Wärmedämmung: Pflichten und Vorschriften

Eine gut ausgeführte und sinnvolle Dämmung spart viel Energie und Geld. Einige Maßnahmen sind in Deutschland deshalb Pflicht. Damit Sie im Vorschriftenschungel nicht den Überblick verlieren, stellen wir Ihnen hier die wichtigsten Gesetze zur Wärmedämmung vor.

Sitzendes Maennchen mit Hand am Kopf vor herumliegenden Paragraphensymbolen.(c) fotomek - Fotolia.com

Wer sein Haus dämmt, muss die Anforderungen der Energieeinsparverordnung beachten. Auch gibt es bestimmte Gesetze zur Wärmedämmung, die jeder Eigentümer einhalten muss.

Pflichten zur Dachdämmung

Bei Immobilienerwerb seit Februar 2002

Alle Wohnimmobilien, die nach dem 1. Februar 2002 erworben wurden, müssen die Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) erfüllen. Damit sind nicht nur Maßnahmen zur Wärmedämmung Pflicht, wie z. B. die Dämmung der obersten Geschossdecke (mind. U-Wert von 0,24 W/m2K), wenn der Raum darüber begehbar ist sowie die Dämmung von offen liegenden Heizungsrohrleitungen im ungeheizten Keller. Die Verpflichtung umfasst auch den Austausch von Gas- und Öl-Heizkesseln, die vor 1978 installiert wurden. Für die Umsetzung der Maßnahmen hat der neue Eigentümer bis zu zwei Jahre nach Erwerb der Immobilie Zeit.

Dachdämmung: Welche Pflicht gibt es? Mehr darüber lesen Sie im Artikel Dämmung der obersten Geschossdecke.

Pflichten zur Fassadendämmung

Bei Immobilienerwerb vor Februar 2002

Wer schon vor Februar 2002 in seinem Einfamilienhaus gewohnt hat, ist grundsätzlich nicht zur energetischen Sanierung verpflichtet. Möchte man dennoch sanieren, sind bestimmte Auflagen zu erfüllen, wenn es sich um mehr als zehn Prozent der Bauteilfläche handelt. Wer beispielsweise nur seine nördliche Wand dämmen will, muss nur für diese neu gedämmte Außenwand die EnEV-Anforderungen erfüllen. Bei einer Fassadendämmung gibt es ebenfalls eine Pflicht: Wir die Fassade saniert, müssen Dämmmaßnahmen umgesetzt werden, wenn das Gebäude vo 1984 errichtet wurde. Energieberater oder Fachleute können Sie hierzu beraten, denn bei Nichteinhaltung der Gesetze zur Wärmedämmung drohen empfindliche Bußgelder. Einen geeigneten Experten in Ihrer Umgebung finden Sie mit dem Online-Branchenbuch Rat und Tat.

Wärmedämmung – Sie müssen zwar Gesetze einhalten, aber Sie können auch Fördermittel beantragen. Mehr darüber erfahren Sie im Artikel Förderung und Zuschüsse für Wärmedämmung. Das passende Förderprogramm für Ihre Dämmung sucht Ihnen der FördermittelCheck heraus. Und der ModernisierungsCheck berät Sie bei der Suche nach den rentabelsten Dämmmaßnahmen an Ihrem Haus. 

EnEV 2014 ab Mai 2014 inkraft.

Die EnEV 2014 sieht vor allem eine Verschärfung der Vorgaben für Neubauten vor, bei denen die Dämmung der Gebäudehülle – allerdings erst ab 2016 – um 20 Prozent verbessert werden muss. Beim Gebäudebestand gilt ab Inkrafttreten im Mai insbesondere: Bei der Erneuerung des Außenputzes müssen Dämmmaßnahmen durchgeführt werden, wenn das Gebäude vor 1984 errichtet wird. Weitere Vorgaben betreffen unter anderem die Energieausweise, die nun eine Einteilung der Gebäude in Effizienzklassen vorsehen.

Weitere Informationen zur EnEV 2014 erhalten Sie in unserem Artikel "Wichtige Änderungen zur EnEV 2014"

Autorin: Karin Adolph

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