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Smart Home: Was ist das überhaupt? Eine Übersicht

Smart Home steht für intelligentes Zuhause. Das heißt: Verschiedene Geräte wie Thermostate, Tür- und Fensterkontakte, Rollläden und Lampen oder auch die Photovoltaikanlage sind miteinander vernetzt und zum Beispiel über das Smartphone fernzusteuern. Doch wie steht es dabei um Datenschutz? Welche Vor- und Nachteile gibt es? Und was kostet ein Smart Home?

Heizkosten prüfen – und smart senken

Sind Ihre Heizkosten zu hoch? Mit smarten Geräten können Sie ihn senken. Prüfen und vergleichen Sie Ihren Verbrauch. Nötig ist dazu Ihre Heizkostenabrechnung:

Die wichtigsten Fakten im Überblick:

  • Smart Home geht auch schrittweise
  • nicht alles muss smart sein
  • Empfehlung: mit Heizungssteuerung anfangen
  • Kosten für Smart Home: von 20 bis mehrere tausend Euro
  • Übertragung der Smart-Home-Daten per Kabel oder Funk
  • viele verschiedene Hersteller*innen und Standards für Smart Home

Was ist unter „smart living“ zu verstehen?

Smart Home: Echo Nutzung im Schlafzimmer(c) homeandsmart

In der Werbung ist es schon Realität: Alles ist miteinander vernetzt und lässt sich per Smartphone bedienen. Für die meisten ist das „intelligente Leben“ jedoch bislang noch Zukunftsmusik. Selbst im Neubau ist „smart living“ keine Selbstverständlichkeit.

Allerdings gibt es bereits eine Vielzahl an einzelnen Smart-Home-Anwendungen, die Ihnen auch im Altbau oder als Mieter*in das Leben leichter machen können – und zumindest für einen Hauch „smart living“ sorgen:

  • Das Dachfenster schließt automatisch, wenn der Regensensor einen Wolkenbruch registriert oder die Wetter-App einen vorhersagt.
  • Tür- und Fensterkontakte warnen, wenn Sie das Haus verlassen oder im Winter zu lange lüften.
  • Digitale Thermostate regeln die Heizung automatisch herunter, wenn ein Fenster oder eine Tür geöffnet oder niemand zu Hause ist.
  • Die Waschmaschine startet, wenn die Sonne Ihre Solarthermieanlage oder Photovoltaikanlage gerade auf Hochtouren bringt.

Eine intelligente Hausautomation kann das Leben durchaus smarter, also effizienter, komfortabler und sicherer machen. Allerdings nur mit entsprechender Technik: vom smarten Sensor bis zum smarten Endgerät. Und: Die smarten Geräte verbrauchen ebenfalls Energie. Sie sollten deswegen darauf achten, dass Sie nicht nur für mehr Sicherheit und mehr Komfort sorgen – sondern auch für mehr Energieeffizienz, zum Beispiel durch eine smarte Heizungssteuerung . Das wäre dann schon ziemlich viel und lohnenswertes „smart living“.

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Wie funktioniert ein Smart Home?

Smart Home Nutzung: Zentrale(c) innogy SE

Die Steuerungseinheit des smarten Zuhauses ist das Gateway. Diese Zentrale fungiert als Vermittler: Sie empfängt die Daten der installierten Sensoren – etwa für Luftfeuchtigkeit, Temperatur oder offene Fenster – und gibt Steuerungsbefehle an die Endgeräte wie Heizkörperthermostate weiter. Die Endgeräte heißen im Fachjargon auch Aktoren.

Wie kann ich mit einem Smart Home Energie sparen?

Das größte Sparpotenzial bietet im Smart Home die intelligente Heizungssteuerung: Wenn Sie das Haus verlassen oder das Fenster geöffnet ist, wird der Heizkörper automatisch heruntergeregelt und Sie verschwenden keine Heizenergie. Über Ihr Smartphone und eine Smart-Home-App können Sie die Räume rechtzeitig wieder aufheizen lassen, bevor Sie nach Hause kommen. Das erhöht nicht nur den Wohnkomfort, sondern spart auch Energie. Dadurch können die Kosten im Schnitt um 65 bis 355 Euro pro Jahr sinken.

