Thermostate richtig einstellen und bedienen: Die häufigsten Fragen und die besten Tipps

Ein Heizungsthermostat ist mehr als nur ein Ventil zum Auf- und Zudrehen. Es ermöglicht die individuelle Regelung der gewünschten Raumtemperatur und senkt so den Energiebedarf. Dafür muss der Nutzer allerdings wissen, wie er das Thermostat richtig bedient. Unsere Tipps helfen dabei.

1. Welche Thermostate gibt es?

Heizkörperthermostate kennen wir alle: Das sind die zylinderförmigen Plastikgriffe an den Heizkörpern, an denen wir drehen, wenn uns zu kalt oder zu warm ist. Das war nicht immer so: Am Anfang gab es nur die so genannten Handventile. Eine genaue Temperatureinstellung war damit unmöglich, weshalb die Räume damals entweder zu heiß oder zu kalt waren. Mit der Entwicklung des Thermostats haben findige Ingenieure seit 1952 das Heizen revolutioniert: Durch Fühlerelemente konnte erstmals eine eingestellte Raumtemperatur gehalten werden. Die letzte Revolution in der Welt der Heizkörperthermostate sind die  programmierbaren Thermostate, die es mittlerweile auch als Funklösung gibt.

Unsere Bildstrecke nimmt Sie mit auf eine Reise von den Anfängen der Heizkörperthermostate bis ins Jetzt

Nach oben

2. Warum sparen Thermostate eigentlich Energie?

Die energiesparende Wirkung beruht vor allem darauf, dass sich die Temperatur durch die Thermostatventile in jedem einzelnen Raum individuell einstellen lässt. Im Bad hat man es schließlich gern etwas wärmer als beispielsweise im Schlafzimmer. Und so funktioniert es: Das Thermostatventil misst über einen Temperaturfühler laufend die Raumlufttemperatur und regelt danach den Heizwasserdurchfluss des Heizkörpers so, dass die gewünschte Zimmertemperatur konstant bleibt. Wenn beispielsweise die Sonne ins Zimmer scheint und den Raum aufheizt, wird diese Fremdwärme vom Thermostat registriert und der Zufluss des Heizwassers gedrosselt. So wird der Raum nur dann beheizt, wenn es notwendig ist. Das spart Energie. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist jedoch, dass das Thermostat nicht durch Gardinen oder Möbel verdeckt ist. Sonst entsteht ein Wärmestau und das Ventil wird geschlossen, bevor der Raum die gewünschte Temperatur erreicht hat. Programmierbare Thermostate können noch mehr: Sie regeln die Raumtemperatur nach der Uhrzeit. So ist das Bad morgens zum Duschen warm, kühlt aber tagsüber – wenn es nicht gebraucht wird – auf sparsame 16 Grad ab. So können im Schnitt etwa zehn Prozent Heizkosten gespart werden.

Nach oben

3. Wieso stehen auf dem Thermostatkopf keine Temperaturangaben, sondern Zahlen?

Thermostate regeln die Raumtemperatur. Deshalb ist es zunächst vielleicht verwunderlich, dass auf konventionellen Thermostatköpfen keine Temperaturangaben, sondern Zahlen von 1 bis 5 abgebildet sind. Dafür gibt es allerdings einen guten Grund: Denn welche Temperatur im Raum erreicht wird, hängt nicht allein von der Einstellung des Thermostatventils ab. In einer Heizkörpernische mit Fensterbrett kann sich beispielsweise ein Wärmestau bilden, der dem Thermostat signalisiert, dass es schließen soll, obwohl der Raum noch nicht warm ist. Die Zahlenskala auf dem Thermostatkopf ist deshalb nur als Orientierung gedacht. Üblicherweise justieren die Hersteller die Thermostate so, dass mit der Einstellung „3“ eine Raumtemperatur um die 20 Grad erreicht wird. Jede Stufe mehr entspricht etwa einer Temperaturerhöhung um 4 Grad.

