Hydraulischer Abgleich – Daten für Deutschland

Ein hydraulischer Abgleich gehört in Deutschland noch längst nicht zum Standard. Obwohl die Nachfrage auf Verbraucherseite stetig wächst, sind im Schnitt bislang lediglich 10 bis 15 Prozent der Heizungsanlagen optimal eingestellt. Es gibt allerdings auch regionale Unterschiede, wie unsere Statistik zum hydraulischen Abgleich zeigt.

Anteil der Gebäude mit hydraulischem Abgleich, geordnet nach Bundesländern.

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Steigende Heizkosten belasten Millionen Haushalte. Mit einer preiswerten Heizungsoptimierung, dem so genannten „hydraulischen Abgleich“, könnten die Heizkosten im Einfamilienhaus durchschnittlich um 110 Euro jährlich gesenkt werden. Dennoch fehlt diese Maßnahme bei etwa neun von zehn Heizungsanlagen. Das zeigen Daten zum hydraulischen Abgleich der gemeinnützigen co2online GmbH. Vor allem in den alten Bundesländern besteht Nachholbedarf beim hydraulischen Abgleich. Wie die Statistik des hydraulischen Abgleichs zeigt, sind dort lediglich rund zehn Prozent der Heizungsanlagen durch einen hydraulischen Abgleich optimal eingestellt. Das geht aus einer Erhebung von co2online hervor, die auf 79.300 bundesweiten Gebäudedaten basiert.

In den neuen Bundesländern sieht die Sache etwas besser aus, es besteht aber weiterhin Handlungsbedarf: Dort ist im Schnitt immerhin fast jede fünfte Heizungsanlage hydraulisch abgeglichen. Der Grund: Im Osten des Landes sind nach der Wiedervereinigung viele Heizungsanlagen erneuert wurden. Im Zuge dessen wird häufig der hydraulische Abgleich vorgenommen.

Hydraulischer Abgleich: 5,6 Millionen Tonnen CO2 weniger pro Jahr

Eine generelle Pflicht zum hydraulischen Abgleich – etwa als bedingte Nachrüstungspflicht in der Energieeinsparverordnung (EnEV) – würde nicht nur Hauseigentümern helfen, ihre Heizenergiekosten zu reduzieren. Gleichzeitig würde auch das Erreichen der nationalen Klimaschutzziele näher rücken. Bis 2020 soll der CO2-Ausstoß um 40 Prozent gegenüber 1990 reduziert werden. Um dieses selbst gesteckte Ziel zu erreichen, muss Deutschland in den kommenden Jahren seine CO2-Emissionen jährlich um 230 Millionen Tonnen reduzieren.

Würde der hydraulische Abgleich in Deutschland flächendeckend umgesetzt, ließen sich jährlich 1,6 Milliarden Euro Energiekosten einsparen und 5,6 Millionen Tonnen CO2-Emissionen vermeiden. Privathaushalte könnten so einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Lesen Sie dazu auch den Gastbeitrag des Heizungsexperten Professor Wolff. Darin fordert er unter anderem neue Regelungen, um den hydraulischen Abgleich für das Handwerk lukrativer zu machen.

Weitere Infografiken und Informationen rund um den hydraulischen Abgleich finden Sie auch auf der Website der Kampagne „Meine Heizung kann mehr”.

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