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„Die Brennstoffzellen-Heizung macht mich beim Strom fast unabhängig. Das war immer mein Ziel.“

Mit Brennstoffzellen in der „energetischen Champions League“

Werner Berner, seine Frau Edith, die beiden Töchter Märit und Merle sowie Edith Berners Mutter leben in einem bald 100 Jahre alten Zweifamilienhaus in Esslingen. Die neue Brennstoffzellen-Technik und die schon länger installierte Photovoltaikanlage machen das alte Schmuckstück zum energetischen Champion.

Zweifamilienhaus
218 m2
Baujahr 1923
3 Erwachsene, 2 Kinder
alte HeizungMini-BHKW von 2005
Energieträger: Gas
Brennstoffzellen-Technik
BlueGEN von SOLIDpower, SOFC-Brennstoffzelle

Baujahr 2017
Kosten: 30.000 Euro zuzüglich Einbau

Förderung: beantragt

Monitoring (13.7.2017 bis 31.12.2017)

erzeugter Strom: 6.624 kWh
Einspeisung ins öffentliche Netz: 4.000 kWh
erzeugte Wärme: 2.650 kWh

Weitere Heizung: Gas-Brennwertgerät
ecoTEC plus von Vaillant
Leistung: 25 Kilowatt, modulierend
(c) www.co2online.de / Daniel Schmidt/Kangu Design

Esslingen, November 2017. Spricht man mit Werner Berner über seine Brennstoffzellen-Anlage, kommt er gleich ins Schwärmen. „Wir leben zwar in einem alten Gebäude von 1923, aber die neue Heizung bringt uns in die energetische Champions League“, sagt er freudestrahlend. „Und mit ihr erfüllen wir uns unseren Wunsch, in Sachen Strom möglichst autark zu sein.“ Nur noch zwei Kilowattstunden Ökostrom kauft die vierköpfige Familie pro Tag hinzu, den Rest erzeugt sie selbst. Seit Juli 2017 ersetzt die neue Brennstoffzellen-Technik das Mini-Blockheizkraftwerk, dessen Motor nach zwölf Jahren den Geist aufgegeben hat. „Das war in Betrieb und Pflege aufwändiger und wir brauchten pro Tag zusätzlich nicht zwei, sondern sieben Kilowattstunden Strom.“

Den Wunsch, sich selbst mit Energie zu versorgen, haben die Berners schon lange. „Im Jahr 2000 haben wir uns eine Photovoltaikanlage angeschafft. Die brachte aber zunächst nicht die Erträge, die uns vorgerechnet worden waren. Das hat mich ziemlich frustriert“, erinnert sich der heute 54-jährige. Damals nahm er Kontakt zu einem regionalen Handwerker aus dem nahen Schorndorf auf, der sich unter anderem auf die Installation von Photovoltaikanlagen, BHKW und Wärmepumpen spezialisiert hat. Mit seiner Hilfe ließ sich die Leistung der Photovoltaikanlage verbessern.

Nach dem Motto „Schaden macht klug“ fing Werner Berner damals auch an, sich intensiv in die Themen erneuerbare Energien und Energiesparen einzuarbeiten. Er besuchte Stromseminare seines Ökostromanbieters und BHKW-Vertriebsschulungen. „Irgendwann habe ich selbst Vorträge gehalten und privat Menschen beraten, wie sie Ökostrom produzieren und Energie sparen können.“ Seitdem arbeitet Werner Berner nicht nur als Qualitätsmanager in einem Automobilkonzern, sondern auch als Energieberater. „Meine Familie unterstützt mich dabei und mir wird immer wieder bewusst, wie wichtig das Thema für die Zukunft unserer Kinder ist.“

Herr Berner, wie sind Sie auf die Brennstoffzelle gekommen?

(c) www.co2online.de / Daniel Schmidt/Kangu Design

„Eine Handwerksfirma hat uns darauf gebracht. Ich selbst hätte mich wahrscheinlich wieder für ein Mini-BHKW entschieden, nachdem der Motor unseres alten BHKW hinüber war. Aber als meine Frau von Brennstoffzellen-Heizungen hörte, war sie gleich dafür. ‚Wenn wir schon eine neue Heizung brauchen, dann was Innovatives‘, hat sie gesagt.