Nach oben

4. Wird es schneller warm, wenn ich das Thermostat voll aufdrehe?

Weit verbreitet ist der Glaube, dass der Raum besonders schnell warm wird, wenn das Thermostat auf der höchsten Stufe steht. Viele Nutzer stellen sich ein Thermostatventil noch immer wie einen Wasserhahn vor: je stärker aufgedreht, desto schneller wird es wärmer. Die Wärmezufuhr zum Heizkörper wird aber tatsächlich über einen Temperaturfühler im Thermostatkopf gesteuert, der abhängig von der Raumtemperatur das Ventil für das Heizwasser öffnet oder schließt. So steht zum Beispiel Stufe 3 der fünfstufigen Zahlenskala am Thermostatkopf für eine gewünschte Raumtemperatur von 20 bis 21 Grad. Jede weitere Stufe bringt drei bis vier Grad mehr. Wenn Sie das Thermostatventil voll aufdrehen, heizen Sie also nicht schneller, sondern nur länger – bis die eingestellte Zimmertemperatur erreicht ist. Und zahlen dementsprechend die unnötigen Heizkosten. Wenn Sie es noch genauer wissen sollen: Unsere Infografik erklärt Ihnen wie ein Thermostatventil funktioniert.

Als Faustregel: Die Wohlfühltemperatur für das Wohnzimmer liegt bei etwa 20 Grad und somit der Thermostateinstellung 3. Für das Schlafzimmer genügen in der Regel 16 bis 18 Grad Raumtemperatur. Dies entspricht der Einstellung 2.

Nach oben

5. Ist es energiesparend, die Thermostate bei längerer Abwesenheit herunterzudrehen und so die Raumtemperatur deutlich abzusenken?

Das ist eine viel diskutierte Frage, die sich nicht pauschal beantworten lässt. Zwei Faktoren spielen dabei eine wichtige Rolle: die Beschaffenheit der Gebäudehülle und der Temperaturunterschied zwischen draußen und drinnen. Grundsätzlich entweicht mehr Wärme, je höher die Innentemperatur ist. Deswegen geht generell weniger Energie verloren, wenn die Zimmertemperatur bei längerer Abwesenheit heruntergeregelt wird. Ob sich die Absenkung in der Praxis empfiehlt oder tatsächlich auch Heizkosten spart, hängt entscheidend davon ab, wie tief die Raumtemperatur absinkt. Je niedriger die Temperatur, desto höher die Einsparung. Bei schlecht gedämmten Altbauten ist die Einsparung durch das Herunterregeln der Heizkörper daher am höchsten. Die Zimmertemperaturen sollten aber nicht zu tief sinken, weil sonst das Schimmelrisiko steigt. Außerdem sollte man bei der Temperatursteuerung genug Zeit für das Wiederaufheizen der Räume einplanen.Grundsätzlich gilt: Bei längerer Abwesenheit, etwa für einen zehnstündigen Arbeitstag oder einen Kurztrip über das Wochenende, lohnt sich das Herunterregeln der Thermostate auf etwa 16 Grad Raumtemperatur. Bei hochgedämmten Gebäuden lohnt eine Absenkung selten, weil diese nur sehr langsam auskühlen. Übrigens: Bei handelsüblichen Thermostaten entsprechen 17 bis18 Grad in etwa der Stufe 2 auf der Thermostatskala.

Nach oben

6. Meine Heizkörperthermostate sind schon einige Jahre alt. Ist das ein Problem?

antike Heizung(c) Dieter Schütz / pixelio.de

Kurz gesagt: Ja. Denn auch funktionsfähige, aber veraltete Thermostate können verantwortlich für Heizenergieverschwendung sein. Sie reagieren oft gar nicht oder nur unzulänglich auf Raumtemperaturschwankungen. co2online geht auf Grundlage eigener Erhebungen davon aus, dass von den geschätzt 150 Millionen deutschen Heizkörperthermostaten etwa die Hälfte älter als 20 Jahre ist. Das Einsparpotenzial neuer, nicht programmierbarer Heizungsthermostate liegt nach Angaben der Stiftung Warentest und des Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA), in dem die Thermostat-Hersteller organisiert sind, bei zehn Prozent. Bundesweit könnten durch einen Austausch also etwa drei bis vier Millionen Tonnen CO2 und Mehrkosten für Mieter und Hausbesitzer von einer Milliarde Euro eingespart werden.

