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Energiewende: Definition & Ziele – die Übersicht

Die Energiewende ist in aller Munde. Doch was bedeutet sie eigentlich? Was sind die Ziele der Energiewende in Deutschland und vor welche Herausforderungen stellt sie uns?

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(c) montebelli/Fotolia.com

Der Begriff Energiewende bezeichnet den Umstieg der Energieversorgung von fossilen und Kernbrennstoffen auf erneuerbare Energien. Das Ziel der Energiewende in Deutschland ist es, bis zum Jahr 2050 seine Energie hauptsächlich aus regenerativen Quellen wie Wind- und Wasserkraft, Sonnenenergie, Geothermie oder nachwachsenden Rohstoffen zu beziehen. Zweites Standbein der Energiewende ist die Verringerung des Energieverbrauchs durch eine sparsame und effiziente Nutzung der Energie.

Schon im Herbst 2010 hatte sich die Bundesregierung darauf geeinigt, die Treibhausgasemissionen bis 2050 drastisch zu reduzieren – also sich nach und nach von Kohle, Öl und Gas zu verabschieden. Nach der atomaren Katastrophe im japanischen Kernkraftwerk Fukushima war klar: Die Mehrheit der Bürger lehnt diese Risikotechnologie ab und der vollständige Ausstieg aus der Kernenergienutzung bis 2022 wurde festgelegt. Die Energiewende war beschlossen. Im Energiekonzept vom September 2010 und den Beschlüssen zur Beschleunigung der Energiewende vom Sommer 2011 sind Definition und Ziele der Energiewende festgelegt. Sie bestehen vor allem aus Maßnahmen zum Ausbau der Erneuerbaren Energien, der Stromnetze und zur Energieeffizienz.

Die Energiewende in Deutschland – Ziele

  • Ausstieg aus der Kernenergie bis Ende 2022
  • Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch bis 2020 auf 18 Prozent, bis 2030 auf 30 Prozent, bis 2040 auf 45 Prozent und bis 2050 auf 60 Prozent.
  • Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch auf 35 Prozent bis 2020, auf 50 Prozent bis 2030, auf 65 Prozent bis 2040 und auf 80 Prozent bis 2050. Wichtigste Grundlage dafür ist die seit Januar 2012 geltende Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG).
  • Reduktion der Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40 Prozent, bis 2030 um 55 Prozent, bis 2040 um 70 Prozent und bis 2050 um 80 bis 95 Prozent (gegenüber dem Basisjahr 1990).
  • Reduktion des Primärenergieverbrauchs bis 2020 um 20 Prozent und bis 2050 um 50 Prozent.
  • Steigerung der Energieproduktivität auf 2,1 Prozent pro Jahr in Bezug auf den Endenergieverbrauch.
  • Reduktion des Stromverbrauchs bis 2020 um 10 Prozent und bis 2050 um 25 Prozent (gegenüber 2008).
  • Reduktion des Wärmebedarfs in Gebäuden bis 2020 um 20 Prozent und Reduktion des Primärenergiebedarfs um 80 Prozent bis 2050. Die Sanierungsrate für Gebäude soll von ein auf zwei Prozent verdoppelt werden.

Die Definition der Energiewende

Stromnetz(c) Raphael Siebert – fotolia

Um den Anteil der Erneuerbaren zu erhöhen, müssen Stromnetze stark ausgebaut werden.

Nun haben wir eine Definiton der Energiewende, doch wie sieht sie konkret in der Praxis aus? Damit sich Deutschland zunehmend mit erneuerbaren Energien versorgen kann, muss das gesamte Energiesystem umgestaltet werden. Neue Kraftwerke müssen gebaut, sinnvoll miteinander verbunden und auf den jeweiligen Energiebedarf angepasst werden. Neue Stromnetze und Speichertechnologien müssen entwickelt und eingesetzt werden.

