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Index

Was berichten die Medien über den Klimaschutz? Wie groß ist das Energiespar-Interesse in der Bevölkerung? Was meinen die Experten? Der aktuelle Klima-Barometer-Index zeigt den Trend.

Gesamtausgabe des aktuellen Klima-Barometers als Download (PDF, 550 kB)

4. Quartal 2011

Erneut zeigt sich der Index zum öffentlichen Interesse am Klimaschutz fast unverändert. Gegenüber dem vergangenen Quartal (69 Punkte) bleibt der Index mit 71 Punkten weiter auf niedrigem Niveau.

Klima-Barometer-Index 04/2011, Indexwert: 71

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Dabei hatten die Ereignisse und Meldungen im vierten Quartal 2011 Potenzial, das Klimaschutz-Interesse wieder zu steigern: Im Laufe des Quartals wurden erste Ergebnisse zur Entwicklung der CO2-Emissionen im Jahr 2010 vorgestellt. Nach Berechnungen des Global Carbon Projects erreichte der Ausstoß von klimaschädlichen CO2-Emissionen im Jahr 2010 den höchsten Stand aller Zeiten. Nachdem durch die Finanzkrise die Emissionen 2009 um 1,4 Prozent zurückgingen, stiegen sie 2010 um 5,9 Prozent an. Das US-Energieministerium sprach sogar vom stärksten Anstieg, der bisher gemessen wurde. Dies lässt die Schlussfolgerung zu, dass die bisherigen weltweiten Bemühungen nicht nur keine Emissionsminderung herbeiführen, sondern auch deren weitere Zunahme immer noch nicht verhindern können.

Außerdem fand im Dezember 2011 die 17. Weltklimakonferenz im südafrikanischen Durban statt. Zum Ende der Verhandlungen nahm die Berichterstattung über Klimaschutz dann auch kurzfristig deutlich zu, reichte jedoch in keiner Weise an die Berichterstattung zum Klimagipfel in Kopenhagen 2009 heran. Nach 14 Jahren Verhandlung, in denen die Emissionen fast jedes Jahr anstiegen, war es erneut nicht gelungen, ein Nachfolgeabkommen für das im Jahr 2012 auslaufende Kyoto Protokoll zu vereinbaren. Zumindest konnten sich die Teilnehmer auf einen Fahrplan einigen. Das Nachfolgeabkommen soll 2012 in Katar erarbeitet werden und 2013 in Kraft treten. Für Staaten, die nicht dem Kyoto-Abkommen beigetreten sind, sollen in einem Weltklimavertrag bis spätestens 2015 Vereinbarungen getroffen werden, die ab 2020 in Kraft treten. Die Bemühungen zum Klimaschutz sollen bis dahin verstärkt werden. Obwohl so zumindest Eckdaten weiterer Verhandlungen abgesteckt wurden, gab es keine konkreten oder verbindlichen Reduktionsvorgaben: Erneut wurde der weltweite Klimaschutz vertagt.

Und auch nach dem Ende der Klimakonferenz rissen die Negativschlagzeilen nicht ab: Kanada verließ das Protokoll, mit dem Hinweis auf andere Staaten mit hohen Emissionen wie die USA oder China, die der Vereinbarung nie beigetreten waren. Das Land verhinderte so Strafzahlungen von rund 10,5 Milliarden Euro für das Verfehlen seiner Emissionsminderungsziele.

In Deutschland hingegen gibt es weiterhin einen breiten Konsens über die Notwendigkeit des Ausbaus erneuerbarer Energiequellen und die Erhöhung der Energieeffizienz. Umstritten ist jedoch, wie diese Ziele zu erreichen sind und wer die dafür notwendigen Leistungen erbringen soll. Eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Magazins Stern zeigte im Dezember 2011, dass bei der Mehrheit der Bevölkerung keine grundlegenden Verhaltensänderungen erfolgten: 66 Prozent der Befragten gaben an, aktuell nicht mehr für den Klimaschutz zu tun als früher.

Auch der „Fukushima-Effekt“, der kurzfristig zu einem rasanten Anstieg der Nachfrage nach Ökostrom führte, ist bereits wieder vorbei. Das Energiekosten-Vergleichsportal Verivox meldete im vergangenen Quartal, dass sich die Nachfrage nach Ökostrom mittlerweile wieder auf dem gleichen Niveau wie vor dem Reaktorunfall in Fukushima bewegt.

Der Klima-Barometer-Index

Der Index basiert auf einer Auswertung von vier Indikatoren:

  1. Experteneinschätzung zum öffentlichen Interesse am Klimaschutz und zur Höhe der Nachfrage nach ihrer Expertise
  2. Anzahl der Medien-Beiträge im betreffenden Quartal zu den Themen Klimawandel, Klimaschutz und Energiesparen
  3. Interesse der Internetöffentlichkeit, gemessen an der Häufigkeit der Suchbegriffe Klimawandel, Klimaschutz und Energiesparen bei Google
  4. Nutzungsfrequenz ausgewählter Energiespar-Ratgeber der Klimaschutzkampagne

Die einzelnen Indikatoren werden in einen Indexwert umgerechnet, der sich um den Durchschnittswert von 100 Punkten bewegt.