Strom selbst zu produzieren, ist für uns schon lange ein Thema. Unsere Photovoltaikanlage haben wir bereits seit dem Jahr 2000. Und wenn wir schon Gas nutzen, um Wärme und Strom zu erzeugen, dann wenigstens so effizient wie möglich. Jetzt brauchen wir nur zwei Kilowatt Strom pro Tag dazuzukaufen und das ist Ökostrom. Wenn man wie wir den Wunsch hat, sich möglichst unabhängig und effizient mit Energie zu versorgen, kommt man um die Brennstoffzellen-Technik nicht herum. Dank ihr spielt unser altes Haus in der energetischen Champions League.“

Brennstoffzellen-Anlage richtig planen

(c) www.co2online.de / Daniel Schmidt/Kangu Design

Wichtig: Vertrauensvolle Beratung

„Ich habe mich über die Brennstoffzellen-Heizung bei meinem Handwerker informiert – von ihm kam ja auch die Idee dazu. Er hat mir zu einer Anlage von einem Hersteller geraten, den er gut kennt und dem er vertraut. Und weil ich meinem Handwerker vertraue, habe ich mich letztlich für diese Anlage entschieden.“

Finanzierung über die Hausbank

„Die Anlage hat 25.000 Euro plus Mehrwertsteuer gekostet. Die Kosten für die Installation kamen noch hinzu. Ich wusste damals nichts vom Förderprogramm der KfW Förderbank und habe deshalb bei meinem Finanzdienstleister einen Kredit aufgenommen. Allerdings habe ich dann doch noch Fördermittel aus dem Mini-KWK-Impulsprogramm des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle beantragt, aber noch nicht erhalten.“

Meine Tipps

„Fördermittel bei der KfW zu beantragen, ist meines Erachtens relativ aufwändig. Andererseits: Man kann damit eine Menge sparen. Ich denke, man sollte sich einfach fachkundige Hilfe holen.“

Weitere Informationen

Holen Sie sich jetzt mehr Informationen zur Förderung oder lassen Sie sich persönlich beraten.

Brennstoffzellen-Heizung: Installation

(c) www.co2online.de / Daniel Schmidt/Kangu Design

Reibungsloser Einbau und hydraulischer Abgleich

„Anfang Juli 2017 haben wir das Brennstoffzellen-Gerät einbauen lassen. Das hat etwa eine Woche gedauert und lief völlig reibungslos ab. Es gab weder Komplikationen noch mussten wir irgendwelche Einschränkungen hinnehmen. Wir haben dann noch einen hydraulischen Abgleich durch einen zugelassenen Energieberater der BAFA und der KfW machen lassen.“

Meine Tipps

„Lassen Sie die neue Heizung im Sommer einbauen, wenn Sie ohnehin keine Heizung benötigen. Vor allem aber: Schauen Sie sich vorab genau die Firma an, die die Brennstoffzellen-Heizung installiert. Sie muss Erfahrung auf dem Gebiet haben und Sie müssen sich hundertprozentig auf sie verlassen können.“

Brennstoffzellen: Nutzung und Alltagsfragen

(c) www.co2online.de / Daniel Schmidt/Kangu Design

Keine Umstellung bei Komfort und Nutzerverhalten

„Am Wohnkomfort hat sich eigentlich nichts verändert. Auch unser Nutzerverhalten mussten wir nicht umstellen. Wir hatten ja vorher schon ein Mini-BHKW und kannten uns aus im Umgang mit einer stromproduzierenden Heizung. Unsere Spül- und Waschmaschine hatten wir ohnehin bereits an den Warmwasserspeicher angeschlossen, das war also auch nicht neu für uns. Das spart übrigens einiges an Energie und ist für uns besonders praktisch: Eine unserer Töchter spielt nämlich Fußball und da fallen regelmäßig ziemlich schmutzige Sportklamotten an.“

Regelung und Steuerung der Brennstoffzellen-Anlage

„Der Hersteller hat die Regelung vorgenommen und macht das auch künftig, wenn es nötig ist. Ich brauche mich dann nur mit dem Unternehmen kurzzuschließen. Übers Internet kann ich mich mit der Seite des Herstellers verbinden und dann alle Daten zu meiner Heizung sehen. Selbst regeln kann ich zwar nichts – das brauche ich aber auch nicht.“

Wartung und Reparaturen

„Ich habe einen Wartungsvertrag mit dem Hersteller. Den muss man auch haben, wenn man Fördergelder über das BAFA beantragt. Gewartet werden musste die Brennstoffzellen-Anlage bisher nicht. Da war unser Mini-BHKW sehr viel aufwändiger. Im Servicefall wendet sich der Hersteller an mich, nicht ich an ihn. Das ist sehr komfortabel. Der sieht gleich, wenn irgendwo ein Fehler ist und kann ihn in der Regel aus der Ferne beheben. Der Hersteller überwacht auch automatisch, wann zum Beispiel die Stacks ausgetauscht werden müssen.“

Stromverbrauch im Blick

„Wir haben einen internen Wärmemengenzähler für die Brennstoffzellen-Anlage und einen Gaszähler für den Spitzenlastkessel. Zum Wärmeverbrauch kann ich allerdings noch nichts sagen. Beim Strom sparen wir ganz klar gegenüber dem Mini-BHKW: Bei dem musste ich pro Tag sieben Kilowattstunden Strom dazukaufen, jetzt sind es nur noch zwei Kilowattstunden.“

Investition mit Gelassenheitsfaktor

„Die Brennstoffzellen-Heizung war eine super Investition. Steigende Strompreise sind für mich kein Thema mehr. Wenn die Diskussion wieder mal hochkocht, lehne ich mich entspannt zurück.“

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