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Das ändert sich 2021 bei Klimaschutz und Energie

CO2-Preis, Energielabel, Plastikverbot: Im neuen Jahr ändert sich so einiges rund um Energiesparen und Klimaschutz. Wir haben für Sie die wichtigsten Veränderungen zusammengefasst, die 2021 anstehen.

(c) Yevhenii Khil - iStock

CO2-Preis: Heizkosten steigen, Stromkosten sinken

Ab 1. Januar wird eine CO2-Abgabe für den Handel mit Erdgas, Heizöl, Benzin und Diesel erhoben. Dadurch wird das Heizen mit Gas, Öl und Fernwärme teurer. Die Mehrkosten sind abhängig von Haushaltsgröße und Energieträger. So steigen die Heizkosten 2021 voraussichtlich 

  • um rund 40 bis 85 Euro für eine durchschnittliche 70-Quadratmeter-Wohnung und
  • um etwa 105 bis 140 Euro in einem durchschnittlichen Einfamilienhaus.

In den kommenden Jahren wird die CO2-Abgabe dann schrittweise weiter angehoben. Voraussichtlich erhöhen sich die Heizkosten im Jahr 2025 dadurch 

  • um 95 bis 185 Euro in einer durchschnittlichen 70-Quadratmeter-Wohnung und
  • um 235 bis 310 Euro im durchschnittlichen Einfamilienhaus.

Im Gegenzug dazu sinken die Stromkosten leicht. Denn durch die Einnahmen aus dem CO2-Preis wird die Umlage für das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gedeckelt: 2021 sinkt sie auf 6,5 Cent je Kilowattstunde (kWh), 2022 auf 6,0 Cent je kWh.

So senken Sie Ihre Heizkosten

Um die Kosten durch den CO2-Preis zu vermeiden, lohnt sich vor allem das Senken der Heizkosten. Mit dem Heizkosten-Rechner können Sie herausfinden, wie groß Ihr Sparpotenzial ist.

Eigentümer*innen sollten einen Blick auf die eigene Heizung werfen: Oft gibt es einfache Maßnahmen zum Optimieren der Heizanlage. Ein Heizungstausch wird außerdem mit bis zu 45 Prozent bezuschusst. Der Umstieg auf erneuerbare Energien und Wärmepumpe lohnt sich jetzt besonders – hierfür fällt kein CO2-Preis an.

Alle Fragen und Antworten zum CO2-Preis

Gesetze und Förderprogramme für Bauen und Sanieren

Reformiertes Erneuerbare-Energien-Gesetz

Am 1. Januar tritt auch das überarbeitete Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in Kraft. Trotz der sinkenden EEG-Umlage will die Reform dazu beitragen, bessere Ausbaubedingungen für Wind- und Solaranlagen zu schaffen. So soll der Ökostromanteil in Deutschland bis 2030 von derzeit 46 Prozent auf mindestens 65 Prozent steigen. Im Fokus steht dabei die Stromgewinnung mit Sonnenenergie, die Photovoltaik. Deren Kapazitäten sollen sich bis 2030 verdoppeln. Dafür wird das sogenannte Mietstrom-Modell für Solaranlagen auf ganze Quartiere ausgeweitet.

Zudem soll die Nutzung kleiner Solaranlagen vereinfacht werden. Dazu zählen auch Kleinstanlagen, die beispielsweise Mieter*innen auf ihren Balkonen nutzen können. Um den Ausbau der Windenergie voranzubringen, sollen Kommunen künftig an den Erträgen neuer Anlagen in ihrem Gemeindegebiet beteiligt werden.

Gebäudeenergiegesetz

Seit dem 1. November 2020 gilt das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG). Damit vereint es im Wesentlichen die Anforderungen von Energieeinsparverordnung (EnEV), Energieeinsparungsgesetz (EnEG) und Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG). Das GEG gilt für alle Gebäude, für die ab diesem Datum ein Bauantrag gestellt wurde.

Eine wichtige Änderung gibt es beim Energieausweis: Dieser muss laut GEG nun auch eine Angabe zu den CO2-Emissionen enthalten. Bei Bestandsgebäuden gibt es eine Übergangsregelung: Bis zum 30. April 2021 werden diese noch nach den Anforderungen der EnEV 2016 erstellt.

Ab 2021 gilt zudem der Niedrigstenergiegebäude-Standard für Neubauten.

Alles Wichtige zum Gebäudeenergiegesetz

Gebündeltes Förderprogramm für Gebäudesanierung

Im neuen Jahr startet die „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ (BEG). Sie ersetzt vier bestehende Förderprogramme von KfW und BAFA. Damit sollen die Förderungen im Bereich Gebäudesanierung gebündelt und besser zugänglich gemacht werden.

Für den Heizungstausch gibt es auch weiterhin bis zu 45 Prozent Förderung. Maßnahmen zur Heizungsoptimierung wie Pumpentausch oder hydraulischer Abgleich werden künftig jedoch nur noch mit 20 statt 30 Prozent bezuschusst.

Zuschüsse für Einzelmaßnahmen können ab 1. Januar 2021 beantragt werden. Für Vollsanierungen gibt es ab 1. Juli 2021 Zuschüsse oder Kredite.

Wir haben die wichtigsten Änderungen des BEG zusammengefasst.

