Wichtige Änderungen zur EnEV 2014

Laut Bundesgesetzblatt soll die Novelle der Energieeinsparverordnung 2014 (ehemals EnEV 2012) am 1. Mai 2014 in Kraft treten. Was bedeuten die Änderungen der EnEV 2014 für Neubauten und Baubestand? Wir haben für Sie die wichtigsten Neuerungen der Energieeinsparverordnung 2014 zusammengestellt und erläutern, was sich für Neubauten, Hausbesitzer sowie Mieter und Käufer ändert.

Thermografiebild mit Tuer und Fenster(c) Ingo Bartussek/Fotolia.com

Ziel der Bundesregierung ist es, durch die Energieeinsparverordnung 2014 (EnEV 20014) den Energieverbrauch von Gebäuden zu reduzieren.

Ziel der Bundesregierung ist es, durch die Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) den Energieverbrauch von Gebäuden und damit die Energiekosten zu reduzieren. Insgesamt soll bis zum Jahr 2050 ein nahezu klimaneutraler Gebäudebestand erreicht werden. Zuletzt wurde die EnEV im Jahr 2009 nach den Jahren 2004 und 2007 bereits zum dritten Mal novelliert. Vor allem die aktuellen Anforderungen der Energiewende aber auch neu gefasste EU-Richtlinien über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden machten nun eine weitere Anpassung der EnEV notwendig. Bereits am 16.10.2013 wurde die  Novelle zur Energieeinsparverordnung (EnEV) mit den vom Bundesrat vorgesehenen Änderungen beschlossen. Im Mai 2014 wird sie in Kraft treten und löst damit die bis dahin noch aktuelle EnEV 2009 ab. 

EnEV 2014: Das müssen Sie beim Neubau beachten

Ab dem 1. Januar 2016 gelten für Neubauten strengere energetische Anforderungen. So soll der zulässige Jahres-Primärenergiebedarf um durchschnittlich 25 Prozent gesenkt werden. Ebenfalls soll der Dämmstandard der Gebäudehülle (Wärmedurchgangskoeffizient) um durchschnittlich 20 Prozent angehoben werden. Umfangreiche Informationen über Förderprogramme zum Thema Fassadendämmung finden Sie hier. Keine Änderungen sind bei Bestandsgebäuden geplant. Für sie gelten jedoch weiterhin die Sanierungsvorgaben der EnEV 2009, wie z.B. die Dämmung der obersten Geschossdecke. Auch für diese Sanierungsmaßnahme sind Förderprogramme vorhanden.  

Europaweiter Neubaustandard soll das sogenannte "Niedrigstenergiegebäude" ab dem Jahr 2021 werden. Für behördliche Gebäude gilt dieser Standard bereits ab 2019. Weitere Details zu diesem Neubaustandard werden allerdings erst Ende 2018 (bzw. 2016 bei Behördengebäuden) veröffentlicht.

Zusammenfassung Neubau EnEV 2014:

• Jahres-Primärenergiebedarf um durchschnittlich 25 Prozent senken

• Wärmedurchgangskoeffizient um durchschnittlich 20 Prozent anheben

• Niedrigstenergiegebäude ab 2021 europaweiter Neubaustandard, bei Behörden ab 2019

EnEV 2014: Was ändert sich für Hausbesitzer?

Bisher mussten alte Öl- und Gas-Standardheizkessel ausgetauscht werden, die vor 1978 eingebaut wurden. Ab dem Jahr 2015 gilt diese Regelung auch für Kessel, die älter als 30 Jahre sind (ab 1985).  Die EnEV 2014 hat dabei allerdings nur so genannte Konstanttemperaturheizkessel im Blick. Ausgenommen von dieser Regelung sind Brennwertkessel und Niedertemperaturkessel mit besonders hohem Wirkungsgrad. Hier finden Sie umfangreiche Informationen zu aktuellen Förderprogrammen zum Thema: Erneuerung der Heizung ohne Energieträgerwechsel

Besitzer von Ein- und Zweifamilienhäusern genießen auch in Zukunft Bestandsschutz und sind weiterhin von der Austauschpflicht ausgenommen, wenn sie am 1. Februar 2002 selbst darin gewohnt haben. Beim Verkauf muss der neue Eigentümer jedoch der Austauschpflicht innerhalb von zwei Jahren nachkommen. 

Übrigens, die Regelungen zu Nachtspeicherheizungen wurden im Juli 2013 wieder außer Kraft gesetzt. Diese müssen nicht, wie in der EnEV 2009 gefordert, ab dem Jahr 2020 außer Betrieb genommen werden. 

Zusammenfassung Hausbesitzer EnEV 2014:

• Alle vor 1985 eingebauten Konstanttemperaturheizkessel müssen ausgetauscht werden

EnEV 2014: Welche Änderungen ergeben sich für Mieter und Käufer?

In Zukunft werden alle neu ausgestellte Energieausweise für Wohngebäude verschiedene Effizienzklassen enthalten. Diese Klassen A+ bis H kennen viele Verbraucherinnen und Verbraucher bereits von den Effizienzlabeln bei Elektrogeräten. Diese Neuerung soll vor allem Mietern und Käufern als Orientierungshilfe bei der Immobiliensuche dienen. Die energetischen Kennwerte der Immobilie müssen Verkäufer und Vermieter dann auch mit der Immobilienanzeige veröffentlichen. Bereits vorhandene Energieausweise müssen aber nicht erneuert werden, hier reicht weiterhin die Angabe des Energiekennwerts. Spätestens bei der Besichtigung der Wohnung oder des Hauses muss in diesem Fall eine Kopie des Energieausweises ausgehändigt werden. 

Zusammenfassung Mieter und Käufer EnEV 2014: 

• Neue Effizienzklassen A+ bis H bei Energieausweisen

• Effizienzklasse muss in der Immobilienanzeige veröffentlicht werden

Wichtige Dokumente zur EnEV 2014 (PDF):

Verkündung des Vierten Gesetzes zur Änderung des Energieeinsparungsgesetzes im Bundesgesetzblatt BGBl. I, Nr. 36 vom 12. Juli 2013, S. 2197 e (externer Link, PDF) 

 

 

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