Interviews: Stromsparerfolg mit Heizungspumpen-Patenschaft

Im Rahmen des Energiesparmeister-Wettbewerbs hat die Grundfos GmbH 2009 eine Heizungspumpen-Patenschaft für die Bonner Emilie-Heyermann-Schule übernommen. Vier neue Hocheffizienzpumpen wurden eingebaut. Im Interview berichten der Lehrer Dr. Michael Pacyna und der Grundfos-Pressesprecher Dirk Schmitz über ihre Erfahrungen beim Austausch und weshalb es gerade an Schulen sinnvoll ist, Heizungspumpen zu überprüfen und, wenn notwendig, auszutauschen.

Dr. Michael Pacyna, Lehrer an der Bonner Emilie-Heyermann-Schule

Fragen an Herrn Dr. Michael Pacyna, Lehrer an der Emilie-Heyermann-Schule in Bonn

Herr Dr. Pacyna, Ihre Schule setzt sich seit Jahren für Energieeffizienz ein und hat 2009 im Rahmen des Energiesparmeister-Wettbewerbs mehrere Hochleistungspumpen zur Verfügung gestellt bekommen. Wieso spielt Energiesparen für Ihre Schule eine so große Rolle?

Dr. Pacyna: Die Emilie-Heyermann-Realschule Bonn möchte durch das Projekt „Schülerinnen und Schüler für Energieeffizienz und Erneuerbare Energien“ einen konkreten Beitrag zur Agenda 21 leisten. Durch unser Klimaschutzprojekt möchten wir diese Zukunftsängste aufgreifen und so kanalisieren, dass sich die Schülerschaft aktiv, konstruktiv und zukunftsorientiert mit dieser Thematik auseinander setzt. Unsere Schülerinnen und Schüler sollen dabei Einsichten in die Notwendigkeit des Energiesparens und des umweltgerechten Umgangs mit Energie erwerben.

Wie sind Sie auf das große Einsparpotential von Heizungspumpen in Ihrer Schule aufmerksam geworden?

Dr. Pacyna: Als wir im Rahmen des bundesweiten Wettbewerbs „Energiesparmeister 2009“ als eine von zehn Siegerschulen ausgezeichnet wurden, hatten wir das Glück als Projektpaten die Grundfos GmbH, ein führendes Unternehmen im Bereich der Heizungspumpen-Technologie, zur Seite gestellt zu bekommen. Eine Bestandsaufnahme in unserer Schule im Juni 2009 ergab ein hohes Einsparpotential. Vier der insgesamt sieben Heizungspumpen waren völlig veraltet, nicht regelbar und entsprachen keineswegs dem Stand heutiger Technik. Zu unserer Freude sponserte die Grundfos GmbH im Rahmen ihrer Projektpatenschaft unserem Förderverein dankenswerter Weise vier neue Umwälzpumpen inklusive Montage im Gesamtwert von 3.400 Euro. Das Einsparpotential dieser geregelten Pumpen liegt im Vergleich zu den ausgetauschten Pumpen bei ca. 80 Prozent. Bei Zugrundelegung eines Strompreises von 19 Cent pro kWh werden die Stromkosten für die Heizungspumpen im Verlauf von 15 Jahren um fast 23.000 Euro gesenkt. Die Amortisationszeit liegt je nach Pumpentyp zwischen 2,1 und 3,4 Jahren.

Wie wurden die Schüler und Lehrer in die Heizungspumpenpatenschaft mit einbezogen und sind sie es noch?

Dr. Pacyna: Pumpenmessungen und Ergebnis-Präsentation fanden im Rahmen einer auch vom ZDF übertragenen Pressekonferenz statt, welche die Schülerinnen und Schüler der Umwelt-AG gemeinsam mit Vertretern der Firma Grundfos vorbereiteten und durchführten. Die Schulgemeinschaft wurde über den Pumpenaustausch und seine positiven Auswirkungen nicht nur durch die breit berichtenden Medien, sondern auch durch die Homepage  der Emilie-Heyermann-Realschule, durch einen Bericht im Jahresrückblick der EHS und auf Konferenzen informiert. Schüler, Eltern und Lehrer erhalten den jährlichen Energieverbrauchs-Bericht, in dem sich die Ergebnisse des Pumpenaustausches niederschlagen.

