Förderung für Solarthermie nutzen

Mit Zuschüssen und besonders günstigen Förderkrediten rechnen sich Solarthermieanlagen schneller als ohne. Doch welche Förderung für Solarthermie gibt es? Und worauf ist zu achten? Mit den Tipps zur Antragstellung vermeiden Sie die häufigsten Fehler.

aufgeständerter Röhrenkollektor auf Nebengebäude mit Wohnhaus im Hintergrund(c) Vaillant Group

Förderung für Solarthermie gibt es vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), der Förderbank KfW, Ländern, Kommunen und privaten Versorgern. Dabei gibt es zwei Formen:

  • als Zuschuss, der nicht zurückzuzahlen ist und
  • als Kredit, der zwar zurückzuzahlen ist, aber mit besonders niedrigen Zinsen.

Zwischen 10 und 50 Prozent der Kosten für Kauf und Installation einer Solarthermieanlage lassen sich über einen Zuschuss abdecken. Wer eine Förderung für Solarthermie nutzen möchte, sollte sich schon früh über die Voraussetzungen informieren. Je nach Fördergeber können die sehr unterschiedlich ausfallen und sind oft schon bei der Planung zu berücksichtigen.

Solarthermie-Förderung 2016

Für die BAFA-Förderung von Solarthermie gelten seit dem 1. Januar 2016 neue Regeln. Über das Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE) ist ein Zusatzbonus von 20 Prozent auf die Basisförderung und den Kombinationsbonus möglich. Außerdem kann ein Investitionszuschuss von 600 Euro gewährt werden. So ist für eine durchschnittliche Solarthermieanlage ein Zuschuss von insgesamt 3.000 bis 3.600 Euro möglich, wie die Beispiele zeigen.

Bereits im April 2015 ist unter anderem die Mindestförderung für Solarthermieanlagen, die nur für Warmwasser sorgen, hinzugekommen. Außerdem gibt es seitdem verschiedene Bonusförderungen für alle Arten von Solarthermieanlagen. Alle Neuerungen aus dem Jahr 2015 und zur Solarthermie-Förderung 2016 sind im FördermittelCheck und auf den Detailseiten zu finden:

Tipps zur BAFA-Förderung für Solarthermie von BAFA-Referatsleiter Claus Hoffmann


  • Solarkollektoranlagen können nur dann gefördert werden, wenn sie bestimmte Mindeststandards erfüllen. Außerdem müssen die verwendeten Kollektoren vom BAFA als förderfähig anerkannt sein. Das BAFA hat eine Positivliste aller aktuell förderfähigen Kollektoren (PDF) im Internet veröffentlicht.
  • Antragsteller müssen die förderfähigen Mindestgrößen der Bruttokollektorflächen und des Pufferspeichervolumens beachten.
  • Wenn die technischen Voraussetzungen erfüllt sind, ist die Antragsfrist zu beachten: Ein Antrag muss innerhalb von neun Monaten nach Inbetriebnahme der Anlage beim BAFA eingegangen sein, ansonsten wird der Antrag ohne inhaltliche Prüfung abgelehnt.
  • Ein Antrag auf Förderung einer Solarkollektoranlage besteht aus dem vierseitigen Antragformular, der zweiseitigen Fachunternehmererklärung und einem Kostennachweis.
  • Der Kostennachweis ist üblicherweise die Rechnung über die Installation der Anlage. Wenn einzelne Angaben oder Unterlagen fehlen, kann ein Antrag nicht abschließend bearbeitet werden.
  • Wenn die eingereichte Rechnung keine detaillierten Angaben zum Kollektortyp oder zum Volumen des Pufferspeichers enthält, kann sie nicht anerkannt werden.
  • Die Rechnung muss auf den Antragsteller ausgestellt sein. Anträge oder Fachunternehmererklärungen, die nicht unterschrieben wurden, können ebenfalls nicht anerkannt werden. In diesen Fällen wird der Antragsteller gebeten, seinen Antrag zu vervollständigen.

Förderung für Solarthermie: von der Planung bis zur Optimierung

An eine Förderung sollten Hauseigentümer nicht erst denken, wenn die Solarthermieanlage installiert ist. Denn erstens sind dann womöglich nicht alle Voraussetzungen für eine Förderung erfüllt, weil beispielsweise die ausgewählten Solarkollektoren nicht förderfähig sind. Zweitens gibt es Förderung für Solarthermie schon bei einem der ersten Schritte: der Planung einer Solarthermieanlage. So wird zum Beispiel die Verbraucherzentrale Energieberatung vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert; Hauseigentümer tragen dort nur einen Eigenanteil von fünf Euro. Geklärt werden kann hier beispielsweise, ob das eigene Haus überhaupt für Solarthermie geeignet ist und welche Fördermittel in Frage kommen.

