„Wir brauchen mit unseren beiden Kindern

viel Wärmeenergie. Deshalb ist es für uns

sinnvoll, Solarthermie zu nutzen.“

Thomas Funcke vor seinem Haus in Hagen

Gute Ideen zum Feierabend. Oder: Wie die Funckes zur Solarthermie kamen.

Das Dach des Hauses zeigt nach Süden. Eine ideale Ausrichtung, um die Energie der Sonne zu nutzen. Kein Wunder, dass sich Thomas und Telja Funcke aus Hagen in Nordrhein-Westfalen für das volle Sonnenprogramm entschieden haben: eine nachgerüstete Solarthermieanlage für Heizung und Warmwasser und dazu Photovoltaik.

Einfamilienhaus
Wohnung I (108m2)
Wohnung II (36m2)
Baujahr 1951
2 Erwachsene, 2 Kinder
1 Erwachsener
Solarthermie / Kollektoren
2 Röhrenkollektoren
Fläche: 10 m2
Baujahr: 2014
Trinkwassererwärmungja
Heizungsunterstützungja
SpeicherPufferspeicher
Frischwasserstation
Größe: 800 Liter
Heizkesseltauschnein
Heizkessel Gas-Brennwert von 2003 Leistung: 7–22 kW, modulierend
Kosten für Solarthermieinklusive Einbau:
11.500 Euro
davon Förderung:
2.350 Euro
geschätzte Einsparung27 % des bisherigen Verbrauchsjährlich 450 Euro

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Hagen (Nordrhein-Westfalen), März 2016. Das halbe Haus noch eine Baustelle, Thomas (36) und Telja (34) Funcke nach getaner Arbeit am Küchentisch. Endlich Feierabend. Und wie sie da so sitzen und in die Luft schauen, fällt Thomas Funcke diese Frage ein: „Was ist eigentlich mit Solarthermie?“

Familie Funcke aus Hagen

Bis jetzt hatte der Feuerwehrmann nur über Photovoltaik nachgedacht. Obwohl sich sein Bruder gerade eine Solarthermieanlage installiert hat. Und nun, plötzlich, überlegt Funcke, wie kompliziert das beim Bruder war. Was der alles erzählt hat: Die Leitungen nachträglich vom Dach in den Keller zu legen, Durchbrüche zu machen, die Rohre hinter einer Abdeckung zu verstecken... Und dann sagt Thomas Funcke unvermittelt und laut: „Wir machen das anders.“

Gut geplant: Leitungen vorsorglich verlegt

Seine Frau sieht ihn fragend an. Sie sieht, dass er einen Plan hat: „Ich verleg die Rohre jetzt gleich mit. Und wenn wir uns irgendwann vielleicht Solarthermie aufs Dach bauen, geht alles viel einfacher.“ Noch am selben Abend recherchiert er im Internet und bestellt ein passendes Edelstahlwellrohr. Ein paar Tage später legt er es zu den anderen Leitungen in den Schacht.  

Entscheidung für Solarthermie: Kinder brauchen Wärme

Zwei Jahre liegt das Rohr nutzlos herum. Dann steht der Entschluss fest: Die Funckes wollen sich nicht nur Photovoltaik aufs Dach bauen, sondern auch eine Solarthermieanlage. „Damals war schon unsere Tochter Charlotta unterwegs – und mit kleinen Kindern will man es einfach wärmer im Haus haben“, erzählt Förderschullehrerin Telja Funcke. „Man braucht mehr warmes Wasser und überhaupt mehr Wärmeenergie. Deshalb war das für uns der richtige Zeitpunkt für Solarthermie.“

Der alte Kessel bleibt: Solarthermie wird nachgerüstet

Im Januar 2014 beginnt die Planungsphase. Thomas Funcke holt sich Rat bei seinem Bruder, lässt sich Angebote von verschiedenen Handwerkern machen, recherchiert im Internet. Schnell ist klar, dass die Funckes ihren alten Heizkessel behalten. Das Gas-Brennwert-Gerät mit einer modulierenden Leistung von 7–22 Kilowatt wurde zwar schon 2003 eingebaut, doch die Arbeitswerte liegen noch immer im optimalen Bereich. Der Kessel soll durch eine nachgerüstete Solarthermieanlage lediglich Unterstützung bekommen. „Wir wollten die Sache gleich komplett machen, also Solarthermie für Heizung und Warmwasser“, sagt Thomas Funcke. „Da waren die Investitionskosten zwar etwas höher, aber lieber gleich richtig, als die Anlage später mit viel Aufwand zu erweitern.“

Thomas Funcke an der geöffneten Solarstation

Die neue Anlage: Solarthermie mit Frischwasserstation

Im Herbst 2014 wird die Anlage installiert. Auf das Dach des 1951 gebauten Einfamilienhauses kommen zwei Röhrenkollektoren mit einer Fläche von zehn Quadratmetern. Der Monteur der Familie hatte sie empfohlen, weil sie effizienter als Flachkollektoren sind und auch bei diffusem Licht noch viel Sonnenenergie in Wärme umwandeln. Im Keller werden ein 800 Liter großer Pufferspeicher und eine Frischwasserstation installiert. „In der Station wird das Trinkwasser bei Bedarf separat über einen Wärmetauscher erwärmt“, erklärt Funcke. „Der Vorteil: Es gibt keinen Speicher, in dem warmes Trinkwasser herumsteht. Wir haben immer frisches Leitungswasser und kein Problem mit Legionellen.“ Bleibt noch das Herzstück der Anlage: eine neue Steuerung, die den alten Kessel mit der neuen Solarthermieanlage verbindet. Mit ihr sind viel genauere Einstellungen möglich als bisher. Zum Beispiel lässt sich die Wassertemperatur gradgenau regeln.

Erste Bilanz: Einsparungen wie berechnet

Seit dem Einbau der Solarthermieanlage ist der Gasverbrauch der Familie um rund ein Viertel gesunken. Das entspricht 450 Euro im Jahr.* Genau die Einsparung, die sich Thomas Funcke ursprünglich errechnet hatte. Und das, obwohl Thomas und Telja Funcke inzwischen zwei Kinder bekommen haben: Charlotta (3) und Jonathan (1). „Ich freu mich ja sowieso, wenn die Sonne scheint, weil es der Seele gut tut“, sagt Thomas Funcke. „Aber jetzt haben wir von jeder Sonnenstunde noch einen zusätzlichen Nutzen. Das ist einfach ein gutes Gefühl.“

* Die Einsparungen von Familie Funcke beim Heizenergieverbrauch ergeben sich nicht allein durch den direkten solaren Ertrag. Durch den großen Pufferspeicher hat sich vor allem im Sommer der verbrauchsintensive Stop-and-Go-Betrieb des Heizkessel minimiert. Auch die neu installierte Steuerung der Heizanlage trägt zu den Einsparungen bei, weil die Familie die Anlage nun genauer auf ihre Bedürfnisse einstellen kann. 

Unser Praxistester Thomas Funcke

  • Bildergalerie

    Auch Familie Funcke aus Hagen in Nordrhein-Westfalen ist beim Praxistest Solarthermie dabei: Telja und Thomas Funcke mit ihren Kindern Charlotta (2) und Jonathan (1).

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