Sie können auch das gesamte Haus in den Sparmodus versetzen, wenn alle Bewohner*innen unterwegs sind. Dann wird nicht nur die Heizung heruntergefahren. Bis auf Kühlschrank, Gefriertruhe und andere ausgewählte Geräte trennt die Smart-Home-Zentrale alle anderen automatisch vom Stromnetz.

Smart Home: In einer durchschnittlichen Wohnung können mit smarten Thermostaten und Fensterkontakten 65 bis 355 Euro eingespart werden. Mit smarten Steckdosen können jährlich 5 bis 35 Euro eingespart werden.

Was bringt ein Smart Home in Sachen Sicherheit?

Eine smarte Hausautomation kann auch für mehr Sicherheit sorgen. Denn intelligente Sicherheitstechnik wie smarte Bewegungsmelder schicken Ihnen direkt eine Warnung auf Smartphone oder Tablet, wenn sich jemand nähert oder einen Raum wie die Garage betritt. In Kombination mit einer Videokamera sehen Sie gleich, ob es nur der/die Nachbar*in oder eine verdächtige Person ist.

Um Ihre Anwesenheit zu simulieren und dadurch Einbrecher*innen abzuschrecken, können Sie im Smart Home Jalousien, Lampen, das Radio oder den Fernseher per Zufallsgenerator oder nach Zeitplan steuern. Sie können Ihre Haustür über das Smartphone verschließen oder öffnen. Allerdings rät die Verbraucherzentrale davon aufgrund erheblicher Sicherheitsrisiken ab: Zum einen könnte das Hacker*innen animieren. Zum anderen droht Missbrauch, wenn Ihr Smartphone gestohlen wird oder Sie es verlieren.

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Brauche ich im Smart Home neue Geräte?

Smart Home: smarter Backofen in der Küche(c) homeandsmart

Sie können meist nur Geräte miteinander vernetzen und digital steuern, die selbst intelligent sind. Ab und an genügt allerdings auch eine kleine und somit kostengünstige smarte Erweiterung – wie zum Beispiel ein Zwischenstecker.

Smart-Home-Großgeräte sind meist teurer als konventionelle. So kostet eine Waschmaschine mit WLAN und entsprechender App schnell mal 700 Euro und mehr. Eine Waschmaschine mit App-/NFC-Funktion (Near Field Communication) können Sie ebenfalls mit Smartphone oder Tablet koppeln. Die ist schon für unter 300 Euro zu haben. Allerdings können Sie die Daten an die Waschmaschine nur über eine kurze Distanz senden. Bei manchen Geräten wie Herden oder Backöfen ist der Preisunterschied für smarte Zusatzfunktionen dagegen nur gering.

Andere Anwendungen mit großer Wirkung sind schon für kleineres Geld zu haben und machen sich schnell bezahlt, vor allem bei der Heizungssteuerung:

  • smartes Heizkörperthermostat: ab etwa 20 Euro
  • intelligenter Zwischenstecker: ab etwa 20 Euro
  • Fensterkontakt: ab etwa 30 Euro

Smart Home mit Kabel oder Funk: Wie werden die Daten übertragen?

Sie können Ihre Smart-Home-Geräte per Funk oder Kabel verbinden. Eine Verbindung zum Internet ist dafür nicht unbedingt erforderlich. Die Datenübertragung über Kabel funktioniert sehr schnell und in der Regel störungsfrei. Die Verkabelung selbst ist jedoch deutlich teurer und aufwendiger und bietet sich deshalb nur an, wenn Sie neu bauen oder umfangreich sanieren. Denn dafür muss eine Leitung zu jeder Stelle gelegt werden, auf die Sie per Kabel digital zugreifen möchten. Einige Systeme verwenden auch die im Haus liegenden Stromleitungen. Das beschränkt allerdings die Datenmenge und macht das System anfälliger für Störungen als bei separaten Kabeln.