Stromnetzausbau
Der Ausbau der erneuerbaren Energien geht mit dem Stromnetzausbau Hand in Hand. In Zukunft muss Strom in Deutschland verlustarm über weite Strecken transportiert werden, wie z. B. von den Windparks im Norden in die Verbrauchszentren im Süden und Westen. Dazu wird deutschlandweit ein so genanntes Overlay-Netz errichtet, also Stromautobahnen, die letztendlich auch europäisch vernetzt werden.

Energiespeicher
Um die Schwankungen von Wind und Sonne ausgleichen zu können, muss das Stromversorgungssystem auch flexibel reagieren können: Wird zu einem bestimmten Zeitpunkt mehr Energie erzeugt als verbraucht, muss sie für die Zeit, in der kein Wind weht und keine Sonne scheint, gespeichert werden.

Intelligente Netze
Mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien einher geht auch ein Wechsel von zentralen hin zu dezentralen Stromerzeugungsnetzen mit kleineren Photovoltaik- oder Biogasanlagen. Die Folge ist eine viel komplexere Versorgungsstruktur. Ausgleichen sollen das vermehrt intelligente Netze, so genannte Smart Grids, die Stromerzeuger, Speicher, Verbraucher und das Stromnetz mit modernsten Techniken steuern und miteinander verbinden.

Vor welchen Herausforderungen wir damit stehen und welche Vorteile und Nachteile die Energiewende mit sich bringt, verraten Ihnen unsere Experten im Detail.

Die Energiewende – Energiesparen in allen Lebensbereichen

Die Energiewende findet aber auch in vielen anderen Bereichen statt: Im Verkehrsbereich wird die Elektromobilität weiterentwickelt, Altbauten müssen energetisch saniert und Neubauten energieeffizient errichtet werden. Auch die Erforschung neuer Energietechnologien und die Integration der verschiedenen Bausteine in die europäische Energiepolitik gehören dazu.

In allen Bereichen gilt eine Maxime: Je weniger Energie benötigt wird, desto weniger muss erzeugt werden. Mit unserem 10-Punkte-Programm können Sie Ihre persönliche Energiewende jetzt selber machen.

Warum ist Deutschland so engagiert beim Klimaschutz?

Der Klimawandel wirkt sich auch auf unser Land aus. Zum Beispiel können häufigere Hitzewellen, heftigere Stürme und Starkregen erhebliche Schäden verursachen. Diese sind nicht nur für die Betroffenen dramatisch, sondern belasten auch unsere Volkswirtschaft. Zudem profitierten wir vom Klimaschutz: Der weltweite Erfolg unserer grünen Technologien ist nur ein Beispiel dafür. Aktuelle Studien belegen, dass Klimaschutz in Deutschland unterm Strich mehr Arbeitsplätze und Umsatz schafft, als er vernichtet.

Klimaschutz heißt übrigens nicht zwangsläufig nur Verzicht. Mindestens genauso wichtig ist es, die Energieeffizienz kontinuierlich zu verbessern und konsequent auf erneuerbare Energien umzusteigen. Nur so stellen wir eine zuverlässige, wirtschaftliche und umweltschonende Energieversorgung sicher. Denn fossile Energieträger wie Kohle und Erdöl werden immer knapper und teurer. Darum müssen wir uns rechtzeitig von ihnen unabhängig machen.

Klimaschutz ist aber auch eine Frage der globalen Gerechtigkeit und Sicherheit. In vielen armen Ländern führt der Klimawandel zu Dürren, Ernteausfällen, Wassermangel und Unwetterkatastrophen. Die Folge: Hungerkrisen, verschärfte Konflikte um Wasser und Land und immer mehr Flüchtlinge. Als einer der Hauptverursacher des Klimawandels kann sich Deutschland seiner Verantwortung nicht entziehen. Nicht zuletzt auch deshalb, weil regionale Krisen zunehmend auch die globale Sicherheit gefährden. Weitere Informationen über die internationale Klimapolitik, Klimaschutztechnologien und mehr finden Sie auf unseren Klimaschutz-Seiten.

Autorin: Karin Adolph

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