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Index

Was berichten die Medien über den Klimaschutz? Wie groß ist das Energiespar-Interesse in der Bevölkerung? Was meinen die Experten? Der aktuelle Klima-Barometer-Index zeigt den Trend.

Gesamtausgabe des aktuellen Klima-Barometers als Download (PDF, 175 kB)

2. Quartal 2011

Im dritten Quartal 2011 beherrschte ein Thema die öffentliche Diskussion: Die Schuldenkrise europäischer Staaten und die Maßnahmen, um sie zu überwinden. Themen wie Klimaschutz und Energiesparen standen daher weniger im Fokus. Der Klima-Barometer-Index zur Messung des öffentlichen Interesses an Klimaschutz und Energiesparen bleibt auf niedrigem Niveau. Er steigt nur um einen Punkt auf 69.

Klima-Barometer-Index 02/2011, Indexwert: 68

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Internet-Suchvolumen der Begriffe Ökostrom und Klimaschutz im Vergleich

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Mit dem Atomausstieg stellen sich erneut Fragen nach der Versorgungssicherheit in den nächsten Jahrzehnten, nach der Vereinbarkeit der Klimaschutzziele der Bundesregierung mit den Veränderungen der Stromproduktion und nach den Kosten für den Ausbau erneuerbarer Energien. Um alle Ziele erreichen und die Versorgungssicherheit gewährleisten zu können, müssen die möglichst effiziente und klimaschonende Produktion von Energie und ihre effiziente und sparsame Nutzung im Zusammenhang betrachtet werden, darin sind sich alle Experten einig.

Gleichzeitig hat aber die Konzentration der Debatte auf den Atomausstieg dazu geführt, dass die Themen Energiesparen und Klimaschutz in der Öffentlichkeit in den Hintergrund getreten sind. Dies zeigt sich am weiterhin niedrigen Interesse der Medien an diesem Thema und dem geringen Online-Suchvolumen zu den Begriffen Klimaschutz und Energiesparen. Mit einer Ausnahme: der Nachfrage nach Ökostrom.

Neben dem Anstieg der Suchanfragen für Ökostrom im Internet kam es auch seit dem vergangenen Quartal zu einem Zuwachs bei den Ökostrom-Kunden. Aber auch hier stellt sich die Frage, ob die Neukunden als „Anti-Atomkraft-Kunden“ kamen oder aus Gründen des Klimaschutzes.

Auch in den Medien werden Klimaschutzexperten derzeit mehr zu den Kosten der Energiewende befragt, als zum Thema Klimaschutz an sich. Der dramatische Anstieg der weltweit freigesetzten CO2-Emissionen im Jahr 2010, das dokumentieren die im vergangenen Quartal veröffentlichten Zahlen, erhöht jedoch den Druck, wieder verstärkt den Klimaschutz in den Mittelpunkt der Debatte zu stellen.

Was die Experten meinen

Hartmut Graßl, Zentrum für Marine und Atmosphärische Wissenschaften (ZMAW): „Die deutsche Energiewende hat mehr für den langfris-tigen Klimaschutz getan als allgemein diskutiert wird, weil jetzt die erneuerbaren Energien und die Stromnetze schneller ausgebaut werden als das der Bürger und die Politik glauben.“

Diese Experten beteiligten sich außerdem am Klima-Barometer-Index 01/2011: Dr. Alexander Barthel (Zentralverband des Deutschen Handwerks), Richard Brand (Evangelischer Entwicklungsdienst EED), Prof. Dr. Hartmut Graßl (Zentrum für Marine und Atmosphärische Wissenschaft), Patrick Hoffmann (Institut für ZukunftsEnergieSysteme IZES), Zsolt Krémer (Technomar GmbH), Manfred Kriener (Magazin zeo2), Stefan Rahmstorf (Potsdam Institut für Klimafolgenforschung), Matthias Schmitt (ehem. Magazin DIE KÄLTE + Klimatechnik), Anika Schroeder (Misereor), Dr. Klaus Schwarzer (Institut für Geowissenschaften, Universität Kiel), Wolfgang Sterk (Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH), Dr. Manfred Treber (Germanwatch)

Der Klima-Barometer-Index

Der Index basiert auf einer Auswertung von vier Indikatoren:

  1. Experteneinschätzung zum öffentlichen Interesse am Klimaschutz und zur Höhe der Nachfrage nach ihrer Expertise
  2. Anzahl der Medien-Beiträge im betreffenden Quartal zu den Themen Klimawandel, Klimaschutz und Energiesparen
  3. Interesse der Internetöffentlichkeit, gemessen an der Häufigkeit der Suchbegriffe Klimawandel, Klimaschutz und Energiesparen bei Google
  4. Nutzungsfrequenz ausgewählter Energiespar-Ratgeber der Klimaschutzkampagne

Die einzelnen Indikatoren werden in einen Indexwert umgerechnet, der sich um den Durchschnittswert von 100 Punkten bewegt.