Über Funk kommunizierende Systeme lassen sich einfacher installieren und sind deshalb meist günstiger. Bei einem Umzug können Sie sie zudem leichter mitnehmen – so sind sie auch eine Option für Mieter*innen. Die Funkübertragung ist allerdings störungsanfälliger als die kabelgebundene, vor allem bei größeren Entfernungen in weitläufigen Wohnungen oder Häusern. Das Funksignal kann aber meist mit einem zusätzlichen Gerät verstärkt werden.

Welche Kosten fallen für Kabel- und Funkübertragung an?

Für ein Smart-Home-System mit Kabel müssen Sie in der Regel mehrere tausend Euro investieren. Zusammen mit smarten Großgeräten wie Kühlschrank, Waschmaschine, Geschirrspüler, Trockner, Herd und Backofen können dafür bis zu 10.000 Euro anfallen. Einsteigerangebote für vernetzte Technik auf Funkbasis beginnen bereits bei 100 Euro. Hinzu kommen jedoch auch hier die gewünschten Endgeräte.

Smart-Home-GerätKostenEinsparung
Smart-Home-Heizungssteuerung 100 bis 480 Euro einmalig65 bis 355 Euro pro Jahr
Smart-Home-Steckdose20 bis 40 Euro einmalig5 bis 35 Euro pro Jahr (je nach Gerät)

Quelle/Daten: Einsparung/Heizkosten laut Heizspiegel 2017 bei durchschnittlicher Wohnung oder durchschnittlichem Einfamilienhaus mit Erdgas-Zentralheizung; Einsparung/Strom laut co2online; Kosten laut Online-Preisvergleich.

Neben den einmaligen Kosten können je nach Anbieter*in und Funktion noch monatliche oder jährliche Kosten anfallen. Zum Beispiel werden für den „Magenta SmartHome Dienst“, der für dieses System alle Einstellungen und Daten verwaltet und verschlüsselt überträgt, monatlich 4,95 Euro fällig. Innogy verlangt für seinen mobilen Zugang zum Smart Home über Smartphone oder Tablet nach Ablauf der ersten 24 Monate 14,95 Euro im Jahr. Es gibt aber auch Smart-Home-Systeme ohne monatliche Kosten.

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Smart-Home-App, Sprachsteuerung & Co. – wie steuere ich mein smartes Zuhause?

Smart Home: Mit dem Smartphone kann das Heizungsthermostat von überall aus gesteuert werden.(c) iStock.com / AndreyPopov

Ihre Smart-Home-Anwendungen können Sie zu Hause über Ihr Smartphone oder Tablet mit einer Smart-Home-App, mit einer Fernbedienung oder per Computer-Software steuern. Viele Systeme erlauben es Ihnen via Internet, auch aus der Ferne Ihr Zuhause digital zu steuern.

Mit der Sprachsteuerung auf Ihrem Smartphone, wie Siri für Apple- oder Google Assistant für Android-Geräte, können Sie die Geräte auch mündlich bedienen. Gleiches gilt für digitale Sprachassistent*innen wie Amazon Echo, Google Home oder Apple HomePod. Laut einer Umfrage des Branchenverbands Bitkom steuert bereits fast die Hälfte (44 Prozent) derjenigen, die Smart-Home-Anwendungen besitzen, diese per Stimme.

Sind meine Daten sicher vor Diebstahl und Missbrauch?

Datenschutz und Datensicherheit, also der Schutz der eigenen Daten vor Manipulation oder anderen Bedrohungen durch Dritte, ist für viele Verbraucher*innen ein zentrales Thema bei Smart-Home-Anwendungen. Das zeigt eine Umfrage von co2online zu den Gründen dafür, keine smarten Anwendungen zu nutzen: 62 Prozent nennen Datenschutz als entscheidenden Grund.

