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Praktikumsbericht: Romy Amelia Prero

(c) Martin Stollberg

Hallo, liebe Mitklimaschützer*innen,

ich heiße Romy, bin 24 Jahre alt und studiere Kommunikationswissenschaft mit Schwerpunkt auf politischer Kommunikation, Online-Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. Im Sommer 2020 habe ich zehn großartige Wochen als Praktikantin im Kampagnenteam verbringen dürfen, auf die ich sehr gerne zurückblicke.

Wie es ist, sich bei co2online in einem Team von begeisterten Klimaschützer*innen täglich für eine lebenswerte Zukunft einzusetzen? Das erfahrt ihr hier!

Klimaschutz beginnt im FÖJ

Kennengelernt hatte ich co2online während meines Freiwilligen Ökologischen Jahres. Am Tag der Offenen Tür des BMU 2018 war ich an einem Stand im Lichthof des BMU besonders lange stehengeblieben. Was wog mehr auf der Klimawaage? Interessiert hatte ich mich zusammen mit vielen anderen Besucher*innen an den dort aufgestellten Dosen probiert, die je nach CO2-Fußabdruck von Alltagshandlungen unterschiedlich schwer waren. Fasziniert von dem Ansatz, klimaschonendes Verhalten spielerisch zu vermitteln, kam ich mit der Kampagnenmanagerin ins Gespräch. Gleich am nächsten Tag bewarb ich mich initiativ für ein Praktikum im Kampagnen-Team. Da ich für mein Studium im Herbst 2018 nach Baden-Württemberg zog, fand das Bewerbungsgespräch digital statt. Das virtuelle Treffen mit meinem zukünftigen Praktikumsbetreuer hinterließ einen harmonischen Eindruck. Im Sommer 2020 kam ich dann für 10 Wochen als Vollzeit-Praktikantin zu co2online nach Berlin.

Berliner*innen, die im Sommer die Heizung tauschen, frieren im Winter nicht!

Zwei Jahre zuvor hatte ich beim Spiel mit der Klimawaage überrascht festgestellt, dass die eigene Wärmeversorgung besonders stark ins Gewicht fällt und dass ein Blick in den eigenen Heizungskeller ein relevanter Beitrag zur Wärme- und Energiewende sein kann. Ich war deshalb sehr erfreut darüber, dass ich zu Beginn meines Praktikums an der Kampagne „HeiztauschPLUS“ mitwirken durfte. Im Auftrag der Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz soll hiermit auf das gleichnamige Förderprogramm für den Austausch ineffizienter und CO2-intensiver Heizungsanlagen sowie für die energetische Sanierungsberatung aufmerksam gemacht werden. Meine Aufgabe bestand dabei in der konzeptionellen Unterstützung der Aktivierungskampagne. Ich war insbesondere für die Zielgruppenanalyse sowie die Entwicklung von Persona und Customer Journeys (bzw. hier eher Exchanger Journeys!) und Touchpoint-Analysen als Grundlage für das Kommunikationskonzept zuständig. Daneben gehörten auch die Medienanalyse und -planung mit Fokus auf Informationsangebote im Bereich der energetischen Sanierung zu meinen Tätigkeiten.

Schüler*innen werden im Lockdown zu Energiesparmeister*innen!

Die Unterstützung des bundesweiten Energiesparmeister-Wettbewerbes war mir eine ganz besondere Freude. Trotz der Schulschließungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie feierte co2online im Jahr 2020 einen Bewerber*innen-Rekord für den Schulwettbewerb. Aufgrund der Corona-Pandemie fand die Preisverleihung für die besten Klimaschutzprojekte an deutschen Schulen im Herbst erstmalig online statt und wurde per Livestream übertragen. In Vorbereitung auf die Online-Preisverleihung war ich für den Versand der nachhaltigen T-Shirts für die Landes- und Bundessieger verantwortlich. Zudem nahm ich Kontakt mit den Bundestagsabgeordneten im Wahlkreis der Schulen auf, um sie auf das preiswürdige Klimaschutz-Engagement aufmerksam zu machen und sie um Unterstützung der lokalen Schüler*innen und Lehrer*innen zu bitten. Hierfür stellte ich auch vorgefertigte Texte und Bilder für Website und Social-Media für die Politiker*innen bereit. Besonders Spaß gemacht hat mir die Koordination und Durchführung der virtuellen Interviews mit den vielen engagierten Schüler*innen und Lehrer*innen der Preisträger-Schulen für die Einbindung in den Livestream. Es war berührend, zu sehen und zu hören, mit wie viel Begeisterung und Engagement sie sich um Klimaschutz an ihren Schulen bemühten! In den Interviews verspürte ich große Hoffnung für die Zukunft. Im Anschluss an die Online-Preisverleihung versandte ich dann die Geldschecks, Sachpreise und Pokale an die Gewinner-Schulen. Ihre Paten aus Wirtschaft und Gesellschaft versorgte ich zudem mit Broschüren und Informationsmaterialien zu den Preisträger-Schulen und ihrem Klimaschutz-Engagement.

Klimaschädliche CO2-Emissionen bekommen einen Preis!

