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„Neben Wärme auch Strom zu erzeugen und selbst zu nutzen ist doch das intelligenteste Prinzip!“

Ein Meilenstein auf dem Weg zum energieeffizienten Altbau

Als die alte Ölheizung dringend erneuert werden muss, denkt Björn Kybranz aus Neckarsulm sofort ans Heizen mit Brennstoffzellen. Denn das ist besonders effizient. Gemeinsam mit seiner Familie setzt er die Idee schnell in die Tat um – und ist sehr zufrieden damit.

Reihenendhaus
120 m2
Baujahr 1977
2 Erwachsene, 1 Kind
alte HeizungÖlheizung von 1994
Brennstoffzellen-Technik
Vitovalor 300-P von Viessmann, PEFC-Brennstoffzelle,

integriertes mit Gas-Brennwertgerät zur Spitzenlastabdeckung
Baujahr 2017
Kosten: 37.000 Euro zuzüglich Gasanschluss und hydraulischer Abgleich
beantragte Förderung: 9.300 Euro (KfW-Programm 433: Energieeffizient Bauen und Sanieren – Zuschuss Brennstoffzelle) und 1.800 Euro (KWK-Gesetz)

Elektrische Leistung: 750 Wel
Nenn-Wärmeleistung: 1 bis 25,2 kWth
Monitoring: noch keine Daten
(c) www.co2online.de / Daniel Schmidt/Kangu Design

Neckarsulm, Februar 2018. Rund 23 Jahre war die Ölheizung alt – und kurz davor, den Geist aufzugeben. Naja, zumindest hätte der Heizkessel erneuert werden müssen, erinnert sich Björn Kybranz. Für seine dreiköpfige Familie nicht nur ein guter Zeitpunkt, um über eine neue Heizung nachzudenken – sondern auch über andere Heizmethoden. Eine Alternative zum Heizöl sollte her. Und umweltschonend sollte die neue Heizung auch sein. Die Entscheidung fiel dann ganz schnell: „Wir wollten eine Brennstoffzellen-Heizung!“ Denn dass man damit gleichzeitig Wärme und Strom erzeugen kann, überzeugte die ganze Familie.

Der Einbau der Brennstoffzellen-Heizung erfolgte im Dezember 2017. Zwar klappte das Einspeisen des Stroms wegen eines fehlenden Zweirichtungszählers erst nach ein paar Wochen – ansonsten aber verlief alles reibungslos. Großen Anteil daran hatte der erfahrene, engagierte Heizungsinstallateur, über den sich Björn Kybranz besonders freut: „Er hat mich von Anfang an gut beraten und alle Fragen geklärt. Ein Enthusiast, der von der Technologie genauso begeistert ist wie ich!“

Entsprechend ist die erste Bilanz von Björn Kybranz rundum positiv. „Jetzt haben wir im Winter nicht nur eine gute Heizung, sondern können fast den gesamten Strom selbst herstellen, den wir brauchen“. Der 50-jährige Elektrotechniker denkt nun sogar über ein Gesamtkonzept nach, um das 1977 gebaute Haus noch klimafreundlicher zu machen – mit mehr Energieeffizienz und weiteren erneuerbaren Energien. Zum Beispiel Photovoltaik.

Herr Kybranz, wie sind Sie auf die Brennstoffzelle gekommen?

Praxistester mit Brennstoffzellen-Heizung(c) www.co2online.de / Daniel Schmidt/Kangu Design

„Ich arbeite im Automotive-Bereich und kenne daher generell die Brennstoffzellen-Technologie. Ein gutes Argument für mich war zudem: Wenn jetzt die Elektromobilität kommt, dann ist es auch positiv, wenn ich meinen eigenen Strom herstellen kann. Wenn wir uns ein Elektroauto zulegen, könnte das der Puffer sein, also praktisch ein Stromspeicher. Und den Strom für die Fahrten zur Arbeit könnte ich dann komplett selbst produzieren.“

