Heizungspumpen-Modelle: Der Überblick

Der Markt für Heizungspumpen ist durch die Neuregelung der Ökodesign-Richtlinie deutlich in Bewegung geraten. Ältere Standard-Pumpen sind dadurch nur noch selten beim Fachhändler zu finden, aber häufig noch in deutschen Heizkellern aktiv. Mit unseren Tipps erkennen Sie leicht, welche Pumpe bei Ihnen rotiert.

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Vielfalt an Heizungspumpen: von rot bis grün, von ungeregelt bis hocheffizient

 Viele alte Modelle arbeiten allerdings seit Jahren unbemerkt in den Heizungskellern. Experten schätzen, dass etwa 21 Millionen der Heizungspumpen in Deutschland überaltert, ineffizient und wahre Stromfresser sind. Für Hauseigentümer ist es daher wichtig zu erkennen, wie effizient die eigene Heizungspumpe arbeitet – und zu welcher Kategorie die eigene Heizungspumpe überhaupt gehört. Diese vier Typen gilt es grob zu unterscheiden:

Heizungspumpen-Modell 1: Einstufige, ungeregelte Heizungspumpe

Diese einstufige Heizungspumpe besitzt keinerlei Einstellungsmöglichkeiten. Einmal in Betrieb genommen, läuft die ungeregelte Pumpe die gesamte Zeit mit der gleichen Leistung. Entsprechend hoch ist ihr Stromverbrauch. In den meisten Kellern sollten diese Modelle allerdings nicht mehr anzutreffen sein, da sie bereits seit etwa 20 Jahren nicht mehr verbaut werden.

Heizungspumpen-Modell 2: Mehrstufige, ungeregelte Heizungspumpen

Diese Heizungspumpen verfügen in der Regel über drei Einstellungsmöglichkeiten. Bei Stufe 1 liegt die Leistungsaufnahme bei etwa 30 Watt. Bei einer jährlichen Pumpenlaufzeit von 6.000 Stunden entspricht das Stromkosten von ca. 47 Euro. Wird die Pumpe auf Stufe 3 betrieben, liegt die Leistungsaufnahme bei 80 Watt und schon bei ca. 125 Euro Stromkosten im Jahr. Oftmals lässt sich die Anlage auf einer kleineren Stufe betreiben. Allerdings sollte hier überprüft werden, ob vom Heizkessel weiter entfernte Heizkörper auch bei niedrigerer Leistungsstufe noch heizen. Viel besser ist es daher, ein in die Jahre gekommenes dreistufiges Umwälzpumpenmodell gegen eine Hocheffizienzpumpe zu tauschen.

Heizungspumpen-Modell 3: Elektronisch geregelte Heizungspumpen

Abhängig davon, ob die Heizungsthermostate aufgedreht oder geschlossen sind, arbeiten elektronisch geregelte Heizungspumpen selbständig.  Das reduziert die Stromkosten, weil die Heizungspumpe so die meiste Zeit nur im Teillastbereich arbeitet. Umwälzpumpen diesen Typs erkennen Sie daran, dass die Leistung (P1) auf der Vorderseite der Pumpe mit einer  "von bis"-Spanne angegeben ist. Zum Beispiel: 30 bis 80 Watt. Diese Pumpe ist der Vorgänger der Hocheffizienzpumpe und wurde vor allem zwischen 1998 und 2006 installiert. In Sachen Effizienz und Funktionen kann jedoch auch dieser Modelltyp nicht mit Hocheffizienzpumpen mithalten.

Heizungspumpen-Modell 4: Hocheffizienzpumpen

Hocheffizienzpumpen passen sich dem tatsächlichen Bedarf an, sind elektronisch geregelt und verfügen über einen speziellen Antrieb. Die Leistungsaufnahme beträgt nur noch zwischen sechs und 30 Watt. Damit liegen sie bei einem durchschnittlichen Jahresstromverbrauch von jeweils etwa 75 kWh bei jährlichen Stromkosten von ca. 20 Euro. Solche Wirkungsgrade werden durch hocheffiziente Permanentmagnet-Motoren erreicht, die bis ins letzte Detail optimiert sind. Dadurch können selbst kleinste Verluste durch Strömungswiederstände, Stromfluss und Reibung reduziert werden. Hinzu kommt, dass sich Hocheffizienzpumpen inzwischen durch eine intelligente  Regelung selbstständig auf einen optimalen Sollwert einstellen.

Jenseits der enormen Wirkungsgrade haben Hocheffizienzpumpen noch einen Vorteil für den Verbraucher: Die neusten Modelle haben Zusatz- und Diagnosesoftware mit an Bord und lassen sich komfortabler bedienen als jemals zuvor. Bestimmte Modelltypen besitzen beispielsweise eine Wärmemengenerfassung, die unnötige Wärmeverluste ausfindig macht und überwacht. Dies ist unter anderem sinnvoll für Abrechnungszwecke und für die Zuordnung von Kostenstellen. Zu bedienen sind die meisten Hocheffizienzpumpen inzwischen bequem über teils farbige TFT-Displays.

Autor: Sebastian Lambeck

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