Für Vor-Ort-Termine mit einem Energieberater, der die konkrete Planung der Solarthermieanlage vornimmt und auch beim Stellen von Förderanträgen helfen kann, gibt es einen Zuschuss vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) in Höhe von 60 Prozent der förderfähigen Beratungskosten:

  • bei Ein- und Zweifamilienhäusern maximal 800 Euro und
  • bei Wohnhäusern mit mindestens drei Wohneinheiten maximal 1.100 Euro.

Neben den Zuschüssen für Energieberatung gibt es auch Förderkredite und Zuschüsse für die Solarthermieanlage selbst – von BAFA, KfW, Ländern, Kommunen und privaten Versorgern. Förderungen von BAFA und KfW können jedoch in der Regel nicht kombiniert werden – und ähnliche Einschränkungen gelten bei anderen Fördergebern. Auch deswegen lohnt sich ein Gespräch mit einem Energieberater. Eine erste Übersicht bieten die Fördergeldbroschüre von co2online und der FördermittelCheck:

BAFA-Förderung: Solar heizen – langfristig Kosten senken

Wer eine Solarthermieanlage für ein bestehendes Gebäude plant, sollte sich die BAFA-Solarthermie-Zuschüsse genauer ansehen. Um einen passenden Zuschuss finden zu können, sind vor allem zwei Informationen wichtig:

  • die Bruttokollektorfläche, also die Fläche der gesamten Kollektorkomponenten inklusive Halterung, Rahmen und ähnlichem (siehe Beispiel mit Faustformeln) sowie
  • die Art der Nutzung der Solarthermieanlage: für Warmwasser oder für Warmwasser und Heizung (siehe Funktionsweise).

1. BAFA Solarthermie Basisförderung – Warmwasser

  • bei Erstinstallationen bis zu 50 Euro je angefangenem m2 Bruttokollektorfläche, mindestens 500 Euro
  • Mindestkollektorfläche von 3 m2 und Wärmespeicher mit Mindestspeichervolumen von 200 Litern

2. BAFA Solarthermie Basisförderung – Warmwasser und Heizung

  • bei Erstinstallation 140 Euro je angefangenem m2 Bruttokollektorfläche, mindestens 2.000 Euro (außer Luftkollektoren)
  • Vakuumröhren- und Vakuumflachkollektoren: mindestens 7 m2 und mindestens 50 Liter je m2 Bruttokollektorfläche
  • Flachkollektoren: mindestens 9 m2 und mindestens 40 Liter je m2 Bruttokollektorfläche
  • für Erweiterung um mindestens 4 bis zu 40 m2 Bruttokollektorfläche: 50 Euro je zusätzlich installierter m2 Bruttokollektorfläche

3. BAFA Solarthermie Förderung für besonders effiziente Anlagen

Einen Kombinationsbonus von zusätzlich 500 Euro je Anlagenkombination gibt es bei

  • gleichzeitigem Austausch eines Heizkessels ohne Brennwerttechnik durch einen Öl- oder Gasbrennwertkessel (Voraussetzung: Nachweis eines hydraulischen Abgleichs),
  • gleichzeitiger Errichtung einer Biomasse-Anlage oder Einbau einer effizienten Wärmepumpe,
  • Anschluss der Solarthermieanlage an ein Wärmenetz.

Als Gebäudeeffizienzbonus wird ein Zuschuss von 50 Prozent der Basisförderung gezahlt (Voraussetzung: KfW-Effizienzhaus 55 müssen erfüllt werden).

Handelt es sich um Einzelmaßnahmen zur Optimierung der Heizungsanlage mit vorhandener Solarthermie, kann einmalig ein Investitionszuschuss von höchstens zehn Prozent der Investitionskosten und höchstens 50 Prozent der Basisförderung gewährt werden.

Zur Optimierung der Solarthermieanlage kann einmalig ein Investitionszuschuss in Höhe von 200 Euro, höchstens jedoch in Höhe der Kosten gewährt werden. Förderbeträge unter einem Betrag von 100 Euro werden nicht ausgezahlt. Voraussetzung für diesen BAFA-Solarthermie-Zuschuss ist, dass die Inbetriebnahme der geförderten Solarthermieanlage bereits über drei Jahre zurückliegt, jedoch nicht länger als sieben Jahre.

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