7. Woran merke ich, dass ein Thermostat kaputt ist und ausgetauscht werden muss?

Wie die meisten technischen Geräte verschleißt auch das Thermostatventil mit der Zeit. Mit der Zeit lässt zum Beispiel die Wirkung des Temperaturfühlers nach oder der Übertragungsstift zwischen Ventil und Temperaturfühler klemmt. Folge: Die Genauigkeit der Temperaturregelung und damit auch die Energieeffizienz lassen nach. Ist die Raumtemperatur bei Stufe 3 beispielsweise deutlich wärmer als 20 Grad, haben die Thermostatköpfe ihre Lebensdauer überschritten und die Thermostate sollten ausgetauscht werden. Sollten sich Ihre Heikörper allerdings in Zimmernischen befinden und die Temperatur im Raum viel niedriger als 20 Grad sein, empfiehlt sich unter Umständen ein Thermostat mit Fernfühler.

Für den Laien ist es oft schwer zu erkennen, ob das Thermostatventil austauschwürdig oder defekt ist. Lässt sich das Heizkörperventil allerdings nur noch schwer bewegen oder bleibt die Heizung immer gleichbleibend heiß, sollte es ausgetauscht werden. Faustregel: Etwa nach 15 Jahren sollten Thermostate in jedem Fall gewechselt werden. Ob sich der Austausch Ihrer Thermostate für Sie rechnet, sagt Ihnen der ThermostatCheck. Achten Sie beim Kauf unbedingt darauf, dass die Thermostaten das Energieeffizienzlabel A führen.

Nach oben

8. Wie funktionieren programmierbare Heizungsthermostate?

Programmierbares Thermostat

Programmierbare Thermostate: Mehr Komfort, weniger Verbrauch.

Mit programmierbaren Thermostaten können Verbraucher genau eintakten, wann welcher Heizkörper hoch- oder runterregelt. So läuft dieser nicht weiter, wenn der Nutzer schläft oder im Büro ist – und Kinderzimmer werden nicht unnötig beheizt, wenn ihre Bewohner in der Schule sind. Komfort bieten die elektronischen Helfer zusätzlich: Das lästige Herunterdrehen der Heizkörper beim Verlassen des Hauses oder der Wohnung entfällt. Wer morgens gerne ins warme Bad geht, kann seine Thermostate entsprechend programmieren.

Manuell am Thermostatkopf einzustellende elektrische Thermostate sind vor allem für diejenigen ideal, die im Wochenverlauf einen relativ konstanten Tagesablauf haben. Neuere Modelle hingegen lassen sich per WLAN oder Bluetooth und per App sogar von unterwegs einstellen, was noch genauere und bedarfsgerechtere Wärmeregelungen erlaubt.

9. Welche Vorteile bieten Funkthermostate?

Bei einigen Produkten können die Temperaturfühler von Funkthermostaten frei im Zimmer angebracht werden, was eine genauere Messung ermöglicht, als wenn diese direkt am Heizkörper hängen. Viele Hersteller bieten zudem Tür/Fenster-Kontakte an: Das Gerät erkennt, wann Fenster oder Türen zum Lüften geöffnet werden und regelt automatisch die Heizung herunter, wo sonst die eindringende kalte Luft für glühende Heizkörper sorgt.

