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Index

Was berichten die Medien über den Klimaschutz? Wie groß ist das Energiespar-Interesse in der Bevölkerung? Was meinen die Experten? Der aktuelle Klima-Barometer-Index zeigt den Trend.

Gesamtausgabe des aktuellen Klima-Barometers als Download (PDF, 433 kB)

3. Quartal 2010

Katastrophale Überschwemmungen in China und Pakistan, Dauerregen und ansteigende Pegelstände in Deutschland und Polen, mit 45° der heißeste Tag der jemals in Los Angeles (seit 1877) gemessen wurde und ausgeprägte Dürre in Russland: Erneut hat das Wetter im vergangenen Quartal gezeigt, dass der Klimawandel vor der Haustür steht. Trotz der Fülle an extremen Wetterphänomenen ist der Index zur Messung des öffentlichen Interesses am Kli-maschutz im 3. Quartal 2010 erneut rückläufig. Er fällt jedoch nur leicht von 56 auf 55 Punkte.

Klima-Barometer-Index 04/2010, Indexwert: 73

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Grund für diese Entwicklung ist in erster Linie die nachlassende Medienberichterstattung, einer von vier Indikatoren für den Index. Denn obwohl mit dem Interesse an den Energiespar-Ratgebern und der Experten-Einschätzung zwei Indikatoren ansteigen, sinkt der Gesamtindex leicht, weil der Medien-Indikator von 31 auf 20 Punkte fällt.

Ein weiterer Grund für das eher geringe Interesse am Klimaschutz könnte an der Verlagerung der Themen in der Energiedebatte im vergangenen Quartal liegen. Im Zusammenhang mit dem  Energiekonzept der Bundesregierung dominierte die Auseinandersetzung um die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt des Atomausstiegs. Die Diskussion um die Laufzeitverlängerung für bestehende Atommeiler lenkte dabei eher von der globalen Aufgabe des Klimaschutzes ab, denn der Streit konzentriert sich auf Probleme wie die Sicherheit von Atomstrom, die Endlagerung von Atommüll oder das Verhältnis von Energiewirtschaft und Politik.

Was die Experten meinen

Thomas Hirsch, Brot für die Welt: „Der Klimaschutz ist in der Energiedebatte vom Thema stark Atom verdrängt worden.“

Anika Schroeder, Misereor: „Es gibt eine Rückbesinnung der Energie- und Klimadebatte in der Öffentlichkeit/den Medien auf innenpolitische Befindlichkeiten. Wirtschaftliche Argumente, wie z.B. Kosten pro kWh für den Endverbraucher und Versorgungssicherheit werden kaum genannt. Das war im Kontext Kopenhagen anders."

Prof. Dr. Stefan Rahmstorf, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung: „Flut in Pakistan, Hitze in Russland bringen das Thema Klima in die Medien, allerdings erstaunlich wenig. Über die Ursachen der Extremereignisse wird kaum diskutiert."

Diese Experten beteiligten sich außerdem am Klima-Barometer-Index 03/2010: Hubertus Bardt (Institut der deutschen Wirtschaft Köln), Bernd Genath (Fachjournalist), Dr. Dieter Gerten (Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung), Prof. Dr. Hartmut Graßl (Zentrum für Marine und Atmosphärische Wissenschaft), Jörg Haas (European Climate Foundation), Patrick Hoffmann (Institut für ZukunftsEnergieSysteme IZES), Prof. Dr. Claudia Kemfert (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung), Hans-Arno Kloep (Querschiesser Unternehmensberatung GmbH & Co.KG), Zsolt Kremer (Technomar GmbH), Hanne May (neue energie - das Magazin für Eneuerbare Energien), Florian Rötzer (Telepolis), Tilman Santarius (Heinrich-Böll-Stiftung, Germanwatch), Christian Seelos (ener|gate GmbH & Co.KG), Wolfgang Sterk (Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH), Angelika Zahrnt (Rat für Nachhaltige Entwicklung)

Der Klima-Barometer-Index

Der Index basiert auf einer Auswertung von vier Indikatoren:

  1. Experteneinschätzung zum öffentlichen Interesse am Klimaschutz und zur Höhe der Nachfrage nach ihrer Expertise
  2. Anzahl der Medien-Beiträge im betreffenden Quartal zu den Themen Klimawandel, Klimaschutz und Energiesparen
  3. Interesse der Internetöffentlichkeit, gemessen an der Häufigkeit der Suchbegriffe Klimawandel, Klimaschutz und Energiesparen bei Google
  4. Nutzungsfrequenz ausgewählter Energiespar-Ratgeber der Klimaschutzkampagne

Die einzelnen Indikatoren werden in einen Indexwert umgerechnet, der sich um den Durchschnittswert von 100 Punkten bewegt.