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Index

Was berichten die Medien über den Klimaschutz? Wie groß ist das Energiespar-Interesse in der Bevölkerung? Was meinen die Experten? Der aktuelle Klima-Barometer-Index zeigt den Trend.

Gesamtausgabe des aktuellen Klima-Barometers als Download (PDF, 415 kB)

4. Quartal 2010

Zum ersten Mal seit drei Quartalen stieg der Index zum öffentlichen Interesse am Thema Klimaschutz im vierten Quartal 2010 wieder an. Für den Anstieg von 55 auf 73 Punkte gibt es zwei Gründe.

Klima-Barometer-Index 04/2010, Indexwert: 73

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Ein Faktor, der sich positiv auf den Gesamt-Index auswirkte, waren die niedrigen Temperaturen im vergangenen Quartal. Dadurch erhöhte sich das Interesse an Energieeffizienz-Maßnahmen für Wohngebäude, abzulesen am Anstieg der Nutzung der Energiespar-Ratgeber von co2online. Dieser Indikator - einer von vier Bestandteilen zur Berechnung des Indexes - stieg deutlich von 46 auf 75 Punkte.

Außerdem fand im Dezember die UN-Klimakonferenz in Cancún, Mexiko, ihren Abschluss. Gemessen an der gescheiterten Klimakonferenz im Vorjahr in Kopenhagen wurden die Ergebnisse von „COP16“ durchaus positiv bewertet. Auch wenn kein Nachfolgeabkommen zum Kyoto-Protokoll verabschiedet wurde, kam es unter anderem zur Bekräftigung der Notwendigkeit einer deutlichen CO2-Emissionsminderung bis 2050, um eine Erderwärmung um mehr als zwei Grad gegenüber der vorindustriellen Temperatur zu verhindern. Außerdem wurde beschlossen, ab 2020 einen Klimaschutz-Fonds für ärmere Länder mit jährlich 100 Milliarden Dollar auszustatten.

Trotz zunehmender Berichterstattung während der Konferenz konnte jedoch nicht das Aufmerksamkeitsniveau von Kopenhagen erreicht werden. Der gesamte Index-Verlauf zeigt, dass sich das Interesse für den Klimaschutz weiterhin insgesamt auf einem unterdurchschnittlichen Niveau bewegt.

Was die Experten meinen

Hanne May, neue Energie - Das Magazin für Erneuerbare Energien: „Die Klimaverhandlungen in Cancún nahmen einen überraschend positiven Verlauf. Dennoch wurde viel weniger berichtet als im vergangenen Jahr über die Verhandlungen in Kopenhagen. Der ‚Frust’ über Kopenhagen und die schlechten Prognosen im Vorfeld waren die Hauptgründe, dass viel weniger Teilnehmer zu dieser Konferenz fuhren - Journalisten eingeschlossen.“

Dr. Manfred Treber, Germanwatch: „Durch den erfolgreichen Abschluss des UN-Klimagipfels in Cancun wurde die seit Kopenhagen wahrzunehmende Bewegung auf der Rutschbahn nach unten gestoppt und es zeichnet sich ab, dass nunmehr eine Aufwärtsspirale einsetzt. Damit diese vehement starten kann, ist es im nächsten Schritt notwendig, dass die Europäische Union Führungskraft zeigt und sich im nächsten Jahr ohne Vorbedingungen auf ein minus 30 Prozent-Emissionsziel bis 2020 gegenüber 1990 verständigt.“

Dr. Alexander Barthel, Zentralverband des Deutschen Handwerks: „Die Erfahrungen gerade der letzten Monate zeigen: Die Klimaschutziele der Bundesregierung können nur dann erreicht werden, wenn die Taktzahl bei der energetischen Gebäudesanierung deutlich erhöht wird. (...) Die Förderung der energetischen Gebäudesanierung muss sich so rasch wie möglich und dann auch dauerhaft verlässlich mindestens wieder an dem beispielhaften Niveau des Jahres 2009 orientieren.“

Diese Experten beteiligten sich außerdem am Klima-Barometer-Index 04/2010: Hubertus Bardt (Institut der deutschen Wirtschaft Köln), Bernd Genath (Fachjournalist), Richard Brand (Evangelischer Entwicklungsdienst), Eva Bulling-Schröter (MdB, Die Linke), Prof. Dr. Hartmut Graßl (Zentrum für Marine und Atmosphärische Wissenschaft), Jörg Haas (European Climate Foundation), Anke Herold (Öko-Institut e.V.), Thomas Hirsch (Brot für die Welt), Patrick Hoffmann (Institut für ZukunftsEnergieSysteme IZES), Prof. Dr. Martin Jänicke (Freie Universität Berlin), Prof. Dr. Claudia Kemfert (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung), Manfred Kriener (zeo2 - Magazin für Umwelt, Politik und Neue Wirtschaft), Jörg Mayer (Agentur für Erneuerbare Energien), Andreas Mihm (Frankfurter Allgemeine Zeitung), Michael Odenwald (Focus), Hermann E. Ott (MdB, Bündnis 90/Die Grünen), Stefan Rahmstorf (Potsdam Institut für Klimafolgenforschung), Prof. Hans Joachim Schellnhuber (Potsdam Institut für Klimafolgenforschung), Wolfgang Sterk (Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH), Prof. Dr. Wilhelm Windhorst (Universität Kiel)

Der Klima-Barometer-Index

Der Index basiert auf einer Auswertung von vier Indikatoren:

  1. Experteneinschätzung zum öffentlichen Interesse am Klimaschutz und zur Höhe der Nachfrage nach ihrer Expertise
  2. Anzahl der Medien-Beiträge im betreffenden Quartal zu den Themen Klimawandel, Klimaschutz und Energiesparen
  3. Interesse der Internetöffentlichkeit, gemessen an der Häufigkeit der Suchbegriffe Klimawandel, Klimaschutz und Energiesparen bei Google
  4. Nutzungsfrequenz ausgewählter Energiespar-Ratgeber der Klimaschutzkampagne

Die einzelnen Indikatoren werden in einen Indexwert umgerechnet, der sich um den Durchschnittswert von 100 Punkten bewegt.