Eine Umfrage der Deutschen Energie-Agentur (dena) aus dem April 2018 macht deutlich, dass

  • 64 Prozent der Nutzer*innen den Datendiebstahl,
  • 60 Prozent die Fernsteuerung von Geräten und
  • 59 Prozent den unerlaubten Türzugang durch Hacker befürchten.

Diebstahl und Missbrauch von Smart-Home-Daten sind nicht völlig ausgeschlossen. Aber Sie können selbst dazu beitragen, die Wahrscheinlichkeit dafür deutlich zu verringern:

  1. Wählen Sie beim Kauf smarter Produkte eine/n vertrauenswürdige/n Anbieter*in, der/die auch Support für Einrichtung und Betrieb sowie regelmäßige Sicherheitsupdates anbietet. Fragen Sie auch nach dem geplanten Ende des Supports (EoS: End of Service/EoL: End of Life).
  2. Alle Nutzer*innen sollten eigene, starke Passwörter verwenden und voreingestellte Passwörter ändern.

So tragen Sie Ihren Teil zur IT-Sicherheit im Smart Home bei. Welche Unterschiede es da bei einigen Anbieter*innen gibt, zeigt ein Test der Stiftung Warentest.

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Wie steht es um den Datenschutz bei einer Smart-Home-Cloud?

Smart Home: Smart Watch Anwendung(c) homeandsmart

Falls Sie sich für Smart-Home-Anwendungen entscheiden, bei denen Ihre Daten auf fremden Servern in einer Cloud gespeichert werden: Achten Sie darauf, dass sich das Rechenzentrum in Deutschland befindet und damit den hiesigen strengen Bestimmungen zum Datenschutz unterliegt. Alternativ können Sie sich für eine/n Smart-Home-Anbieter*in entscheiden, der/die Daten und Software nur auf der Smart-Home-Zentrale in Ihrem Zuhause speichert. Das wäre ein großer Beitrag für den Datenschutz, den sie dann komplett selbst in der Hand haben.

Allerdings sollten Sie in diesem Fall prüfen, ob dennoch alle gewünschten Funktionen verfügbar sind. Zum Beispiel kann eine smarte Heizungssteuerung meist nur dazu lernen, wenn Daten per Internet übertragen werden.

Weitere Empfehlungen für Datenschutz im Smart Home liefern der Branchenverband Bitkom (PDF) und das Landeskriminalamt NRW (PDF).

Gebe ich mit einem Smart Home sensible Daten preis?

Smart Home: Zertifikat Verband der Elektrotechnik (VDE)(c) VDE

Datenschutz ist ein wichtiges Thema beim „smart living“. Als Smart-Home-Nutzer*in müssen Sie sicher sein können, dass Ihre persönlichen Daten nicht ohne Ihre Erlaubnis verwendet oder preisgegeben werden. Sind die gewünschten Smart-Home-Anwendungen mit dem Internet verbunden, sollten Sie sich beim Anbietenden erkunden: Speichert er/sie Daten und wertet er/sie sie aus? Welche Sicherungssysteme werden verwendet und werden sie regelmäßig aktualisiert? Weitere Infos dazu können Sie auch Tests wie denen der Stiftung Warentest entnehmen.

Gesetzlich vorgeschriebene Standards für die Informationssicherheit im Smart Home gibt es bislang nicht. Der Verband der Elektrotechnik (VDE) prüft allerdings die Sicherheit von Smart-Home-Anwendungen und vergibt das Zeichen „VDE Smart Home Informationssicherheit geprüft“. Entscheidend sind dabei unter anderem

  • der Schutz der persönlichen Daten,
  • der Schutz vor Abhören und Manipulation sowie
  • geschützte Sicherheits-Updates der Systeme.

Smart Home und Datenschutz: Was Expert*innen empfehlen

Sie möchten in Ihrem Smart Home noch mehr für den Datenschutz tun? Dann können Sie sich an den Anforderungen der Datenschutzbeauftragen des Bundes und der Länder für Smart Meter orientieren. So können Sie prüfen, ob vorhandene oder potenzielle Smart-Home-Anwendungen Ihren Datenschutz-Ansprüchen genügen – oder gezielt bei den Anbieter*innen danach fragen.

