Kellerdämmung – Kellerdecke, Wände oder Boden?

Der Keller ist ein häufig unterschätztes Wärmeleck. Im Schnitt gehen darüber fünf bis zehn Prozent Heizenergie verloren. Ob in Ihrem Fall eine Kellerdeckendämmung ausreicht oder sich eine aufwendigere Art der Kellerdämmung empfiehlt, erfahren Sie hier.

Keller(c) Chlorophylle - Fotolia.com

Vor allem im Winter entstehen bei einem ungedämmten Keller Wärmeverluste und die Kälte kann aus dem Boden nach oben steigen. Eine entsprechende Dämmung kann die Wärmeenergieverluste ins Erdreich um mehr als die Hälfte reduziert. So können Hausbesitzer circa fünf Prozent der Heizkosten einsparen. Außerdem gibt es verschiedene Förderprogramme für die Kellerdeckendämmung, die bei der Finanzierung helfen könnne.

Wo genau der Keller gedämmt werden soll, hängt davon ab, wie man ihn nutzen will: Soll er beheizt und als Wohnraum genutzt werden, empfiehlt sich die Dämmung von Wänden und Boden. Soll er unbeheizt bleiben und zum Beispiel als Lagerraum dienen, ist eine Kellerdeckendämmung ausreichend. Dies ist bei den meisten Bestandsgebäuden der Fall. Mit der weniger aufwändigen Kellerdeckendämmung bekommt man zwar keinen zusätzlichen Wohnraum, zumindest aber warme Füße im Erdgeschoss.

Dämmung der Kellerdecke – bei unbeheiztem Keller

Bei der Kellerdeckendämmung klebt man die Dämmstoffplatten von unten an die Kellerdecke. Praktisch ist auch der Einsatz von Verbundplatten, auch eine Verkleidung mit Holzwolle- oder Gipskartonleichtbauplatten schützen die Kellerdeckendämmung vor Beschädigung. Bei niedrigen Deckenhöhen sind Hochleistungsdämmplatten die richtige Wahl. Die Dämmstoffdicke liegt idealerweise bei sechs Zentimetern.

Rohre und Wölbungen erschweren oft die Dämmung der Kellerdecke. In diesem Fall muss überlegt werden, ob der Dämmstoff lediglich verklebt wird oder ob eine mechanische Befestigung nötig ist. Eventuell eignet sich auch das so genannte Spray-On-Verfahren. Dabei wird ein Gemisch aus Zelluloseflocken und Wasser an die Decke gespritzt, welches dann aushärtet.

Die Kellerdeckendämmung können begabte Heimwerker in Eigenarbeit ausführen.

Kellerdämmung an Wänden und Boden – bei beheiztem Keller

Innenputz an Kellerwand(c) IpeG-Institut

Innenputz nach Kellerwanddämmung.

Soll der Keller als Wohnraum dienen, wird es komplizierter. Für ein optimales Ergebnis sollten Wände und Boden bei der Kellerdämmung gleichermaßen gedämmt werden.

Nur äußerst selten kann man die Bodenplatte in Bestandsbauten abtragen, um eine Dämmschicht darunter anzubringen. So bleibt meist nur die Aufbodendämmung. Diese stellt ebenfalls oft eine Herausforderung dar. Denn die zusätzliche Dämmschicht erfordert es, Türen, Durchgangshöhen und Treppenstufen anzupassen. Auch verkleinert sich die Deckenhöhe.

Bei der Kellerdämmung der Außenwände wird die so genannte Perimeterdämmung eingesetzt – die außenseitige Dämmung von Bauteilen, die mit Erde in Kontakt sind. Sie ist bei bestehenden Gebäuden sehr aufwendig: Denn die Kellerwände müssen dazu bis zum Fundament freigelegt werden. Daher ist diese Maßnahme im Altbau sehr kostspielig und wird fast ausschließlich bei Feuchtigkeitsproblemen ausgeführt. Auch sind spezielle Dämmstoffe nötig, die verrottungssicher sind sowie die Feuchtigkeit ab- und dem Erddruck standhalten.

Vorsicht bei der Kellerdämmung von innen!

Eine Kellerdämmung von innen ist weniger aufwendig, muss aber äußerst sorgfältig durchgeführt werden. Sonst besteht die Gefahr von Wärmebrücken und Schimmel. Eine Innendämmung ist daher nur möglich, wenn die Kellerwände vollkommen trocken sind und keine Feuchtigkeit aufsteigen kann.

Dämmung der Kellerwände nur mit Fachbetrieb ausführen

Die Dämmung der Kellerwände – insbesondere als Innendämmung – ist eine bauphysikalische Herausforderung. In jedem Fall sollte ein Fachbetrieb die Umsetzung vornehmen. Gleiches gilt für die Trockenlegung und Sanierung feuchter Wände im Erdreich. Fehler bei der Kellerdämmung können sonst zu erheblichen Bauschäden führen.

Die Infografik zeigt, welche Dämmstoffe sich für welche Dämmmaßnahmen besonders eignen.

Die Energieeinsparverordnung schreibt mit wenigen Ausnahmen bestimmte Wärmedurchgangswerte bei Änderung oder Ausbau von Gebäuden vor. Die Vorgaben dazu finden sich in den Paragraphen 8 und 9 der EnEV.

Autorin: Karin Adolph

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