Wir verwenden Cookies für den bestmöglichen Service für Sie. Mit der Nutzung unserer Webseite stimmen Sie den Datenschutzbestimmungen zu und akzeptieren die Verwendung von Cookies. Alternativ können Sie die Einstellungen anpassen.

Index

Was berichten die Medien über den Klimaschutz? Wie groß ist das Energiespar-Interesse in der Bevölkerung? Was meinen die Experten? Der aktuelle Klima-Barometer-Index zeigt den Trend.

Gesamtausgabe des aktuellen Klima-Barometers als Download (PDF, 455 kB)

1. Quartal 2012

Der Index für das öffentliche Interesse am Klimaschutz ist gegenüber dem vergangenen Quartal weiter gesunken. Mit 60 Punkten fällt er auf einen der niedrigsten Werte seit Einführung des Index im Jahre 2009. Seit längerer Zeit stagniert das Interesse am Klimaschutz auf niedrigem Niveau. Selbst der Atomunfall in Fukushima vor einem Jahr hatte nur kurzzeitig zu einer sprunghaften Zunahme der Nachfrage nach Ökostrom geführt. Schnell wurde deutlich, dass auch diese Ereignisse und die anschließenden gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen das Interesse am Klimaschutz oder Energiesparen nicht generell ansteigen ließen (Klima-Barometer 02/11).

Klima-Barometer-Index 01/2012, Indexwert: 60

Zur größeren Ansicht

Das abgelaufene Quartal konnte an dieser Einstellung erneut nichts ändern. Der Winter war nur wenige Wochen streng, es gab auf der internationalen Bühne keine nennenswerten Bewegungen in Richtung eines Klimaabkommens und keine weiteren signifikanten Ereignisse, die zu einem Anstieg des Interesses hätten führen können.

Ein Jahr nach Fukushima schien auch die Entwicklung der beschlossenen Energiewende jüngst immer wieder ins Stocken zu geraten. Die Themen, die zurzeit im Vordergrund der öffentlichen Diskussion stehen, drehen sich, wie schon so oft, in erster Linie um die Stromerzeugung, die Stromversorgung und den Netzausbau. Damit hat sich die öffentliche Wahrnehmung denkbar weit von der Anerkennung der Bedeutung von mehr Klimaschutz und Energieeffizienz für das Gelingen der Energiewende entfernt. Politisch ist noch nicht abschließend entschieden, welche Schritte in den nächsten Jahren unternommen werden. Schon jetzt wird jedoch von einigen Experten angezweifelt, dass die langfristig angestrebten Klimaschutzziele bis zum Jahr 2050 zu erreichen sind.

Was die Experten meinen

Dr. Klaus Schwarzer, Christian-Albrechts-Universität Kiel: „Aufgrund aktueller Tagespolitik ist der Klimaschutz in den Medien in den Hintergrund gerutscht. Selbst die in diesem Monat durchgeführte Tagung in Hamburg zu Extremwettereignissen hatte sogar in Norddeutschland in den Medien nur wenig Aufmerksamkeit.“

Dr. Wilhelm Kuckshinrich, Forschungszentrum Jülich: „Die Komplexität und die Radikalität der aus dem Transformationsprozess erwachsenen Anforderungen zur Umgestaltung des Energiesystems sind von großen Teilen der Gesellschaft bisher noch gar nicht erkannt.“

Diese Experten beteiligten sich außerdem am Klima-Barometer-Index 01/2012: Dr. Hubertus Bardt (Institut der deutschen Wirtschaft Köln), Dr. Alexander Barthel (Zentralverband des Deutschen Handwerks), Eva Bulling-Schröter (MdB, umweltpolitische Sprecherin Die Linke), Dr. Dieter Gerten (Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung), Prof. Dr. Hartmut Graßl (Zentrum für Marine und Atmosphärische Wissenschaft), Jörg Haas (European Climate Foundation), Zsolt Krémer (Technomar GmbH), Manfred Kriener (Magazin zeo2), Hanne May (Magazin neue energie), Dr. Jeanette Schade (Universität Bielefeld), Dipl.-Ing. Ralph Schmidt (ARGE SOLAR e.V.), Wolfgang Sterk (Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH), Jürgen Wendnagel (Fachschriften-Verlag)

Der Klima-Barometer-Index

Der Index basiert auf einer Auswertung von vier Indikatoren:

  1. Experteneinschätzung zum öffentlichen Interesse am Klimaschutz und zur Höhe der Nachfrage nach ihrer Expertise
  2. Anzahl der Medien-Beiträge im betreffenden Quartal zu den Themen Klimawandel, Klimaschutz und Energiesparen
  3. Interesse der Internetöffentlichkeit, gemessen an der Häufigkeit der Suchbegriffe Klimawandel, Klimaschutz und Energiesparen bei Google
  4. Nutzungsfrequenz ausgewählter Energiespar-Ratgeber der Klimaschutzkampagne

Die einzelnen Indikatoren werden in einen Indexwert umgerechnet, der sich um den Durchschnittswert von 100 Punkten bewegt.