Nach oben

10. Sorgt Funk für Störfrequenzen – und trägt zum Elektrosmog in meiner Wohnung bei?

Angeblich stören die Frequenzen von Funkthermostaten das Fernsehbild. Andere fürchten Elektrosmog. Bernd Grohmann, Leiter des Bereichs Hausautomation OEM des Elektronikherstellers ELV, zerstreut die Bedenken. „Das sind urbane Legenden. Der Frequenzbereich, den Funkthermostate nutzen, ist ein ganz anderer als von anderen Elektrogeräten.“ Außerdem würden die Thermostate nur wenige Millisekunden lang senden – zu kurz für eine wahrnehmbare Störung. Und auch zu kurz und vor allem zu schwach, um nennenswerten Elektrosmog zu erzeugen. Zum Vergleich: Mobiltelefone haben nach Aussagen von ELV eine 1.000-10.0000-fach stärkere Sendeenergie als handelsübliche Sensoren von Funkthermostaten.

Nach oben

11. Wo kann ich programmierbare Thermostate kaufen – und wie teuer sind sie?

Die Auswahl an programmierbaren Thermostatköpfen ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Um einen guten Überblick zu bekommen, empfiehlt sich eine Recherche im Internet – dort finden Sie beispielsweise auf Google Shopping auch jene Produkte, die Sie im Baumarkt nicht finden, sondern nur vom Handwerker direkt angeboten bekommen. Die Produkte der Anbieter ELV,  Conrad, Oventrop, Honeywell und Danfoss reichen von einfachen programmierbaren Thermostaten bis zu Ausführungen, bei denen der Nutzer sein Heizprogramm am Rechner oder per App programmieren kann. Die günstigsten programmierbaren Thermostate gibt es schon für 20 bis 30 Euro – die komplexeren Ausführungen kosten zwischen 40 und 90 Euro. Funkthermostate erhalten Sie ab etwa 60 Euro. Achten Sie aber nicht nur auf den Preis: Vor allem die einfache und übersichtliche Handhabung sind in der täglichen Praxis wichtig – nur wenn Sie Ihr Gerät richtig programmieren, können Sie auch den Komfort und das Sparpotenzial ihrer intelligenten Heizungsregelung voll nutzen. 

Nach oben

12. Wo kann ich programmierbare Thermostate kaufen – und wie teuer sind sie?

Die Auswahl an programmierbaren Thermostatköpfen ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Um einen guten Überblick zu bekommen, empfiehlt sich eine Recherche im Internet – dort finden Sie beispielsweise auf Google Shopping auch jene Produkte, die Sie im Baumarkt nicht finden, sondern nur vom Handwerker direkt angeboten bekommen. Die Produkte der Anbieter ELV,  Conrad, Oventrop, Honeywell und Danfoss reichen von einfachen programmierbaren Thermostaten bis zu Ausführungen, bei denen der Nutzer sein Heizprogramm am Rechner oder per App programmieren kann. Die günstigsten programmierbaren Thermostate gibt es schon für 20 bis 30 Euro – die komplexeren Ausführungen kosten zwischen 40 und 90 Euro. Funkthermostate erhalten Sie ab etwa 60 Euro. Achten Sie aber nicht nur auf den Preis: Vor allem die einfache und übersichtliche Handhabung sind in der täglichen Praxis wichtig – nur wenn Sie Ihr Gerät richtig programmieren, können Sie auch den Komfort und das Sparpotenzial ihrer intelligenten Heizungsregelung voll nutzen. 

Nach oben

13. Dürfen Mieter Thermostate selbst tauschen?

Mieter müssen ihren Vermieter nicht vorher informieren, wenn sie Heizungsthermostate auf eigene Kosten tauschen und beispielsweise programmierbare Thermostate einbauen. Sie sollten allerdings die alten Thermostate aufbewahren, da diese zur Wohnung gehören und Eigentum des Vermieters sind. Haben Sie Ihre Thermostate getauscht oder wollen das bald tun? Dann nutzen Sie auch das Energiesparkonto. Mit dem kostenlosen Online-Haushaltsbuch können Sie den Tausch der Thermostate dokumentieren und ermitteln, wie viel Heizenergie Sie so sparen.

Nach oben

weiter