Konnte ein Jahr nach Pumpentausch schon ein Effekt auf die Stromrechnung festgestellt werden?

Dr. Pacyna: Da der Stromverbrauch der Pumpen nicht extra gemessen wird, sondern in den allgemeinen Stromverbrauch einfließt, ist diese Frage nicht exakt zu beantworten. Wir können jedenfalls feststellen, dass die Einsparung unserer Schule beim Strombezug trotz eines siebenmonatigen Ausfalls unseres Strom erzeugenden BHKW im Abrechnungsjahr 2009/2010 im Vergleich zum Basiswert des Strombezuges einen Minderverbrauch von  50,9 Prozent erreichte und damit sogar um 2,6 Prozent niedriger lag als im Abrechnungsjahr 2008/2009. Dies belegt eindeutig den großen Erfolg des Pumpentausches.

Dirk Schmitz, Pressesprecher der Grundfos GmbH(c) Grundfos

Dirk Schmitz, Pressesprecher der Grundfos GmbH

Energieeinsparung durch moderne Umwälzpumpe von Grundfos

Herr Schmitz, Grundfos hat im Jahr 2009 in der Emelie-Heyermann-Schule in Bonn eine Pumpenbestandsaufnahme durchgeführt. In welchem Zustand befanden sich die vorgefundenen Heizungspumpen?

Dirk Schmitz: Als wir im Rahmen der Energiesparmeisters die Patenschaft für die Emilie-Heyermann-Schule in Bonn übernommen haben, war eine unserer Ideen, an der Schule eine Pumpenbestandsaufnahme durchzuführen. Eine der untersuchten Pumpen machte hörbare Geräusche, was auf einen Schaden schließen ließ. Die anderen Pumpen machten einen technisch einwandfreien Eindruck. Aus einer Messung der Leistungsdaten der Pumpen und ihrer Anlagendaten konnten wir dann ermitteln, ob die Pumpen wirtschaftlich arbeiten. Daraus ergab sich, dass bei vier Pumpen durch den Austausch gegen Hocheffizienzpumpen eine deutliche Einsparung realisiert werden konnte. Wir haben bei diesen vier Pumpen den Leistungsbedarf um jeweils mehr als 40 Prozent senken können.

Sie haben daraufhin der Schule vier neue Hochleistungseffizienzpumpen zur Verfügung gestellt. Worin unterscheiden sich diese nun von den alten?

Dirk Schmitz: Die vier neuen Pumpen sind Hocheffizienzpumpen der Baureihe Grundfos Magna in verschiedenen Baugrößen. Die Pumpen stellen sich automatisch auf die Heizungsanlage ein und erkennen selbsttätig, wann eine Anpassung der Einstellung erforderlich ist. Dadurch verwendet sie immer nur so viel Antriebsleistung, wie tatsächlich benötigt wird.

Wie hoch ist der Aufwand für einen solchen Austausch?

Dirk Schmitz: Eine Hocheffizienzpumpe ist teurer als eine ungeregelte Pumpe. Aber die höheren Anschaffungskosten einer energiesparenden Pumpe machen sich bereits nach wenigen Jahren bezahlt. Der Aufwand für den Tausch der Pumpe hält sich in Grenzen, da alle modernen Heizungspumpen standardisierte Größen und Anschlüsse haben.

Welche Lebensdauer haben die neuen Hocheffizienzpumpen?

Dirk Schmitz: Es gibt keine Unterschiede in der Lebensdauer zwischen ungeregelten und Hocheffizienzpumpen. Unter fachmännischem Einbau und korrekten Anlagenbedingungen und kontrolliertem Betrieb hält eine Heizungspumpe gut und gerne 15 bis 20 Jahre.

Autor: Sebastian Lambeck

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