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Index

Was berichten die Medien über den Klimaschutz? Wie groß ist das Energiespar-Interesse in der Bevölkerung? Was meinen die Experten? Der aktuelle Klima-Barometer-Index zeigt den Trend.

Gesamtausgabe des aktuellen Klima-Barometers als Download (PDF, 332 kB)

1. Quartal 2010

Das öffentliche Interesse am Klimaschutz hat in den ersten drei Monaten des Jahres 2010 deutlich abgenommen. Der im vierten Quartal 2009 neu gestartete Index des Klima-Barometers sinkt im ersten Quartal 2010 stark um 42 Punkte von 110 auf 68 ab. Alle vier Indikatoren (Experteneinschätzung, Medienpräsenz, Suchmaschinen-Nachfrage und Nutzungsfrequenz der Energiespar-Ratgeber der Klimaschutzkampagne) verzeichnen einen Rückgang.

Klima-Barometer-Index 01/2010, Indexwert: 68

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Das Medieninteresse fällt von hohen 120 auf 58 Punkte. Hatten im Vorquartal die Medien noch intensiv über das Thema in Zusammenhang mit dem Klimagipfel in Kopenhagen berichtet, blieb die Berichterstattung zum Thema, nach dem Scheitern den Gipfels, in den ersten drei Monaten des neuen Jahres verhalten. Hinzu kommt, dass in der Berichterstattung häufig auf  Kritik an der Arbeit des Weltklimarates (IPCC) aufmerksam gemacht wurde.

Was die Experten meinen

Dr. Manfred Treber, Germanwatch: „Das weitgehende Scheitern von Kopenhagen brachte einen Rückschlag. Die Gegner des Klimaschutzes bekamen Aufwind und nutzten einzelne Fehler im letzten Sachstandsbericht des IPCC geschickt aus, um die grundsätzliche wissenschaftliche Aussage über die kommen-de antropogene Klimaänderung in Frage zu stellen, obwohl sich kein seriöser Wissenschaftler in diese Richtung äußert.“

Wolfgang Sterk, Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH: „Es gab im letzten Quartal eine Negativkampagne gegen die Glaubwürdigkeit von IPCC und einzelnen Klimawissenschaftlern."

Stephan Schunkert, KlimAktiv gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung des Klimaschutzes mbH: „Die Schockstarre nach der Klimakonferenz in Kopenhagen ist vorbei. Institutionen, die sich mit dem Thema auseinandersetzen, sind nun verstärkt aktiv."

Markus Münzfeld, Fachzeitschrift IKZ-HAUSTECHNIK: „Das geringe Interesse für das Thema Klimaschutz ist auch weiterhin der Wirtschaftskrise geschuldet, durch die das „persönliche Wohl“ wichtiger und scheinbar entferntere Ziele unwichtiger werden."

Bernd Genath, Journalist: „Im Dezember, Januar und Februar ruhten deutschlandweit die Bauaktivitäten. Industrie und Handwerk hatten mit erheblichen Auftragseinbrüchen zu kämpfen - und kompensierten einen Teil der „Verluste" durch erhebliche Streichungen im Anzeigenetat. Die Branche setzte keine werblichen Akzente, sodass diese Art Signale oder Stimulanzien zur Energieeinsparung und CO2-Minderung, vor allem in der Publikumspresse, fehlten. Man freute sich im ersten Quartal 2010 über die warme Heizung und ärgerte sich nicht über die hohen Heizkosten."

Diese Experten beteiligten sich außerdem am Klima-Barometer-Index 01/2010: Dr. Hubertus Bardt (Institut der deutschen Wirtschaft Köln), Matthias Duwe (Climate Action Network Europe), Cordula Epple (Bundesamt für Naturschutz), Prof. Dr. Hartmut Graßl (Zentrum für Marine und Atmosphärische Wissenschaft), Prof. Dr. Claudia Kemfert (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung), Otto Kentzler (Zentralverband des Deutschen Handwerks), Hans-Arno Kloep (Querschiesser Unternehmensberatung GmbH & Co.KG), Zsolt Kremer (Technomar GmbH), Manfred Kriener (Magazin zeo2), Dr. Hermann E. Ott (MdB, Bündnis 90/Die Grünen), Prof. Dr. Stefan Rahmstorf (Potsdam Institut für Klimafolgenforschung), Nick Reimer (Journalist, die tageszeitung), Tilman Santarius (Heinrich-Böll-Stiftung, Germanwatch), Dr. Matthias Schmitt (Fachzeitschrift KK - Die Kälte und Klimatechnik)

Der Klima-Barometer-Index

Der Index basiert auf einer Auswertung von vier Indikatoren:

  1. Experteneinschätzung zum öffentlichen Interesse am Klimaschutz und zur Höhe der Nachfrage nach ihrer Expertise
  2. Anzahl der Medien-Beiträge im betreffenden Quartal zu den Themen Klimawandel, Klimaschutz und Energiesparen
  3. Interesse der Internetöffentlichkeit, gemessen an der Häufigkeit der Suchbegriffe Klimawandel, Klimaschutz und Energiesparen bei Google
  4. Nutzungsfrequenz ausgewählter Energiespar-Ratgeber der Klimaschutzkampagne

Die einzelnen Indikatoren werden in einen Indexwert umgerechnet, der sich um den Durchschnittswert von 100 Punkten bewegt.