Wärmepumpe einbauen: Diese Voraussetzungen muss Ihr Haus erfüllen

Eine Wärmepumpe ist so gut wie das Haus, in dem sie eingebaut ist. Wichtige Voraussetzungen für die erfolgreiche Nutzung einer Wärmepumpe sind eine gut gedämmte Gebäudehülle und eine hohe Jahresarbeitszahl.

Luft-Wärmepumpe neben einem Neubau: In einem gut gedämmten Neubau arbeiten Wärmepumpen besonders effizient.(c) BWP

In gut gedämmten Neubauten arbeiten Wärmepumpen, hier eine Luft-Wärmepumpe, besonders effizient.

Die grundlegende Voraussetzung für den Einbau einer Wärmepumpe ist ein überdurchschnittlich gut gedämmtes Gebäude – je weniger Heizenergie Ihr Haus benötigt, desto effizienter kann die Wärmepumpe die erforderliche Heizwärme bereitstellen. Der Grund ist einfach und hängt mit der Funktionsweise von Wärmepumpen zusammen: Wie gut die eingebaute Wärmepumpe arbeitet, hängt ganz entscheidend vom Temperaturniveau ab, auf das sie das Heizwasser von der Temperatur des genutzten Umweltmediums (z. B. +8 °C) „hinaufheizen“ muss. Je kleiner der Unterschied, desto besser ist der Wirkungsgrad. Deshalb schafft ein Neubau beste Voraussetzungen, um eine Wärmepumpe einzubauen: Gut gedämmte Häuser kann man mit 20 bis 40 °C warmem Heizwasser behaglich heizen. Es ist dagegen unsinnig, in ungedämmte Altbauten ohne Fußbodenheizung Wärmepumpen einzubauen – ihre Jahresarbeitszahl wäre zu schlecht.

Eine hohe Jahresarbeitszahl – eine wichtige Voraussetzung für Wärmepumpen

Vor dem Einbau einer Wärmepumpe sollten Sie die mindestens zu erzielende Jahresarbeitszahl mit dem Handwerker schriftlich vereinbaren, der die Wärmepumpe einbaut, und eine Rückforderung für den Fall des Nichterreichens vereinbaren, um den wirtschaftlichen Verlust auszugeichen. Jahresarbeitszahlen von 4,0 und und besser gelten als gut. Um die tatsächliche Effizienz Ihrer Wärmepumpe zu erfahren, müssen Sie als Hauseigentümer selbst aktiv werden: Durch den Einbau von Strom- und Wärmemengenzählern können Sie jährlich nach Ende der Heizperiode die Jahresarbeitszahl errechnen. Die Berechnung ist sehr einfach: Sie dividieren die Heizwärmeabgabe (Wärmemengenzähler) durch den Stromeinsatz (Stromzähler Wärmepumpe). Dabei müssen Sie jedoch auch den Strom für die Heizungspumpen und die Wärme für das Warmwasser berücksichtigen: Das Warmwasser sollte unbedingt von der Wärmepumpe erwärmt werden. Ein dezentrale Warmwasserbereitung durch elektrische Druchlauferhitzer verbraucht viel mehr Strom und hebt eine CO2-Einsparung der Wärmepumpe wieder auf.

Drei Grundvoraussetzungen für den Einbau von Wärmepumpen

Handwerker dämmt zwischen den Sparren.(c) iStock/LianeM

Eine Sache fürs Fachhandwerker: Auch ein überdurchschnittlich gut gedämmter Altbau erfüllt die Voraussetzungen für den effizienten Einsatz von Wärmepumpen.

Wärmepumpen können eine umweltfreundliche Alternative zu konventionellen Heizsystemen bieten. Aber rentieren Sie sich auch für Ihre Haushaltskasse? Wann sich Wärmepumpen lohnen, welche Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten es gibt und ob eine Wärmepumpe auch zu Ihrem Zuhause passt, erklärt Albrecht Morguet von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in unserem Interview. Zusammenfassend sollten Sie Folgendes berücksichtigen, wenn Sie Wärmepumpen einbauen lassen:

  • Gute Wärmedämmung der Gebäudehülle – diese sollte im Idealfall besser sein, als die Energieeinsparverordnung (EnEV) vorschreibt. Das senkt die Temperatur des Heizwassers.
  • Geringe Temperatur des Heizwassers – gegebenenfalls muss dies durch das Wärmeverteilsystem der Heizung oder durch eine Heizkörpervergrößerung ermöglicht werden.
  • Erdreich oder Grundwasser/Oberflächenwasser als Umweltmedium nutzen – so können Sie auch bei Frost noch Temperaturen über dem Gefrierpunkt als Wärmequelle nutzen.

Erfüllt ihr Neubau die Voraussetzungen für eine Wärmepumpe?

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