Ökologische Dämmstoffe: Die wichtigsten Infos zu Material, Kosten und Einsatzmöglichkeiten

Ökodämmstoffe sind noch nicht sehr verbreitet, erfreuen sich aber einer stark steigenden Nachfrage. Sie sind umweltfreundlicher, gesundheitsverträglicher und haben noch weitere Vorteile gegenüber konventionellen Materialien wie Polystyrol oder Glaswolle. Dies hat aber seinen Preis.

Dämmmatte aus Holzwolle(c) istock/divgradcurl

Für Begriffe wie „Naturdämmstoffe“, „ökologische“, „natürliche" oder auch "alternative" Dämmstoffe und den in diesem Artikel verwendeten Begriff „Ökodämmstoffe“ gibt es keine einheitliche Definition. Häufig werden die Begriffe für Dämmstoffe verwendet, die folgende Anforderungen erfüllen: 

  • Die Verfügbarkeit der Rohstoffe ist langfristig oder sogar dauerhaft gegeben und ihr Anbau bzw. Abbau erfolgt umweltschonend.
  • Die Produktion und der Transport der Dämmstoffe haben einen niedrigen Energiebedarf und verursachen geringe Umweltbelastung.
  • Auch bei Einbau, Nutzung, Rückbau und Entsorgung entstehen nur geringe Umwelt- oder Gesundheitsbelastungen.

Da diese Anforderungen allgemeine Begriffe wie „umweltschonend“ enthalten und keine verbindlichen Grenzwerte definiert sind, ist keine exakte Abgrenzung der Ökodämmstoffe möglich. Auch existiert kein verbreitetes Prüfzeichen, das Dämmstoffe als Ökodämmstoffe ausweist. Aber der bekannte „Blaue Engel“ zeichnet zumindest Produkte aus, die vergleichsweise umweltfreundlich sind. Dieses Label bietet also beim Kauf von Dämmstoffen eine gute erste Orientierung.

Welche Eigenschaften haben ökologische Dämmstoffe?

Die wichtigsten Unterschiede der Ökodämmstoffe zu konventionellen Dämmstoffen sind ihre geringen Umwelt- und Gesundheitsauswirkungen. Bei den weiteren Eigenschaften muss genauer hingeschaut werden: Die ökologischen Dämmstoffe sind häufig Faserdämmstoffe. Das sind feste Partikel, die lose vermengt oder fest miteinander verpresst bzw. verbacken sind. In den Zwischenräumen der Partikel ist Luft eingeschlossen. Lieferformen sind Blöcke, Platten, Matten, Rollen und Filze. Darüber hinaus gibt es schüttfähige Granulate, Stopfwolle für Fugen und Ritzen sowie lose Fasern, die mit Spezialgeräten in Hohlräume geblasen werden.

Die Wärmeleitfähigkeit der verschiedenen ökologischen Dämmstoffe fällt sehr unterschiedlich aus. Während Zelluloseflocken die Werte „konventioneller“ Dämmstoffe wie Polystyrol erreichen, sind die meisten Ökodämmstoffe in dieser Beziehung schlechter als die Konventionellen. Das Feuchteverhalten von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen ist hingegen überdurchschnittlich gut, da sie Feuchtigkeit zeitweise aufnehmen können, ohne merklich ihre Dämmfähigkeit einzubüßen. Deswegen halten sie insbesondere bei kaltem Regenwetter das Haus gut warm.

Welche Ökodämmstoffe für welche Maßnahmen?

Häufig werden Ökodämmstoffe für die Innendämmung und die Dämmung der obersten Geschossdecke verwendet, da die Dämmstoffe bei diesen Maßnahmen im Gebäudeinneren verbaut werden, sodass hier gesundheitlich unbedenkliche Stoffe nachgefragt werden. Da die Eigenschaften der verschiedenen Ökodämmstoffe ansonsten stark variieren, werden sie für verschiedene Dämmmaßnahmen eingesetzt. Wir haben Ihnen in der folgenden Tabelle eine Auswahl der Stoffe zusammengestellt, die häufig für die angegebenen Maßnahmen eingesetzt werden:

DämmmaßnahmeAuswahl geeigneter Ökodämmstoffe
Dachdämmung Holzfaser- oder Hanfdämmstoff, Schaumglas und Zelluloseflocken
Dämmung oberste Geschossdecke Zelluloseflocken, Holzfaser- oder Hanfdämmstoff
Fassadendämmung Holzfaser- oder Hanfdämmstoff, ggf. auch Mineralschaumplatten
Innendämmung Holzfaser- oder Hanfdämmstoff und Zelluloseflocken oder -platten, ggf. auch Mineralschaumplatten
Kellerdeckendämmung Holzfaserdämmstoff oder Hanfdämmstoff
PerimeterdämmungSchaumglas


Was kosten ökologische Dämmstoffe?

Zunächst einmal kosten ökologische Dämmstoffe mehr als konventionelle Dämmstoffe – so wie Biomilch auch mehr kostet als Milch aus konventioneller Landwirtschaft. Die genauen Preise hängen von den Materialien und Herstellern ab, außerdem ändern sie sich recht häufig. Mit steigendem Marktanteil sind Ökodämmstoffe in den vergangenen Jahren konstant günstiger geworden.

Mit am günstigsten sind Zelluloseflocken, aber auch Schilf, Hanf und Flachs sind vergleichsweise preiswert zu haben. Diese Stoffe kosten zwischen zehn und 30 Euro pro Quadratmeter – je nach Qualität und Verarbeitung. Zum Vergleich: Das häufig als Dämmstoff verwendete Polystyrol kostet zwischen fünf und 20 Euro. Insgesamt liegen die Kosten für eine Zellulosedämmung noch immer um etwa 20 bis 30 Prozent über einer vergleichbaren konventionellen Dämmung. Dafür haben die Zelluloseflocken qualitative Vorteile wie bessere Wasserdampfdurchlässigkeit und häufig auch besseren Wärmeschutz im Sommer.

Bei Wirtschaftlichkeitsüberlegungen sollte immer berücksichtigt werden, dass verschiedene Fördermöglichkeiten genutzt werden können. So unterstützt die KfW-Bank Dämmmaßnahmen mit Kredit- und Zuschussmodellen. Darüber hinaus existieren je nach Kommune und Bundesland weitere Förderprogramme. Eine Übersicht bietet der kostenlose FördermittelCheck.

Weitere Informationen dazu finden Sie in der PDF-Broschüre „Ökologische Dämmstoffe".

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