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Index

Was berichten die Medien über den Klimaschutz? Wie groß ist das Energiespar-Interesse in der Bevölkerung? Was meinen die Experten? Der aktuelle Klima-Barometer-Index zeigt den Trend.

Gesamtausgabe des aktuellen Klima-Barometers als Download (PDF, 143 kB)

1. Quartal 2011

Seit dem 11. März 2011 gibt es in der Berichterstattung über Energie- und Umweltfragen fast nur ein Thema: Der katastrophale Unfall im Atomkraftwerk Fukushima in Folge eines schweren Erdbebens und eines Tsunami. Der Klima-Barometer-Index zur Ermittlung des öffentlichen Interesses am Klimaschutz sinkt jedoch im ersten Quartal 2011 von 77 auf 66 Punkte.

Klima-Barometer-Index 01/2011, Indexwert: 66

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Der Reaktorunfall in Japan und die anschließende Debatte beeinflussten den Index nur marginal: Im März nahm die mediale Berichterstattung zum Thema Energiesparen zwar sprunghaft zu und erreichte einen der höchsten Werte im Zeitraum 2008 bis 2011. Die Medien berichteten jedoch vor allem über die Notwendigkeit in Japan Strom zu sparen, weil Atomkraftwerke in Folge des Erdbebens heruntergefahren werden mussten. Dadurch stieg der Wert für die Medienberichterstattung, einer der vier Indikatoren aus denen der Index gebildet wird, nur leicht von 36 auf 38 Punkte. Denn bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Medien im ersten Quartal 2011 wenig über Klimawandel, Klimaschutz und sehr wenig zum Thema Energiesparen berichtet.

Die Debatte über die Zukunft der Energiebereitstellung ist mittlerweile in vollem Gange. Aktuell sind die Stimmen, die von einer langfristigen Nutzung von Atomstrom sprechen, sehr verhalten. Umstritten scheint weniger zu sein, dass es zu einem möglichst raschen Ausstieg aus der Atomenergie kommen soll, sondern vielmehr was unter rasch zu verstehen ist, welche Kosten von wem für die sogenannte Energiewende aufzubringen sind und wie sie überhaupt zu realisieren ist.

Ein Aspekt wird dabei selten thematisiert: Energienutzung basiert auf Energieproduktion, Energiebereitstellung und Energieverwendung. Eine Energiewende muss diese drei Bereiche in Einklang bringen. Dazu gehört auch – nicht nur im Strombereich –  eine deutliche Steigerung der Energieeffizienz. Aktuell wird jedoch fast ausschließlich über Produktion und Verteilung gesprochen und die Debatte über die Energieproduktion wird, wie schon oft, auf die Stromproduktion verengt. Die Produktion und effiziente Nutzung von Heizenergie, beispielsweise durch Effizienzmaßnahmen bei der Gebäudesanierung, wird in der breiten Öffentlichkeit nur am Rande diskutiert. Das beeinflusst auch das Interesse der Bürger am Thema, was sich an einem weiteren Indikator für den Klima-Barometer-Index zeigt, der Nutzung der Energiespar-Ratgeber der Klimaschutzkampagne: Nachfrage nach Beratungen zu energetischen Modernisierungsmaßnahmen im Gebäudebereich war im ersten Quartal nur schwach ausgeprägt. In diesem Bereich fiel der Wert von 85 auf 45 Punkte.

Was die Experten meinen

Herman E. Ott, Bündnis 90/Die Grünen: Die „Vereinbarkeit von Atomausstieg und Klimaschutz ist das Kernthema“.

Hubertus Bardt, Institut der Deutschen Wirtschaft Köln: Noch gibt es zu „wenig Diskussion um Klimaschutzeffekte einer veränderten AKW-Laufzeit.“

Dr. Ulf Moslener, KfW Entwicklungsbank: „Das Thema gerät m.E. insgesamt ein wenig von den obersten Rängen in der Politik-Prioritätenliste weiter nach unten.“ Die Aufmerksamkeit nimmt seit der Konferenz in Kopenhagen ab, auch jetzt wird „durch die Reaktorkatastrophe in Japan eher Energie/Erneuerbare anstatt Klima“ thematisiert.

Diese Experten beteiligten sich außerdem am Klima-Barometer-Index 01/2011: Dr. Alexander Barthel (Zentralverband des Deutschen Handwerks), Richard Brand (Evangelischer Entwicklungsdienst EED), Prof. Dr. Hartmut Graßl (Zentrum für Marine und Atmosphärische Wissenschaft), Patrick Hoffmann (Institut für ZukunftsEnergieSysteme IZES), Zsolt Krémer (Technomar GmbH), Manfred Kriener (Magazin zeo2), Stefan Rahmstorf (Potsdam Institut für Klimafolgenforschung), Matthias Schmitt (ehem. Magazin DIE KÄLTE + Klimatechnik), Anika Schroeder (Misereor), Dr. Klaus Schwarzer (Institut für Geowissenschaften, Universität Kiel), Wolfgang Sterk (Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH), Dr. Manfred Treber (Germanwatch)

Der Klima-Barometer-Index

Der Index basiert auf einer Auswertung von vier Indikatoren:

  1. Experteneinschätzung zum öffentlichen Interesse am Klimaschutz und zur Höhe der Nachfrage nach ihrer Expertise
  2. Anzahl der Medien-Beiträge im betreffenden Quartal zu den Themen Klimawandel, Klimaschutz und Energiesparen
  3. Interesse der Internetöffentlichkeit, gemessen an der Häufigkeit der Suchbegriffe Klimawandel, Klimaschutz und Energiesparen bei Google
  4. Nutzungsfrequenz ausgewählter Energiespar-Ratgeber der Klimaschutzkampagne

Die einzelnen Indikatoren werden in einen Indexwert umgerechnet, der sich um den Durchschnittswert von 100 Punkten bewegt.