Hohe Förderung für Brennstoffzellen-Heizungen

Bund und Länder unterstützen den Einbau der effizienten Brennstoffzellen-Heizung massiv: Mit der Förderung lassen sich die Kosten bis 35 Prozent senken. So kommen die Investitionskosten für Brennstoffzellen-Heizungen dem Niveau anderer moderner Heizanlagen immer näher.

Förderung finden: für Brennstoffzellen-Heizungen und andere Vorhaben

Prüfen Sie, welche Fördermittel es für Ihre neue Heizung oder andere Vorhaben gibt. Alle passenden Zuschüsse und Kredite von Bund, Ländern, Kommunen und Versorgern:

Die wichtigsten Fakten im Überblick

  • wichtigster Fördergeber für Ein- und Zweifamilienhäuser: BAFA
  • 25 bis 35 Prozent Fördersatz für Brennstoffzellen-Heizung 
  • zusätzliche Förderung durch Länder, Kommunen und Energieversorger
  • Beratung durch Energieberater*in nötig

Vom August 2016 bis Ende 2022 unterstützte das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) mit dem KfW-Programm „Energieeffizient Bauen und Sanieren – Zuschuss Brennstoffzelle (433)“ die Markteinführung der innovativen, stromerzeugenden Heizungen – und bot damit die für viele lukrativste Förderung für Brennstoffzellen-Heizungen. Bis 31. März 2021 sind laut KfW rund 16.500 Förderanträge eingegangen. Seit dem 01.01.2023 läuft die Förderung über die BEG Bundesförderung für effiziente Gebäude

Wer kann Brennstoffzellen-Heizungs-Förderung beantragen?

Das ehemalige KfW-Programm richtet sich an Eigentümer*innen von Ein- und Zweifamilienhäusern und an Eigentümer*innen von Eigentumswohnungen in Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG). Seit Juli 2017 gibt es auch Fördermittel für Nichtwohngebäude. Es können also auch kleine und mittlere Unternehmen, Contractor*innen sowie kommunale Gebietskörperschaften Brennstoffzellen-Heizungs-Förderung erhalten. Beantragen können sie die Mittel, wenn sie in einem bestehenden Gebäude oder in einem neuen Gebäude eine Brennstoffzellen-Heizung mit einer elektrischen Leistung zwischen 0,25 und 5 Kilowatt (kW) einbauen lassen.

Wie hoch ist der Zuschuss für die Brennstoffzellen-Heizung?

Bis Ende 2022 galt noch Folgendes: Zu einem Fest­betrag von 6.800 Euro kommt ein leistungsabhängiger Betrag: 550 Euro je angefangenen 100 Watt elektrischer Leistung. Den Zuschuss gibt es für höchstens 40 Prozent der förderfähigen Kosten. Als förderfähige Kosten gelten neben den Kosten der Brennstoffzellen-Heizung auch die Ausgaben für den Wartungsvertrag in den ersten zehn Jahren und für eine/n Energieberater*in.

Seit der Überführung in die BEG beträgt der reguläre Fördersatz 25 Prozent. Ersetzt die neue Brennstoffzellenheizung eine alte, austauschpflichtige Heizung auf fossiler Basis, erhöht sich der Fördersatz auf 35 Prozent. Weitere Förderdetails sind noch nicht bekannt – werden aber zeitnah an dieser Stelle veröffentlicht. Alternativ können Sie sich auch mit unserem kostenlosen und regelmäßig aktualisierten FördermittelCheck auf dem Laufenden halten.

MaßnahmeFördersatzHeizungstausch-Bonusmax. Fördersatz
Brennstoffzellen-Heizung25 %10 %35 %

Wann wird der Brennstoffzellen-Heizungs-Zuschuss ausgezahlt?

Der Zuschuss wird nach Inbetriebnahme der Heizung ausgezahlt. Davor müssen Sie aber alle diese fünf Schritte hinter sich bringen: 

  • Schritt 1: Einholung Angebote/Beauftragung Energie-Effizienz-Experte (EEE)
  • Schritt 2: Antrag stellen
  • Schritt 3: Auftragsvergabe/Vertragsabschluss
  • Schritt 4: Einreichung Verwendungsnachweis/Beauftragung Energie-Effizienz-Experte (EEE)
  • Schritt 5: Prüfung und Auszahlung

Ist die Förderung für Brennstoffzellen-Heizungen kombinierbar?

Brennstoffzellenheizungen werden als Teil der Bundesförderung effiziente Gebäude Einzelmaßnahmen, kurz BEG EM, gefördert. Eine Kombination der BEG EM mit der Bundesförderung effiziente Gebäude Wohngebäude, kurz BEG WG, ist möglich. Wichtig: Sie dürfen die Kosten einer über die BEG EM geförderten Maßnahme (z. B. Heizungsaustausch) nicht erneut im Rahmen der BEG WG als förderfähig Kosten geltend machen.

Die Kombination mit Fördermitteln von Ländern, Kommunen oder Energieversorgern ist ebenfalls möglich. Welche Förderung für Brennstoffzellen-Heizungen in Ihrer Region infrage kommt, zeigt der FördermittelCheck.

Welche Bedingungen gelten für die Brennstoffzellen-Heizungen-Förderung?

