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Wächst das Eis am Südpol trotz Erderwärmung?

„Nimmt die Eismasse am Südpol trotz Erderwärmung wirklich zu?“ (Manja Wühler, Grasberg)

Satellitenaufnahme der Antarktis(c) NASA

Prof. Dr. Peter Lemke (Alfred-Wegener-Institut / Klimafakten.de): „Um die Frage zu beantworten, ob am Südpol die Eismasse zunimmt, muss man zwischen Meereis und Landeis unterscheiden. Mit Meereis bezeichnet man das auf der Wasseroberfläche um den Kontinent schwimmende Eis, das aus Meerwasser entsteht. Landeis hingegen entsteht durch Schneefall.

Satellitenmessungen zufolge dehnt sich das Meereis rund um die Antarktis leicht aus. Der Trend ist statistisch allerdings nicht signifikant. Viel wichtiger ist ohnehin, was mit dem Landeis geschieht, da nur dieses den Meeresspiegel beeinflusst.

Tatsächlich kann eine Erwärmung grundsätzlich zu mehr Niederschlag, also Schnee, und damit Eisbildung führen. Der Grund: Wärmere Luft kann mehr Wasser aufnehmen und anschließend wieder abgeben. Szenarien besagen, dass die Eismasse der Ostantarktis künftig vorübergehend etwas wachsen könnte, wenn die Luft über dem Eisschild tatsächlich wärmer wird und es zu mehr Niederschlägen in Form von Schnee kommt.

Doch das ist kein Grund zur Entwarnung. Die Daten des US-amerikanischen Forschungssatelliten GRACE (Gravity Recovery and Climate Experiment) zeigen, dass der antarktische Eisschild mit zunehmender Geschwindigkeit an Masse verliert – vorwiegend durch Gletscher, die Eisberge ins Meer transportieren. Das lässt den Meeresspiegel deutlich steigen. Der jährliche Landeisverlust hat sich in den letzten 10 Jahren auf 175 Milliarden Tonnen erhöht.

Fazit: Das Festlandeis der Antarktis nimmt stärker ab. Dadurch steigt der Meeresspiegel.“

 

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