Energiesparlampe oder LED?

Wer sich zwischen einer Energiesparlampe oder LED entscheidet, sollte nicht nur auf den Preis und den Stromverbrauch achten. Sonst kann es düstere Überraschungen geben. Wichtig ist zum Beispiel auch, wo die Lampe zum Einsatz kommen soll.

Energiesparlampen und LED-Lampen im Test(c) Stiftung Warentest

Energiesparlampe oder LED: Welche ist besser?

Echte Sparfüchse schauen nur auf den Preis. Ginge es danach, wäre sicherlich der Testsieger Philips LED Tropfenform P45 4W (10/2013) die eierlegende Wollmilchsau unter den Sparlampen. Sie kostet nur rund zehn Euro und sorgt mit lediglich vier Watt für eine niedrigere Stromrechnung.

Aber ist sie auch hell genug? Passt sie in die Nachttischlampe? Und lässt sie sich auch dimmen? Wir zeigen Ihnen, worauf Sie bei der Entscheidung zwischen Energiesparlampe oder LED achten sollten. Mit der App „ecoGator” können Sie dann passende Lampen suchen.

 

1. Energiesparlampe und LED: Vergleich der Kosten

Bei der Wahl zwischen Energiesparlampe und LED stellt sich die Preisfrage gleich zweimal: einmal beim Kauf und dann beim Blick auf den Stromverbrauch. In der Regel sind LED-Lampen teurer als Energiesparlampen. Dafür verbrauchen sie aber auch weniger Strom. Deswegen an dieser Stelle gleich die erste Faustregel: Je länger eine Lampe brennt, desto eher lohnt sich eine LED.

Doch nicht in jedem Fall rechnet sich der höhere Kaufpreis, wie Vergleiche zeigen. Denn sowohl Energiesparlampen als auch LED verbrauchen verhältnismäßig wenig Strom. Um eine Glühbirne mit 25 Watt zu ersetzen, können schon 7 (Energiesparlampe) bzw. 4 (LED) Watt genügen. Entsprechend lange kann es dauern, bis die geringeren Kosten für 3 Watt weniger den höheren Kaufpreis ausgleichen.

Zum ersten Vergleich Energiesparlampe vs. LED treten an:

  • die Energiesparlampe Müller-Licht Ultra Mini (14939) mit 7 Watt für rund 7 Euro und
  • die LED-Lampe Philips LED Tropfenform P45 4W mit 4 Watt für rund 10 Euro.

Leuchten beide im Schnitt drei Stunden pro Tag, liegt die LED erst nach fast 5 Jahren bei den Gesamtkosten (Kaufpreis plus Stromkosten) vorn; bei einer Brenndauer von sechs Stunden täglich dauert es weniger als 3 Jahre.

Zum zweiten Vergleich treten an:

  • die Energiesparlampe Müller-Licht Ultra-Mini Vollcover (15020) mit 15 Watt für etwa 5 Euro und
  • die LED Philips A60 E27 11W mit 11 Watt für circa 12 Euro (günstigste „gute”).

Bei einer Brenndauer von drei Stunden täglich geht die LED erst nach fast 7 Jahren in Führung; bei sechs Stunden dauert es weniger als 4 Jahre. Der LED-Testsieger für rund 33 Euro (5/2013) kommt bei den Gesamtkosten nur dann besser weg, wenn die Brenndauer höher ist, der Strompreis kräftig steigt und/oder deutlich mehr Jahre ins Land gehen.

Auch für 75 Watt-Glühbirnen gibt es inzwischen günstigen und gleichzeitig sparsamen Ersatz, wie der Test 4/2014 zeigt. Die mit „gut” bewerteten LED-Lampen Samsung SI-I8W121140EU und Müller-Licht LED A60, E27, 10W (24497) sind derzeit schon für rund 6 Euro zu haben.

2. Energiesparlampen vs LED: Welche hält länger?

Energiesparlampen im Test: Dauertest(c) Stiftung Warentest

Energiesparlampen und LED im Dauertest

Die lange Lebensdauer zählt die Stiftung Warentest zu den größten Vorteilen von LED-Lampen. Beim Test 5/2013 überstanden alle Modelle 6.000 Brennstunden. Einige Modelle aus früheren Tests leuchten demnach sogar schon seit mehr als 20.000 Stunden. Das entspricht einer Lebensdauer von zwanzig Jahren (bei drei Stunden Brenndauer pro Tag). Die Hersteller selbst geben meist eine Lebensdauer zwischen 15.000 und 30.000 Stunden an. Bei Energiesparlampen fallen die Angaben deutlich niedriger aus: 8.000 bis 10.000 Stunden.

In Sachen Haltbarkeit gibt es neben der Brenndauer einen weiteren wichtigen Faktor für den Vergleich von Energiesparlampen und LED: die Helligkeit. Wie Stiftung Warentest-Projektleiter Peter Schick im Interview erklärt, nimmt die Helligkeit mit der Zeit bei allen Lampen ab. Besonders stark ist der Effekt bei Glühlampen. Der kleinste Helligkeitsverlust wird bei LED-Lampen verzeichnet; Energiesparlampen liegen dazwischen.