Brennstoffzellen-Anlage richtig planen

Praxistester Björn Kybranz(c) www.co2online.de / Daniel Schmidt/Kangu Design

Engagierter Handwerker hilft bei Planung

„Ich habe mich im Internet informiert, habe mir vom Hersteller Informationsmaterial zuschicken lassen – und die haben dann auch direkt Kontakt zu einem Heizungsinstallateur aufgebaut. Der Installateur hat sich die alte Anlage und den bisherigen Verbrauch angeschaut, ausgerechnet was wir sparen könnten und mir alle Details erklärt. Er ist sehr engagiert und wir konnten gut zusammenarbeiten. Mir war das wichtig. Außerdem ist er ein Spezialist, der sich auch selbst gerade eine Brennstoffzellen-Anlage eingebaut hat. Er hat schon viel Erfahrung. Und die Umsetzung ging dann ziemlich schnell!“

Kosten und Förderung für die Brennstoffzellen-Anlage

„Die neue Brennstoffzellen-Heizung hat rund 37.000 Euro gekostet. Da ist der Abbau des alten Kessels und der alten Öltanks dabei. Und natürlich der Einbau der neuen Anlage. Was noch dazu kommt, ist der Gasanschluss – für den haben wir 2.800 Euro bezahlt. Bei der KfW haben wir den ‚Zuschuss Brennstoffzelle 433‘ beantragt und 9.300 Euro bekommen. Zudem erhalten wir über die Stromförderung aus dem Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz eine einmalige Einspeisevergütung von 1.800 Euro.“

Kosten und Förderung für den hydraulischen Abgleich

„Einen hydraulischen Abgleich mussten wir auch machen lassen. Das hat auch unser Installateur übernommen – es kostet aber extra. Wir haben 5.600 Euro dafür bezahlt und dafür zusätzlich eine Förderung von 1.400 Euro vom BAFA erhalten. Einsparen werden wir nach bisherigen Berechnungen über 700 Euro Stromkosten pro Jahr.“

Kosten
in €
Förderung
in €
Kosten insgesamt
Brennstoffzelle 23.800,00 9.300,00 (KfW)
Gasanschluss 2.796,50
Hydraulischer Abgleich5.635,75 1.381,73 (BAFA)
Arbeitsstunden (inkl. Abbau Altanlage, Entsorgung Heizöltank etc.) 13.090,00
Einmalige Einspeisevergütung 1.800,00
45.322,25 12.481,73 32.840,52

Fördermittelanträge: kompliziert, aber machbar

„Die Fördermittel zu beantragen war komplizierter, als wir dachten. Man muss sich mit Postident bei der Post oder mit dem Onlinedienst IDnow über eine Smartphone- oder Rechner-Kamera identifizieren. Dann musste ein Spezialist die Effizienz unserer Anlage bewerten und bescheinigen, dass sie umweltschonend ist. Ein Energieberater hat dann beim Ausfüllen der Formulare einen Fehler gemacht, den wir erstmal finden mussten. Das alles war schon nervenaufreibend, aber jetzt sind die Anträge gestellt und wir denken, dass wir die Förderung bekommen.“

Brennstoffzelle rechnet sich dank Fördermitteln

„Mit der Förderung wird sich die neue Anlage innerhalb von 10 Jahren rechnen . Ich denke, dass wir außerdem den CO2-Ausstoß durch den Heizungswechsel um die Hälfte gesenkt haben. Wenn wir da ein bisschen draufzahlen, soll es mir das recht sein.“

Weitere Informationen

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Brennstoffzellen-Heizung: Installation

Prüfung der Elektrik(c) www.co2online.de / Daniel Schmidt/Kangu Design

Vorbereitung: Gasanschluss legen lassen

„Wir mussten einen Gasanschluss von der Straße aus legen lassen. Im Juli haben wir bei den Stadtwerken angefragt, Ende Oktober war der Anschluss dann gelegt. Die Kosten waren eher gering, weil es in der Straße ja schon eine Leitung gab. In den meisten Gemeinden gibt es einen Pauschalpreis, bei uns waren es rund 2.800 Euro .“