Zum Ende meines Praktikums durfte ich an einem Workshop der Deutschen Emissionshandelsstelle (Umweltbundesamt) zum Nationalen Emissionshandel teilnehmen. In Deutschland wird ab 2021 eine CO2-Bepreisung im Wärme- und Verkehrsbereich eingeführt. Ziel des Workshops von co2online mit verschiedenen Fachabteilungen der Umweltbehörde war es, auf der Basis von zuvor entwickelten Personas der Zielgruppen der Inverkehrbringer*innen, Journalist*innen und Bürger*innen Instrumente und Kanäle sowie Botschaften für die Kommunikation des Nationalen Emissionshandels als wirksames Klimaschutzinstrument zu entwickeln. Neben der aktiven Beteiligung in der Workshop-Gruppe zum Wärmebereich habe ich das Workshop-Ergebnisprotokoll angefertigt und darauf aufbauend ein umfassendes Kommunikationskonzept erstellt.

Münchener*innen radeln für ein gutes Klima!

Weiterhin durfte ich auch die Kampagne „München Cool City“ unterstützen. Ziel der Klimaschutzkampagne ist es, Klimaschutz für Bürger*innen der bayerischen Landeshauptstadt greifbar, machbar und erfahrbar zu machen. In wechselnden Themenjahren bietet die Kampagne viele Möglichkeiten, Anregungen und Anreize, um nachhaltiges Handeln in den Alltag zu integrieren. Während meiner Praktikumszeit lag der Fokus auf dem Handlungsfeld Mobilität. Meine Aufgabe umfasste die Recherche geeigneter Fotos für redaktionelle Texte zur alternativen und emissionsfreien Mobilitätsform des Radfahrens sowie die koordinierte Abwicklung des Bilderwerbes in entsprechenden Datenbanken.

Klimaschutz wird bei co2online nie langweilig!

Neben den zuvor beschriebenen Haupttätigkeiten erhielt ich immer wieder auch Einblicke in andere spannende Klimaschutzkampagnen. So habe ich gerne kleinere Lektorats- und Recherchetätigkeiten für die Kommunikationskampagnen zum Online-Portal „Klimafreundliche Kälte“ (BMU), zum „Kompetenzzentrum Nachhaltiger Konsum“ (UBA), dem Projekt „Heating and Cooling Know-How and Solutions“ (EU) sowie zum Handwerker*innen-Verzeichnis „Rat und Tat“ übernommen.

Ich denke sehr gerne an meine Zeit im Team von co2online zurück. Zwar lag mein Praktikum mitten in der unruhigen Corona-Zeit, jedoch zeigte sich die Werteorientierung von co2online als klarer Wegweiser durch die herausfordernden Zustände und Entwicklungen. Von Anfang an wurde ich als Praktikantin herzlich empfangen und aufgenommen. Nicht nur beim gemeinsamen Mittagessen oder während des Sommerfestes gab es viele Möglichkeiten, mich mit meinen lieben und lustigen Kolleg*innen auszutauschen und von ihnen zu lernen.

Ich habe es sehr geschätzt, in einem Team zu arbeiten, das mir viel Vertrauen entgegengebracht und Verantwortung übertragen hat. Während ich eigenständig an meinen Aufgaben innerhalb der Klimaschutzkampagnen gearbeitet habe, waren die regelmäßigen Feedbackgespräche mit meinem wohlwollenden Praktikumsbetreuer eine wertvolle Unterstützung. In Teammeetings und Netzwerktreffen habe ich mich immer ermutigt gefühlt, meine Erfahrungen zu teilen und eigene Ideen und Vorschläge einzubringen. Die Zusammenarbeit an den vielfältigen Klimaschutzkampagnen war stets geprägt von gegenseitiger Wertschätzung, Interesse und Verständnis. So konnten wir im Team gemeinsam den coronabedingten Herausforderungen begegnen, zusammen Lösungen entwickeln und hierdurch, zumindest nach meinem Empfinden, auch weiter zusammenwachsen. Der Abschied von meinen Kolleg*innen fiel mir entsprechend schwer. Umso mehr freut es mich, dass ich weiterhin mit meinen ehemaligen Mitklimaschützer*innen in Kontakt bleiben kann.

Klimaschutz geht weiter!

Rückblickend war mein Praktikum bei co2online eine wertvolle Möglichkeit, mein theoretisches Wissen aus dem Studium anzuwenden und um praktische Erfahrungen zu erweitern. Vor meiner Zeit als Praktikantin hatte ich mich bereits vielfach in universitären Forschungsprojekten sowie in meiner wissenschaftlichen Tätigkeit am Institut für Kommunikationswissenschaft mit Fragestellungen der Energie- und Klimakommunikation auseinandergesetzt. Die Perspektive der Kommunikationspraxis, wie ich sie im Kampagnenmanagement von co2online erlebt habe, war hierzu eine bereichernde Ergänzung.

Ich kann mir gut vorstellen, in Zukunft in der angewandten empirischen Politik- und Sozialforschung und Beratung zu arbeiten. Besonders die Beteiligung der Öffentlichkeit an zukunftsweisenden Planungs- und Entscheidungsprozessen wie etwa im Bereich der Energiewende und des Klimaschutzes würde ich sehr gerne mitgestalten und dabei auch co2online gerne wieder über den Weg laufen!