile zu einem geringeren Heizenergieverbrauch bei.

Rohrisolierung: Geringe Kosten, großer Spareffekt

Die Isolierung der Heizungsrohre ist einer dieser effektiven Sparmaßnahmen, die wenig kostet, aber viel bringt: Je nach Material kostet ein Meter Rohrisolierung für ein durchschnittliches Heizungsrohr von 18-22 mm Durchmesser zwischen zwei und neun Euro. Pro Meter Rohr und Jahr können so je nach Gebäudestandard und Heizungsanlage zwischen 11 und 19 Euro gespart werden, weshalb sich die Investitionen meist bereits nach einer Heizperiode amortisiert haben.

In einem Einfamilienhaus mit einem Zweirohrsystem sind im Heizungskeller und den angrenzenden unbeheizten Räumen durchschnittlich 22,5 Meter Rohr verlegt. Laut der Energieeinsparverordnung (EnEV) von 2009 müssen alle Besitzer von Ein-, Zwei-, und Mehrfamilienhäuser sämtliche wärme- und kälteführenden Leitungen im unbeheizten Bereich mit einer Dämmung versehen.

Rohrisolierung beendet die Verschwendung im Heizungskeller

Generell ist der Wärmeverlust besonders groß, wenn ein großer Temperaturunterschied zwischen Heizungsrohr und Raumluft besteht. Gerade bei älteren Heizungsanlagen mit einer konstant hohen Vorlauftemperatur sind die Einsparpotenziale deshalb beträchtlich. Moderne Brennwertkessel funktionieren mit einer geringeren Vorlauftemperatur, weshalb die Verteilverluste hier etwas geringer ausfallen.  Zusätzlich lohnt es sich auch einen Blick auf die Warmwasserrohre. Warmwasser wird das ganze Jahr benötigt, deshalb ist das Einsparpotenzial bei fehlender Isolierung besonders groß. Wie genau Sie bei der Isolierung ihrer Heizungs- und Warmwasserrohre am besten vorgehen, zeigt Ihnen unsere Bilderstrecke mit Schritt für Schritt-Anleitung.

Kosten senken mit Rohrisolierung: Drei Beispiele

Für unsere Beispielrechnung gehen wir von einem Einfamilienhaus aus dem Jahr 1983 mit einer Wohnfläche von 125 m2 aus. Das Haus wird über ein Zweirohrsystem mit Erdgas zum Preis von 8 Cent/kWh beheizt. Das Einsparpotenzial lässt sich gut anhand einiger Fallbeispiele erläutern:

Fall 1: Keinerlei Rohrisolierung vorhanden

Für den Fall, dass keinerlei Dämmung vorhanden ist, gehen pro Meter Heizungsrohr jedes Jahr 265 Kilowattstunden (kWh) verloren. Das entspricht einem jährlichen Verlust von 21,20 Euro. Bei einer durchschnittlichen Rohrlänge im unbeheizten Bereich von 22,5 Metern werden somit jedes Jahr 477 Euro einzig dafür ausgegeben, um den Heizungskeller zu beheizen.

Eine Dämmung nach Vorschrift der Energieeinsparverordnung, bei der die Dämmstärke dem Rohrdurchmesser entspricht (wird auch als 100 Prozent-Dämmung bezeichnet), begrenzt diese Energieverschwendung. Wird die 100 Prozent-Dämmung lückenlos ausgeführt, reduzieren sich die Verteilverluste auf 6,30 Euro pro Meter Rohr. Somit lassen sich durch eine nachträgliche Rohrisolierung in einem Haus mit 22,5 Metern Rohr im Jahr 335 Euro sparen. Viel Geld für eine vergleichsweise preiswerte Maßnahme wie die Rohrisolierung.

Fall 2: Lückenhafte Rohrisolierung

Im zweiten Fall ist  eine Rohrisolierung in der vorgeschriebenen Dicke vorhanden. Diese wurde aber lückenhaft angebracht. Bei fünf Armaturen mit einer Länge von jeweils 20 cm und Lücken in der Dämmung von insgesamt zwei Metern ergibt das eine Ersparnis von 64 Euro im Jahr.

Fall 3: Dickere Isolierung als in der Energieeinsparverordnung (EnEV) vorgeschrieben

Bei den EnEV-Vorschriften zur Dämmung der wärmeführenden Leitungen handelt es sich um Mindestanforderungen. Wie auch beim Klimaschutz gilt hier: je mehr, desto besser. Wird im Beispielhaus nachträglich eine Rohrdämmung angebracht, die über die Anforderungen der EnEV hinaus geht, erhöhen sich die Einsparungen. Die Wärmeverluste können durch eine 150 prozentige Dämmung auf 4,20 Euro pro laufendem Meter reduziert werden. Die Einsparung summiert sich somit auf 17 Euro pro Meter und Jahr im Vergleich zu ungedämmten Rohren.

Da die Investitionskosten nur geringfügig höher sind, lohnt es sich in jedem Fall zu prüfen, ob eine 150 prozentige Dämmung möglich ist. Da die dafür benötigten Materialien nur im Fachhandel vertrieben werden, sollte ein Fachhandwerker mit der Isolierung beauftragt werden. Die Handwerkerdatenbank „Rat und Tat“ hilft bei der Suche nach dem passenden Handwerker in der Nähe.

Autorin: Theresa Rauch

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