Den richtigen Handwerker finden(c) co2online/Alois Müller

Eine Bedingung ist die Beratung durch eine/n qualifizierte/n Energieeffizienz-Expert*in. Der Einsatz eines/einer solchen Energieberater*in ist schon deshalb sinnvoll, weil Laien kaum den eigenen Energiebedarf und das dafür passende Gerät ermitteln können. Der/die Sachverständige hilft dabei, genau diejenige Anlage zu finden, die für den individuellen Bedarf am wirtschaftlichsten ist.

Eine Energieexpert*innen-Liste des Bundes ist unter www.energie-effizienz-experten.de in der Kategorie „Energieeffizient Bauen und Sanieren – Wohngebäude“ abrufbar. Der/die Energieeffizienz-Expert*in stellt vor Beginn des Vorhabens den Förderantrag und prüft am Ende, ob die Ausführung der Anlage mit der ursprünglichen Planung übereinstimmt.

Eine weitere Bedingung betrifft den Brennstoff: Anlagen, die mit reinem Erdgas betrieben werden, fallen durch. Nur Anlagen mit grünem Wasserstoff oder Biomethan werden gefördert.  

Weitere Anforderungen des Förderprogramms sind beispielsweise ein hydraulischer Abgleich und der Abschluss eines Vollwartungsvertrags mit einer Mindestlaufzeit von zehn Jahren. Auch die Kosten dafür sind beim Berechnen der Investitionskosten und der Wirtschaftlichkeit zu berücksichtigen.

Gibt es weitere Brennstoffzellen-Förderung des Bundes?

Für die Energieberatung rund um die Brennstoffzellen-Heizung bietet das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) eine zusätzliche Förderung des Bundes an. Dabei werden bis zu 80 Prozent der Kosten übernommen. Auch bei den Verbraucherzentralen gibt es eine geförderte Energieberatung. Möglich ist zudem das Absetzen von Kosten für energetische Sanierung bei der Steuer. Außerdem bietet die KfW passende Kredite für Brennstoffzellen-Heizungen.

Bis 1. Februar 2021 konnte der KfW-Zuschuss mit Zuschlägen aus dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) kombiniert werden: entweder als Pauschale oder je nach eingespeister (4 Cent je Kilowattstunde, kurz kWh) oder eigengenutzer Strommenge (rund 12 Cent je kWh). Dafür fällt der KfW-Zuschuss nun noch höher aus – und er wird schneller ausgezahlt, da keine beihilferechtliche Überprüfung mehr nötig ist.

Bis Ende 2020 konnte für eine Brennstoffzellen-Heizung auch die Förderung für Mini-KWK-Anlagen durch das BAFA in Anspruch genommen werden. Im Falle einer elektrischen Leistung bis zu einem Kilowatt gab es einmalig 1.900 Euro. Besonders energieeffiziente Anlagen konnten zusätzlich eine Bonusförderung erhalten: einen Wärmeeffizienzbonus (maximal 475 Euro) oder einen Stromeffizienzbonus (maximal 1.140 Euro).

Beide Brennstoffzellen-Förderungen bringen wesentlich weniger ein als der KfW-Zuschuss. Deswegen spielen sie für die meisten Brennstoffzellen-Heizungen keine Rolle mehr.

Energiesteuer für Brennstoffzellen-Heizung erstatten lassen

Für in Brennstoffzellen-Heizungen genutztes Erdgas wird keine Energiesteuer fällig. Die Erstattung dieser Steuer läuft über die regionalen Hauptzollämter. Pro Kilowattstunde Erdgas/Biogas gibt es 0,55 Cent. Der Hersteller Senertec kommt in einer Beispielrechnung auf rund 36 Euro Erstattung pro Jahr oder 360 Euro für 10 Jahre. Je nach Hersteller ist der Aufwand für die jährliche Meldung unterschiedlich groß. Denn zum Teil muss ein zusätzlicher Gaszähler installiert werden, was zusätzliche Kosten verursacht.

Welche Fördermittel bieten Länder, Kommunen oder Energieversorger?

Viele Bundesländer bieten ebenfalls spezielle Förderungen für Brennstoffzellen-Heizungen an:

  • Baden-Württemberg
  • Bayern
  • Berlin
  • Bremen
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Niedersachsen
  • Nordrhein-Westfalen
  • Rheinland-Pfalz
  • Saarland
  • Sachsen
  • Schleswig-Holstein

Auch bei mehreren Kommunen, Stadtwerken und anderen Energieversorger*innen gibt es für Kund*innen Förderprogramme für Brennstoffzellen-Heizungen, die häufig miteinander kombinierbar sind.

Mit den Fördermitteln können Hauseigentümer*innen nicht nur ihre Investitionskosten für eine Brennstoffzellen-Heizung deutlich senken. Auch die Wirtschaftlichkeit hängt stark von der Förderung ab. Deshalb sollten alle Fördermöglichkeiten auf lokaler, regionaler und auf Bundesebene ausgelotet werden. Dabei ist ein/e Energieberater*in ebenfalls behilflich.

Eine Übersicht über alle Förderprogramme und Zuschüsse für Brennstoffzellen-Heizungen finden Sie im FördermittelCheck und einzeln aufgelistet:

Autor: Jens Hakenes

Weitere Autor*innen: Kristina Simons & Marcus Franken

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