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Hitzeschutztipps für Mieter

Wie heiß darf es in einer Miet­wohnung werden? Welche Maßnahmen dürfen Mieter ohne Erlaubnis ihres Ver­mieters ergreifen? Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieter­bund gibt im Inter­view nützliche Hitze­schutz­tipps für Mieter.

Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund gibt Hitzeschutztipps für Mieter

Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund gibt Hitzeschutztipps für Mieter.

Welche Hitze­schutz-Lösungen darf ein Mieter selbst anbringen (lassen), etwa Außen­jalousien, Sonnen­schutz­folien, mobile oder fest­installierte Split-Klima­geräte?

Grund­sätzlich muss der Mieter immer dann, wenn er in die Bau­substanz des Hauses ein­greift oder optische Ver­änderungen herbei­führt, den Ver­mieter um Erlaubnis fragen. Des­halb kann er nicht ohne weiteres eine Außen­jalousie oder Roll­läden an­bringen. Auch die feste Installation von Klima­geräten ist proble­matisch.

Dagegen kann der Mieter Vor­hänge anbringen, Sonnen­schutz­folien oder Innen­jalousien, so lange der Fenster­rahmen nicht beschädigt wird.

Anmerkung der Redaktion: Auch ein elektrischer Ventilator hilft Mietern dabei, sich zu Hause zu erfrischen. Egal ob fest installierter Deckenventilator oder Standgerät: Die Zustimmung der Vermieters brauchen Sie hierfür nicht. Zusätzlicher Bonus: Im Vergleich zur Klimaanlage verbraucht ein Ventilator viel weniger Strom – und schont so das Klima.

Mietminderung bei unzu­reichendem Hitze­schutz in der Wohnung

Gibt es Fälle, in denen ein Mieter die Miete wegen sommer­licher Hitze mindern darf?

Ja. Allerdings ist nicht jeder Temperatur­anstieg im Sommer, zum Beispiel bei extrem heißen Temperaturen, ein Mangel. Auf der anderen Seite hat beispiels­weise das Amts­gericht Hamburg (46 C 108/04) ent­schieden, dass bei einer hoch­preisigen, qualitativ gut aus­gestatteten Neu­bau­wohnung eine Miet­minderung von 20 Prozent möglich ist, wenn die Temperaturen in der Wohnung aufgrund eines unzu­reichenden Hitze­schutzes nicht unter 30 Grad fallen. Der Verfassungs­gerichts­hof des Landes Berlin 40/06 entschied beispiels­weise auch, dass eine frist­lose Kündigung seitens des Mieters möglich ist, wenn sich die Dach­geschoss­wohnung auf bis zu 46 Grad auf­heizt, die Wachs­kerzen in der Wohnung schmelzen, Pflanzen eingehen und der Wellen­sittich einen Hitz­schlag erleidet.

Darf der Eigen­tümer die Kosten für Hitze­schutz-Maßnahmen auf die Mieter umlegen und damit die Miete erhöhen?

Wenn die Hitze­schutz-Maßnahme eine Bau­maßnahme ist, die den Wohn­wert der Wohnung erhöht, ist das eine Moderni­sierung. Anders, als wenn es sich bei der Maß­nahme um die Beseitigung eines Mangels handelt. Auch wenn der Ver­mieter für eine bessere Isolierung oder Wärme­dämmung sorgt und somit auch gleich­zeitig hilft, Energie ein­zu­sparen, ist das eine Moderni­sierung. Bei Moderni­sierungen kann der Vermieter 8 Prozent der Bau­kosten auf die Jahres­miete auf­schlagen. Kostet die Hitze­schutz-Maßnahme beispiels­weise 2.500 Euro pro Wohnung, darf der Vermieter insgesamt 200 Euro auf die Jahres­miete auf­schlagen, also 16,67 Euro mehr im Monat.

Hitze­schutztipp für Mieter

Anmerkung der Redaktion: Welche Energie­spartipps Sie auch in einer Miet­wohnung umsetzen können, können Sie in unseren Energie­spartipps für den Sommer nach­lesen.

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