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Index

Was berichten die Medien über den Klimaschutz? Wie groß ist das Energiespar-Interesse in der Bevölkerung? Was meinen die Experten? Der aktuelle Klima-Barometer-Index zeigt den Trend.

Gesamtausgabe des aktuellen Klima-Barometers als Download (PDF, 433 kB)

2. Quartal 2010

Bereits im ersten Quartal 2010 sank der Index zur Messung des öffentlichen Interesses am Thema Klimaschutz stark von 110 auf 68 Punkte. Dieser Trend setzt sich nun fort. Im zweiten Quartal hat sich das öffentliche Interesse am Klimaschutz erneut abgeschwächt. Der Index sinkt von 68 Punkten auf 56 Punkte. Besonders betroffen sind zwei der vier Indikatoren, die den Index bilden: Das Medieninteresse am Thema fiel von 58 auf 31 Punkte und die Frequenz der Online-Suchbegriffe Klimaschutz, Klimawandel und Energiesparen ging von 97 auf 64 Punkte zurück.

Klima-Barometer-Index 04/2010, Indexwert: 73

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Aktuell gehört  Klimaschutz nicht zu den wichtigen Themen der Berichterstattung. Die Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise dominieren weiterhin. Das Thema Klimaschutz wird in diesem Zusammenhang aktuell weniger als eine umweltpolitische Aufgabe, sondern mehr als finanzpolitisches Problem aufgegriffen. Diskutiert werden dabei vor allem  die Förderprogramme speziell für Solarthermie und Photovoltaikanlagen. Auch die bisher größte Umweltkatastrophe der USA, verursacht durch Millionen von Litern Öl, die seit April täglich durch ein Leck geschlagenes Tiefseebohrloch im Golf von Mexico ins Meer strömen, änderte am Rückgang des Interesses für Klimaschutz nichts. Obwohl die Ölförderung in immer entlegeneren Gebieten wie der Tiefsee direkt mit der weiterhin hohen Nachfrage nach fossilen Energieträgern in Verbindung steht, wird in der Medienberichterstattung fast nur die Verschmutzung der Küsten und Gewässer der Anrainerstaaten sowie die Frage nach den Verantwortlichen diskutiert.

Was die Experten meinen

Stephan Schunkert, KlimAktiv gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung des Klimaschutzes: „In der Allgemeinheit hält sich das Interesse am Klimaschutz und Klimawandel in Grenzen. Die Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko zieht im Umweltsektor die ganze Aufmerksamkeit auf sich.“

Wolfgang Sterk, Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH: „Die US-Klimapolitik wird durch die Ölkatastrophe stark durcheinander gebracht, die genauen Folgen sind aber noch nicht absehbar. In der EU verstärkt sich die Diskussion darüber, unilateral von 20% auf 30% zu gehen. Die Atmosphäre in den internationalen Verhandlungen scheint wieder etwas konstruktiver zu sein als in Kopenhagen."

Manfred Kriener, zeo2 - Magazin für Umwelt, Politik und Neue Wirtschaft:„Langsam sickert in die Hinterköpfe, dass das Klima nach nach dem Desaster in Kopenhagen nicht "vorbei" ist, sondern als unerledigtes Weltthema in der Ablage unter Unerledigtes schlummert - und mit jedem verlorenen Tag eher an Dringlichkeit gewinnen wird. Aber noch fehlen - auch in der Umweltbewegung - politische Strategien wie es jetzt weitergehen könnte."

Diese Experten beteiligten sich außerdem am Klima-Barometer-Index 02/2010: Cordula Epple (Bundesamt für Naturschutz), Prof. Dr. Thomas Faist (Universität Bielefeld), Prof. Dr. Maximilian Gege (Vorsitzender B.A.U.M. e.V.), MinR Norbert Gorissen (Bundesumweltministerium), Prof. Dr. Claudia Kemfert (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung), Hans-Arno Kloep (Querschiesser Unternehmensberatung GmbH & Co.KG), Prof. Dr. Claus Leggewie (Kulturwissenschaftliches Institut Essen), Markus Münzfeld (Fachzeitschrift IKZ-HAUSTECHNIK), Hans Joachim Schellnhuber (Potsdam Institut für Klimafolgenforschung), Dr. Manfred Treber (Germanwatch), Bischof Gerhard Ulrich (Bischof der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche)

Der Klima-Barometer-Index

Der Index basiert auf einer Auswertung von vier Indikatoren:

  1. Experteneinschätzung zum öffentlichen Interesse am Klimaschutz und zur Höhe der Nachfrage nach ihrer Expertise
  2. Anzahl der Medien-Beiträge im betreffenden Quartal zu den Themen Klimawandel, Klimaschutz und Energiesparen
  3. Interesse der Internetöffentlichkeit, gemessen an der Häufigkeit der Suchbegriffe Klimawandel, Klimaschutz und Energiesparen bei Google
  4. Nutzungsfrequenz ausgewählter Energiespar-Ratgeber der Klimaschutzkampagne

Die einzelnen Indikatoren werden in einen Indexwert umgerechnet, der sich um den Durchschnittswert von 100 Punkten bewegt.