Sanieren wird einfacher: Neues Wohnungseigentumsgesetz

Bereits am 1. Dezember 2020 trat das neue „Wohnungseigentumsmodernisierungsgesetz“ (WEMoG) in Kraft. Die Neuauflage beinhaltet vor allem Erleichterungen für Wohnungseigentümer*innen, um bauliche Veränderungen vorzunehmen.

So ist für das Fassen von Beschlüssen künftig nur noch eine einfache Mehrheit nötig. Das soll vor allem den Weg für energetische Sanierungen freimachen und Sanierungsstaus beenden.

Das erneuerte Gesetz beinhaltet zudem verbesserte Rechte für Eigentümer*innen: Künftig haben sie Anspruch auf den Einbau einer Lademöglichkeit für Elektrofahrzeuge, einen barrierefreien Umbau oder Maßnahmen für Einbruchschutz.

Das Gesetz enthält darüber hinaus folgende Punkte:

  • mehr Qualität der Verwaltung, z. B. durch eine Zertifizierung
  • mehr Flexibilität beim Durchführen von Eigentümerversammlungen, z. B. durch Online-Teilnahme und Beschlussfähigkeit unabhängig von der Anzahl der Teilnehmenden
  • gesetzliche Vertretungsbefugnis der Verwalterin/des Verwalters

Alle Details zum Wohnungseigentumsgesetz.

Neues EU-Energielabel für Elektrogeräte

Im neuen Jahr bekommt das EU-Energieeffizienzlabel einen neuen Anstrich. Neben kleineren Anpassungen am Design betrifft das vor allem die Einteilung in Klassen. Demnach fallen die Kategorien A+++, A++ und A+ weg. Fortan gibt es nur noch die Klassifizierungen von A bis G. Für diese steigen außerdem die Anforderungen.

Außerdem enthalten die neuen Labels zusätzlich einen QR-Code. Über diesen können Verbraucher*innen weitere Produktinformationen aus der europäischen Produktdatenbank „EPREL“ abrufen.

 

 

Die neuen Energieeffizienzlabels gehen am 21. März 2021 mit folgenden Produkten an den Start: 

  • Geschirrspüler
  • Waschmaschinen & Waschtrockner
  • Kühl- und Gefriergeräte
  • Fernseher und Monitore

Bei Lampen steht die Umstellung am 1. September 2021 an. Elektrogeräte wie Trockner, Staubsauger oder Backöfen erhalten erst ab 2024 neue Energielabels, Heizungen sogar erst ab 2026.

Alle Infos zu den neuen Energieeffizienzlabels zusammengefasst.

Verbot von Einweg-Plastik

Adieu Einweg-Plastik: Schon 2018 wurde ein Verbot von Einwegprodukten aus Plastik oder Styropor für 2021 beschlossen, sofern es umweltfreundlichere Alternativen gibt. Nach den Einweg-Plastiktüten geht es jetzt auch diversen weiteren Produkten an den Kragen, unter anderem:

  • Plastikbesteck
  • Plastikgeschirr
  • Strohhalme
  • Rührstäbchen
  • Styroporbehälter für warmes Essen und Trinken
  • Wattestäbchen
  • Luftballonstäbe
  • Produkte aus oxo-abbaubarem Kunststoff (z. B. schnell zerfallende Plastikbeutel)

Ab dem 3. Juli 2021 dürfen diese Produkte EU-weit nicht mehr hergestellt oder verkauft werden. Lediglich ein Abverkauf von Lagerbeständen ist zulässig. Mit dem Verbot werden die Vorgaben der europäischen Plastikstrategie umgesetzt. Es soll vor allem der Umwelt und den Meeren zugutekommen, die zunehmend unter dem Plastikmüll leiden. Wer das Verbot missachtet, begeht eine Ordnungswidrigkeit.

Welche Verpackung ist am umweltfreundlichsten? Lesen Sie mehr im großen Verpackungsvergleich.

Mobilität: Höhere KfZ-Steuer und Spritpreise

Spritschlucker werden teurer: Zum einen steigen durch den CO2-Preis auch die Kosten für Benzin und Diesel: Rund 8 Cent pro Liter Diesel und 7 Cent pro Liter Benzin müssen Autobesitzer*innen 2021 mehr zahlen. In den folgenden Jahren wird der Preis kontinuierlich steigen. Es lohnt sich also, auf ein sparsames Auto zu setzen – oder gleich auf Alternativen wie E-Bike oder Bahn.

Außerdem fallen je nach CO2-Ausstoß ab 2021 höhere Steuern für Neuwagen an. Wer ab Januar ein neues Auto anmeldet, sollte daher auf die Emissionen achten: Je höher der Wert über der Grenze von 95 Gramm CO2/km liegt, desto teurer wird es. Vor allem SUVs und Sportwagen fallen hier ins Gewicht.

Für sparsame Autos gibt es dagegen einen Steuerrabatt von 30 Euro, sofern sie die 95 Gramm CO2/km nicht überschreiten.

Mehr Geld gibt es bei der Pendlerpauschale: Ab dem 21. Kilometer können nun 35 statt 30 Cent angesetzt werden, ab 2024 dann sogar 38 Cent. Geringverdiener*innen, die mehr als 20 Kilometer zur Arbeit fahren müssen, enthalten Entlastung durch die Mobilitätsprämie: 4,9 Cent pro Kilometer.

Lesen Sie mehr zu CO2-Ausstoß und Klimabilanz von Autos.