  • Nur Daten erheben und nutzen, die wirklich erforderlich sind.
  • Ablesen nur so häufig, dass keine Rückschlüsse auf das Verhalten möglich sind.
  • Daten anonymisiert, pseudonymisiert oder aggregiert übermitteln.
  • Nicht extern verarbeiten, sondern lokal.
  • Daten an möglichst wenige Stellen übermitteln.
  • Regelmäßig Daten löschen.
  • Jederzeit transparent machen, wie Daten erhoben, genutzt und übermittelt werden.
  • Löschen, berichtigen und Widerspruch jederzeit möglich machen.
  • Freie Tarifwahl ermöglichen.
  • Keinen freien Zugang zu Geräte erlauben.

Komplettsystem oder Einzellösungen fürs Smart Home?

Bekannte Unternehmen wie die Telekom oder Innogy, aber auch Spezialist*innen wie Gira oder Somfy bieten Smart-Home-Komplettsysteme an. Sie decken damit mehrere Bereiche des Haushalts ab, also zum Beispiel nicht nur Sicherheit, sondern auch Heizung. Herzstück ist eine Zentrale, über die die Smart-Home-Geräte in Interaktion treten.

Komplettsystem-Startpakete für einzelne Bereiche gibt es bereits ab etwa 100 Euro. Sie können aber auch mehrere hundert Euro kosten. Je günstiger sie sind, desto weniger Smart-Home-Geräte sind meist enthalten; zum Beispiel nur die Zentrale, zwei Heizkörperthermostate und zwei Fensterkontakte. Wer mehr als zwei Heizkörper smart steuern möchte, muss also weitere Geräte kaufen. Komplettsysteme für alle Bereiche sind entsprechend teurer.

Neben den Komplettsystemen fürs Smart Home gibt es auch Einzellösungen. Sie decken nur einen einzelnen Bereich oder Teilbereiche des Haushalts ab. Zum Beispiel von Honeywell und tado (Heizung), Netatmo (Wetter), IKEA oder Philips (Beleuchtung). Auch hier gibt es meist eine Zentrale (Gateway) und vergleichsweise günstige Starter*innenpakete. Zu den Smart-Home-Einzellösungen zählen ebenfalls einzelne Geräte wie Lampen oder Steckdosen, die sich meist nur direkt per App (Bluetooth oder WLAN) steuern lassen.

Ob Komplettsystem oder Einzellösung fürs Smart Home: Viele können miteinander verknüpft werden – auch wenn sie von unterschiedlichen Hersteller*innen stammen (zum Beispiel per Homee oder Fibaro Home Center 2). Es gibt allerdings auch welche, die nicht oder nur mit großem Aufwand miteinander kompatibel sind. Je nach den gewünschten Smart-Home-Funktionen kann eine Kombination sehr sinnvoll sein. Denn nicht alle Komplettsysteme decken wirklich jeden Bereich des Haushalts ab – oder bieten für einzelne Bereiche nur vergleichsweise teure Geräte oder Geräte mit weniger Funktionen als spezialisierte Einzellösungen.

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Welche Übertragungsstandards gibt es für Smart Home?

Einen einheitlichen technischen Standard für die Übertragung im Smart Home gibt es leider nicht, sondern unterschiedliche Kabel- und Funksysteme zahlreicher Anbieter*innen. Einige bieten geschlossene Systeme an, die nicht kompatibel mit Geräten anderer Hersteller*innen sind. Bei offenen Systemen können Sie hingegen die Produkte kombinieren. Verbraucher*innen sollten immer darauf achten, dass alle Endgeräte zu dem gewählten Übertragungssystem passen.

Ein internationaler Standard für die Hausvernetzung über Kabel oder Stromleitung ist KNX.

