Fassadendämmung

Die größte Wärmemenge entweicht beim Altbau vor allem über das Dach, über die Fenster und über die Außenwände. Mit einer Fassadendämmung kann unter entsprechenden Bedingungen bis zu einem Fünftel der Energie eingespart werden.

Fassade von Bestandsbauten(c) iStock/elxeneize

Bis zu 25 Prozent Energie gehen bei Altbauten über die Außenwände verloren. Das technische Energieeinsparpotenzial einer Fassadendämmung liegt bei 10 bis 20 Prozent.

Ein günstiger Zeitpunkt für eine Dämmung der Außenwände ist, wenn ohnehin Fassadenarbeiten anstehen, wie z. B. Putzausbesserungen, der Einbau neuer Fenster oder ein Neuanstrich. Denn viele Kosten, wie z. B. die für ein Gerüst, fallen durch nötige Instandsetzungsmaßnahmen in jedem Fall an. Dadurch reduzieren sich die Kosten für die reine Energiesparmaßnahme. Außerdem gibt es zahlreiche Förderprogramme speziell für die Fassadendämmung.
Bei einem Wärmedämmverbundsystem (WDVS) muss man zum Beispiel mit 90 bis 120 Euro Gesamtkosten pro Quadratmeter Bauteilfläche rechnen. Die reinen Kosten für die Fassadendämmung belaufen sich jedoch nur auf 30 bis 48 Euro pro Quadratmeter.

Energiesparkonto macht Erfolg der Fassadendämmung sichtbar

Ob eine Dämmung der Fassade bei Ihrem Gebäude wirtschaftlich ist, finden Sie mit dem ModernisierungsCheck heraus. Entscheiden Sie sich für eine Fassadendämmung, sollten Sie sich bereits vor der Durchführung ein Energiesparkonto anlegen. Das kostenlose Online-Haushaltsbuch macht die individuellen Einsparerfolge Ihrer Dämmmaßnahme sichtbar.
Mit Ausnahme von denkmalgeschützten Gebäuden ist die Fassadendämmung der Innendämmung immer vorzuziehen. Denn die Gefahr von Wärmebrücken reduziert sich dabei auf ein Minimum.
Dabei sollte immer die gesamte Fassade gedämmt werden. Häufig wird nur ein Bauteil, beispielsweise die Nordwand, gedämmt. So wird nicht das volle energetische Potenzial der Fassadendämmung ausgeschöpft und die Gefahr von Wärmebrücken steigt.

Infografik zum durchschnittlichen Einsparpotenzial für Dachdämmung, Kellerdeckendämmung, Fassadendämmung und Erneuerung der Fenster im Einfamilienhaus.(c) www.co2online.de

Infografik zum durchschnittlichen Einsparpotenzial für Dachdämmung, Kellerdeckendämmung, Fassadendämmung und Erneuerung der Fenster im Einfamilienhaus.

Welche Systeme gibt es für die Wärmedämmung der Fassade?

Für die Dämmung der Fassade gibt es verschiedene Systeme. Die drei gängigsten sind das WDVS bzw. die Thermohaut, die Kerndämmung und die hinterlüftete Vorhangfassade. Die Dämmstoffdicke sollte man sich immer berechnen lassen, da sie stark vom Zustand der Fassade abhängt.

Die folgende Infografik zeigt, welche Dämmstoffe sich für welche Dämmmaßnahmen besonders eignen.

Fassadendämmung mit WDVS – bei Putz- und Ziegelfassaden

Die Mehrheit der Bestandsgebäude kann mit einem WDVS versehen werden. Besonders geeignet ist es für einschalige, verputzte Wände. Bei Fachwerkhäusern oder bei Gründerzeit- und Jugendstilhäusern mit strukturierten Fassaden ist dieses System weniger zu empfehlen. Hier ist ggf. eine Innendämmung die geeignete Variante.
Ein WDVS besteht aus Dämmstoff (meist Mineralfaser oder Hartschaum), Armierungsgewebe und Außenputz oder Riemchenverblendung. Der Dämmstoff wird direkt auf die Wand geklebt und gedübelt. Für unregelmäßige Untergründe oder Mischbauweise gibt es Schienensysteme. Ein WDVS sollte nur ein Fachbetrieb installieren. Wir erklären Ihnen, wie Sie einen geeigneten Handwerker finden für Ihre Wärmedämmung.

Fassadendämmung mit Kerndämmung – bei Hohlschichtmauerwerk

Bei zweischaligem Mauerwerk, auch Hohlschichtmauerwerk genannt, empfiehlt sich als preiswerteste Maßnahme die nachträgliche Kerndämmung. Hier wird die Dämmung ohne Lüftungsöffnungen zwischen die zwei Mauern eingebracht. Dafür stehen verschiedene Systeme zur Verfügung, wie z. B. solche mit Einblasdämmstoffen. Der Dämmstoff wird dabei durch Löcher eingebracht, die in die Außenwand gebohrt werden. Von Vorteil ist, dass das Haus im Allgemeinen nicht eingerüstet werden muss und die Baustellenbelastung durch Lärm und Schmutz aufgrund der kurzen Montagezeit (bei einem Einfamilienhaus oft nur ein Tag) sehr gering ist.   

Fassadendämmung mit hinterlüfteter Vorhangfassade – gut geschützt

Modernisierte Fassaden eines Altbaus und eines Nachkriegsbaus(c) ArTo - Fotolia.com

Modernisierte Fassaden

Alternativ kann eine hinterlüftete Vorhangfassade angebracht werden. Dabei wird eine Unterkonstruktion aus Holz oder Alu-Profilen auf der Außenwand befestigt und der Dämmstoff (meist Zellulose oder Mineralwolle) in die Zwischenräume gefüllt. Die Außenverkleidung wird im Anschluss auf der Unterkonstruktion montiert. Um den Abtransport von Feuchtigkeit zu gewährleisten, muss ein Luftspalt zwischen Dämmung und Verkleidung zur Hinterlüftung bleiben. Die Außenwand ist bei dieser Art der Fassadendämmung gut vor Witterungseinflüssen geschützt. Außerdem gibt es eine große Auswahl an Außenverkleidungen (Holz, Schiefer, Faserzementplatten etc.). Als Folge ist jedoch die Wand bei gleicher Dämmstoffdicke etwas breiter als beim WDVS.

Dicke Wände ersetzen keine Dämmung der Fassade

Eine besonders dicke Hauswand ersetzt übrigens keine Fassadendämmung. Entscheidend für den Wärmeschutz ist vielmehr die Wärmeleitfähigkeit des Wandbaustoffes. Ältere Hauswände bestehen meist aus schweren Wandbaustoffen, wie z. B. Vollziegelmauerwerk, die Wärme sehr gut nach außen ableiten. Ihr Wärmeschutz ist daher sehr schlecht (U-Werte um 1,4 W/(m²K). Das HMWVL gibt an, dass diese Wärmeverluste mit einer Fassadendämmung um 80 Prozent reduziert werden können.

Autorin: Karin Adolph

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