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Karotten fürs Klima
Haben Sie schon einmal die allseits beschworene Macht der Verbraucher gespürt? Wir schon, und zwar in einem kleinen Spätverkauf in mitten Berlins. Nachdem hier gezielt konsumiert und viel Umsatz generiert wurde, konnte der Laden Klimaschutzmaßnahmen umsetzen.
Über 400 Leute stürmten den Spätverkauf „Multikulti" in Kreuzberg und verschafften dem Besitzer innerhalb von drei Stunden einen Umsatz von über 2.000 Euro. Findet die 1. Mai Demonstration jetzt auch am 13. Juni statt? Wohl kaum, obwohl man durchaus die revolutionäre Kraft der Verbraucher an diesem Tag im Spätverkauf „Multikulti“ spüren konnte. Aber was hat das eigentlich alles mit Klimaschutz und Energiesparen zu tun?
Sehr viel und zwar dann, wenn der Besitzer einen großen Teil des Umsatzes in Klimaschutz-massnahmen investiert und genau das ist das Prinzip eines carrotmob. Ausgewählt wurde der Spätverkauf Multikulti, denn dessen Besitzer, Herr Kimyeci, war bereit, mehr als seine Mitbewerber in energiesparende Maßnahmen zu investieren.
Sein Gebot, 35 Prozent des Umsatzes zu investieren, konnte keiner der Mitwerber toppen. Der carrotmob gibt dem ausgewählten Ladenbesitzer die Chance, sein Nachhaltigkeits-Image und seine Bekanntheit zu steigern und außerdem an dem Tag der Aktion sehr viel Umsatz zu machen. Gleichzeitig haben Konsumenten die Gelegenheit, ihre Einkäufe mit ökologischem Bewusstsein zu verbinden. Das Motto lautet: „Bestimme selbst, wie nachhaltig das Geschäft in dem Du einkaufst, sein soll“. Die allseits beschworene Macht des Verbrauchers kann mit dieser Aktion gelebt werden. Und das Beste ist, es werden nicht nur Impulse gesetzt, sondern in dem Laden konkrete Klimaschutzmaßnahmen mit einem Teil des Umsatzes umgesetzt.
Genau aus diesem Grund beteiligt sich co2online an der carrotmob Initiative und steht mit Energiespartipps und Handlungsempfehlungen beratend zur Seite. So wurden aktuell im Kreuzberger Spätverkauf Leuchtstofflampen mit elektronischem Vorschaltegerät, Wärmeschutzfolie für Fenster im Verkaufsraum und eine Zeitschaltuhr vor die Stereoanlage angebracht. Außerdem wird Herr Kimyeci seine drei Gefriertruhen ab sofort regelmäßig abtauen, denn wie viel er damit am Ende sparen kann, weiß er jetzt.
Mit all diesen Maßnahmen spart sein Kiosk pro Jahr 1.454 kWh Strom und vermeidet 1.152 kg CO2. Und zum krönenden Abschluss bezieht er auch noch Ökostrom und vermeidet damit über zehn Tonnen CO2 pro Jahr. Herzlichen Glückwunsch, Herr Kimyeci, es war eine gute Entscheidung das höchste Gebot abzugeben. Wir sind gespannt auf den nächsten klugen Ladenbesitzer.
Also dann, wir sehen uns bei der nächsten carrotmob-Aktion mit vollen Einkaufkörben und der Gewissheit, Teil einer großen Bewegung zu sein.
Für das Team von co2online grüßt Sie
Ihre Steffi Saueracker
P.S.: Hier gibt es weitere Informationen über carrotmob: www.carrotmobberlin.com.