Einbau im Dezember kein Problem

„Im Dezember haben wir dann die Brennstoffzellen-Anlage einbauen lassen. Da waren am ersten Tag vier Handwerker im Haus, am zweiten Tag drei und dann haben wir sie schon in Betrieb genommen. Alles lief planmäßig und wir hatten nur einen Tag mal keine Heizung. Das Gerät passt genau in den Keller. Früher hatte der Hersteller mal eine etwas höhere Anlage, die nicht in normale Keller passte. Aber das haben sie bei der ‚Neuauflage‘ gelöst.“

Inbetriebnahme: Zählertausch nicht vergessen

„Aber dann gab’s ein Problem, das keiner vorausgesehen hatte: Wir hatten zwar schon einen intelligenten Stromzähler von unserem Stromversorger. Für die neue Anlage brauchten wir aber einen Zweirichtungszähler – daran hatte ich nicht gedacht. Wir konnten also zunächst keinen Strom ins Netz einspeisen. Und der Zählertausch hat sich erstmal hingezogen, weil Messstellenbetreiber und Netzbetreiber unterschiedliche Gesellschaften sind. Wir mussten Fristen für die Vertragsänderung einhalten, obwohl wir ja eigentlich beim gleichen Anbieter geblieben sind. Den Termin für den Zähleraustausch haben wir erst nach einem Monat bekommen, obwohl das eine Sache von einer viertel Stunde war.“

Brennstoffzellen-Heizung: Auch der erste Eindruck ist gut

„Insgesamt sind wir sehr zufrieden. Die Anlage summt nur ein bisschen, da ist selbst der Gaszähler lauter, wenn er Gas zieht. Die Heizungsanschlüsse waren bei uns eh im Keller, da macht es sowieso nichts. Aber selbst im Wohnraum könnte man eine solche Anlage installieren – und es wäre in Ordnung.“

Brennstoffzellen: Nutzung und Alltagsfragen

Stromerzeugung und Stromverbrauch(c) www.co2online.de / Daniel Schmidt/Kangu Design

Tipp: Stromfresser nicht parallel laufen lassen

„Im Moment, also im Winter, produzieren wir den gesamten Strom, den wir verbrauchen selbst. Nur wenn ein echter Stromfresser wie die Waschmaschine läuft, reicht die Eigenproduktion nicht aus. Wir achten deshalb drauf, zum Beispiel die Spülmaschine und die Waschmaschine nicht gleichzeitig laufen zu lassen, sondern zeitversetzt.“

Energiemanager: Heizanlage lernt Verbrauchsmuster

„Wir haben eine elektrische Fußbodenheizung mit Zeitschaltuhr. Besonders viel Energie verbraucht sie, wenn sie sich morgens anschaltet. Am Anfang hat sich die Brennstoffzelle zwischen 6 und 8 Uhr morgens regeneriert – und genau in dieser Zeit keinen Strom geliefert. Deshalb habe ich jetzt in Absprache mit unserem Installateur den Energiemanager der Brennstoffzellen-Anlage eingeschaltet. Jetzt lernt die Heizanlage automatisch unser Verbrauchsmuster und regeneriert sich dann hoffentlich bald zu einer anderen Zeit.“

Energieverbrauch online beobachten

„Man kann online sehen, wie das Energiemanagement funktioniert. Das hilft, verschiedene Stromfresser über den Tag zu verteilen. Ich verstehe zwar die technische Funktionsweise nicht genau, aber was die Bedienung und Instandhaltung angeht, fühle ich mich zu 100 Prozent aufgeklärt. Da haben mir die Spezialisten fast schon zu viele Details gegeben.“

Tipps für andere Hausbesitzer

„Man braucht den richtigen Handwerker. Den sollte man sich gut aussuchen, weil es wichtig ist, dass man gut zusammenarbeiten kann. Die Anlage wird auch einmal im Jahr gewartet, man bindet sich also langfristig. Wir haben uns auf die Empfehlung des Herstellers verlassen und waren mehr als zufrieden. Der empfohlene Heizungsbetrieb hat Knowhow und Erfahrung.“

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