3. Quecksilber: akzeptabel oder nicht?

Ob es nun eine Energiesparlampe oder LED sein soll, lässt sich auch an einer einzigen Frage festmachen: Darf die Lampe Quecksilber enthalten oder nicht? Handelsübliche Energiesparlampen enthalten nämlich allesamt Quecksilber – wenn auch in sehr geringen Mengen und im ausgeschalteten Zustand inzwischen meist in Amalgam gebunden anstatt als Flüssigquecksilber. Dennoch fürchten viele Verbraucher eine Vergiftung, falls doch mal eine Energiesparlampe zu Bruch geht. Experten geben jedoch Entwarnung und die sichere Entsorgung ist auch kein allzu großes Problem.

Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, kann zu Energiesparlampen mit Splitterschutz greifen oder gleich auf LED setzen. Denn LED-Lampen kommen im Gegensatz zu Energiesparlampen ganz ohne Quecksilber aus.

4. Energiesparlampe oder LED? Auf den Einsatzort kommt es an!

Wenn im Kinderzimmer die Bälle fliegen, kann schon mal etwas kaputt gehen. Deswegen ist hier eine günstige Energiesparlampe mit Splitterschutz womöglich besser geeignet als eine teure LED. Ähnliches gilt für andere Orte, an denen Energiesparlampen oder LED zum Einsatz kommen sollen. Denn nicht jede Lampe ist für jeden Zweck geeignet. Am besten gehen Sie vor dem Kauf jeden einzelnen Lampen-Standort mit einer Checkliste durch.

Wer eine dimmbare Sparlampe sucht, muss bei beiden Arten genau hinsehen. Bei den LEDs sind nicht alle dimmbar und nicht alle Dimmschalter sind geeignet. Bei Energiesparlampen sind die meisten Modelle nicht dimmbar.

Vor allem bei den Extras zeigt sich, ob eine Energiesparlampe oder LED besser passt. Denn bei diesen Punkten spielt die LED Ihre Vorteile aus.

  • sofort hell: zum Beispiel fürs Treppenhaus
  • schaltfest: für Räume, in denen das Licht häufig ein- und ausgeschaltet wird, zum Beispiel im WC
  • temperaturunempfindlich: beispielsweise für die Außenbeleuchtung

Weitere Punkte für die Checkliste:

  • Fassung: E27, E14, GU10, GU5.3 oder...?
  • Form: klassisch, Kerze, Tropfen, Spot oder...?
  • Spots: 12 V oder 220 V? Trafo mit Mindestleistung?
  • Größe: Darf die Lampe eine bestimmte Länge oder Breite nicht überschreiten, z. B. für einen schmalen Lampenschirm?
  • Lumen statt Watt – Faustregel der Stiftung Warentest: „Watt mal zehn entspricht dem Lumenwert”:
    180 bis 200 Lumen entsprechen 25 Watt einer Glühbirne,
    350 bis 400 Lumen: 40 Watt,
    590 bis 700 Lumen: 60 Watt,
    800 bis 900 Lumen: 75 Watt und
    1.140 bis 1.400 Lumen:100 Watt.
  • Kelvin: von extra warmweiß (2.500) bis tageslicht-weiß (6.500) – zum Vergleich: Glühbirnen erreichen 2.900 Kelvin

Erläuterungen zu den einzelnen Punkten finden Sie in unserer Infografik und dem Artikel „Watt, Lumen & Fassungsgrößen bei Energiesparlampen & LEDs”.

5. Farbwiedergabe: Schreibtisch, Werkbank oder Gemälde im rechten Licht?

Die mäßige Farbwiedergabe hält die Stiftung Warentest für den größten Nachteil von Energiesparlampen. Besonders problematisch sind demnach Rottöne. Wichtig kann das zum Beispiel am Schreibtisch oder bei einem Gemälde sein. Im Test 10/1013 hatten sämtliche Energiesparlampen Probleme, Farbnuancen wiederzugeben. Sechs von zehn LEDs schnitten dabei besser ab.

Neben den Testergebnissen kann auch die Kennzeichnung bei der Auswahl helfen. Für eine gute Farbwiedergabe sollte der Ra-Wert bei 90 statt 80 liegen. Ist nur eine Farbkennzahl angegeben, zum Beispiel die 927, dann steht die 9 für die Farbwiedergabe, also einen Ra-Wert von 90.

6. Ökobilanz: Energiesparlampe vs. LED

Wie beim Preis ist auch bei der Umweltfreundlichkeit die Haltbarkeit entscheidend. Betrachtet man nur die Produktion, schneiden LEDs schlechter als Energiesparlampen ab. Denn der Materialaufwand ist bei der LED größer und es werden außerdem viele seltene Metalle benötigt. Der geringere Stromverbrauch und die Langlebigkeit machen diesen Nachteil gegenüber der Energiesparlampe aber wieder mehr als wett.

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