Funkbasierte Technologien sind zum Beispiel:

  • Brillo (Google),
  • Enocean,
  • Homekit (Apple),
  • WLAN,
  • Zigbee und
  • Z-Wave.

Um einen einheitlichen Standard zu entwickeln, haben sich mehrere Unternehmen in der Initiative EEBus zusammengeschlossen. Dazu gehören unter anderem Heizungshersteller*innen, Energieversorger*innen, Telekommunikationsunternehmen, IT-Unternehmen, Industrieverbände und Forschungsinstitute.

Wie verbreitet sind Smart-Home-Anwendungen?

Laut einer co2online-Umfrage aus dem Jahr 2019 lehnen 26 Prozent aller Haushalte in Deutschland Smart-Home-Anwendungen ab. 29 Prozent der Haushalte verwenden mindestens eine smarte Anwendung in den Bereichen Wärme, Beleuchtung oder Strom. 45 Prozent kommen also als zukünftige Smart-Home-Nutzer*innen infrage.

Eine Umfrage von Bitkom in 2017 hat gezeigt: Wer bereits intelligente Geräte zur Hausautomation nutzt, begründet dies vor allem mit dem Wunsch nach mehr Sicherheit. An zweiter Stelle folgt der Komfort, an dritter Stelle das Bedürfnis, Energie effizienter zu nutzen und dadurch Kosten zu sparen.

Sollte es auch Ihnen vor allem um Sicherheit oder Komfort gehen, denken Sie unbedingt auch an mehr Energieeffizienz. Denn damit lassen sich in vielen Fällen die gesamten Smart-Home-Kosten wieder hereinholen: Durch eine smarte Heizungssteuerung können Sie im Schnitt 65 bis 355 Euro pro Jahr sparen.

Welche Risiken und Nebenwirkungen gibt es im Smart Home?

Dass Datensicherheit und Datenschutz im Smart Home wichtig sind, ist den meisten klar. Was viele nicht bedenken, ist der Energieverbrauch von Smart-Home-Geräten. Sie sollten möglichst nicht im Standby-Modus verharren, wenn Sie nicht zu Hause sind und sicher sind, dass Sie auch von unterwegs nicht darauf zugreifen müssen. Achten Sie vor allem auf einen niedrigen Standby-Verbrauch der Geräte, die rund um die Uhr (oder zumindest viele Stunden am Tag) empfangsbereit sein sollen, um auf Sprachbefehle oder Signale anderer Geräte zu reagieren.

Auf der anderen Seite verbraucht ein Smart Home nicht nur zusätzliche Energie, sondern kann auch sehr viel Energie einsparen. Wer bisher bei „smart living“ nur an Komfort und Sicherheit gedacht hat, sollte zumindest auch die Heizungssteuerung miteinbeziehen. Denn dort lässt sich am meisten sparen. Das gesparte Geld reicht in der Regel aus, um auch andere Bereiche des Haushalts smarter zu gestalten. Wer beim Energiemanagement per Smart Home das Optimum herausholen möchte, sollte eine/n erfahrene/n Energieberater*in zu Rate ziehen.

Raumwärme 70 Prozent; Warmwasser 14 Prozent; Strom 16 Prozent. Stand Oktober 2018

Welche Vorteile habe ich im Smart Home mit Photovoltaik, Solarthermie oder Blockheizkraftwerk?

Mit einer automatisierten Steuerung des Energieverbrauchs in Ihrem Smart Home können Sie erneuerbare Energien und andere stromerzeugende Anlagen wie Blockheizkraftwerke (BHKW) optimal einbinden und damit die Energiewende unterstützen.

Beispielsweise können Sie Ihr Zuhause mit Ihrer Photovoltaikanlage oder Solarthermieanlage intelligent vernetzen. Dann startet die smarte Spül- oder Waschmaschine automatisch, wenn die Photovoltaikanlage gerade ausreichend Strom oder die Solarthermieanlage heißes Wasser liefert. Optimieren kann das Smart Home auch das Laden von Stromspeicher oder Elektroauto.

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Autorin: Kristina Simons

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