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Monatstrends

Sie haben abgestimmt: Alle Umfrage-Ergebnisse auf einen Blick.

Gesamtausgabe des aktuellen Klima-Barometers als PDF-Download (PDF, 285 kB).

3. Quartal 2011: Gebäudesanierung – wie Mieter und Vermieter mit den Kosten umgehen sollen

75 Prozent aller Wohngebäude in Deutschland wurden vor 1978 gebaut. Die Modernisierung des Altbaubestands und damit die Erhöhung der Energieeffizienz ist ein wichtiger Teil, um die beschlossene Energiewende voranzubringen. In den monatlichen Online-Umfragen zum Klima-Barometer war das Schwerpunkthema im vergangenen Quartal die Überwindung der Hemmnisse für energetische Gebäudemodernisierungen, sowohl für Vermieter als auch für Mieter. Die Mehrheit der Umfrage-Teilnehmer plädiert für eine Änderung der Umlage der Modernisierungskosten und für die Erleichterung der Reduktion von Heizkostenzahlungen bei unsanierten Gebäuden. Der Energieausweis als Instrument zur Verbesserung des energetischen Zustandes der Wohngebäude kommt nach wie vor nicht bei den Verbrauchern an.

Die Hälfte (49 Prozent) der Befragten spricht sich für eine Modernisierungsumlage genau in Höhe der eingesparten Heizkosten aus

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Die Hälfte (49 Prozent) der Befragten spricht sich für eine Modernisierungsumlage genau in Höhe der eingesparten Heizkosten aus.

Die Regelung für die Umlage der Kosten von Modernisierungsmaßnahmen ermöglicht es dem Vermieter, bis zu elf Prozent der Kosten an die Mieter weiterzugeben (§ 559 BGB).

Die Hälfte der Befragten möchte die bestehende Regelung ändern. Sie präferieren eine Regelung, nach der die Umlagekosten nicht höher sein dürfen, als die eingesparten Heizkosten. Dies würde für die Mieter bedeuten, dass die insgesamt zu entrichtende Warmmiete (Mietzins und Nebenkostenvorauszahlung) nicht steigen dürfte. Die Mieter sollen also nach Meinung der Umfrage-Teilnehmer keinen finanziellen Nachteil haben, wenn eine energetische Modernisierung stattfindet. 14 Prozent sind sogar der Meinung, die Modernisierungskosten sollten in keinem Fall auf die Mieter umgelegt werden können.

72 Prozent der Umfrage-Teilnehmer befürworten die Möglichkeit zur Heizkostenminderung bei unsanierten Gebäuden mit sehr hohem Energieverbrauch

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72 Prozent der Umfrage-Teilnehmer befürworten die Möglichkeit zur Heizkostenminderung bei unsanierten Gebäuden mit sehr hohem Energieverbrauch.

Eine große Mehrheit (72 Prozent) der Umfrage-Teilnehmer befürwortet die Reduktion der Heizkostenzahlung, wenn ein Mehrfamilienhaus unsaniert ist und dadurch überdurchschnittlich viel Energie verbraucht. Rund der Hälfte genügt für die Kostenminderung ein Heizenergieverbrauch, der 50 Prozent über dem durchschnittlichen Verbrauch vergleichbarer Gebäude liegt. Weitere 22 Prozent der Teilnehmer wollen die Heizkostenreduktion erst dann zulassen, wenn das Gebäude doppelt so viel Energie verbraucht wie ein vergleichbares durchschnittliches Gebäude.

Die große Mehrheit der Befragten (81 Prozent) hat beim letzten Umzug oder Kauf eines Hauses den Gebäude-Energieausweis nicht eingesehen oder einsehen können

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Die große Mehrheit der Befragten (81 Prozent) hat beim letzten Umzug oder Kauf eines Hauses den Gebäude-Energieausweis nicht eingesehen oder einsehen können.

Seit ihrer Einführung mit der Energieeinsparverordnung 2007 gibt es Energieausweise mittlerweile für den größten Teil der Mehrfamiliengebäude in Deutschland. Wird ein Gebäude neu vermietet oder verkauft, ist der Ausweis, der Auskunft über den energetischen Gebäudezustand gibt, seit 2009 Pflicht. Die Nachfrage und Bedeutung dieses Instrumentes bleibt jedoch nach wie vor hinter den Erwartungen zurück. Dies zeigt auch das Ergebnis der Umfrage des Klima-Barometers.

Lediglich 19 Prozent der Befragten haben beim vorigen Umzug oder Kauf eines Hauses den Energieausweis des Gebäudes eingesehen. Mit 81 Prozent gibt die große Mehrheit an, beim letzten Umzug oder Kauf eines Hauses den Energieausweis des Gebäudes nicht eingesehen zu haben. In 39 Prozent der Fälle gab es noch keinen Energieausweis für das Gebäude. Ein Fünftel der Befragten wusste gar nichts von dieser Informationsmöglichkeit. Bei 12 Prozent bestand kein Interesse am Energieausweis und 10 Prozent der Umfrage-Teilnehmer wurde die Einsicht in den Energieausweis sogar vom Vermieter/Vorbesitzer verweigert.

Die Verweigerung der Einsicht in den Energieausweis stellt nach Energieeinsparverordnung eine Ordnungswidrigkeit dar.