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Solares Heizen – dieses Jahr ein Winterthema

Nur je 50 Sonnenstunden kennen der November, der Dezember und der Januar. Solare Konzepte müssen hierzulande auch für die dunkle Jahreszeit eine Lösung bieten. Das Erneuerbare Energien- und Wärmegesetz (EEWärmeG) tritt zum Januar 2009 in Kraft.

Auch danach werden wir nicht mit der Sonne heizen, sondern erleben nach wie vor nur die bekannten 4 m² Kollektoren auf dem Hausdach. Aber immerhin, sagt der Optimist.

Ganz unspektakulär überreicht uns die Bundesregierung dieses Jahr ein Weihnachtsgeschenk, das mehr Aufmerksamkeit verdient hätte: Das Erneuerbare Energien- und Wärmegesetz - kurz EEWärmeG. Die Ruhe um das „Geschenk“ ist verwunderlich, setzt es doch auf Zwang beim weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien. Möglicherweise wird dies jedoch mittlerweile nur noch als sanfter Druck in die richtige Richtung verstanden? Dann hätte die Gesellschaft die erneuerbaren Energien akzeptiert, nachdem sie jahr-zehntelang als „gesellschaftsverändernde Gefahr“ und „Irrweg“ dargestellt oder als „Additive“ verspottet wurden.

Bei der Nutzung solarer Strahlung fordert das EEWärmeG nur einen Deckungs-anteil am „Wärmeenergiebedarf“ künftiger Neubauten von 15 % ein („Wärmeenergiebedarf“ meint wohl „Heizenergiebedarf“ nach EnEV). Es werden 0,04 m² Kollektorfläche pro m² Wohnfläche festgeschrieben (0,03 m²/m² beim MFH). Das sind gerade ein-mal 4-6 m² Kollektor pro Einfamilienhaus, also die Klein-Solaranlage für die Unterstützung der Warmwasserbereitung. Pro Quadratmeter Kollektorfläche liefern solche An-lagen im Jahr 270-300 kWh Wärme vom Dach. Damit werden 5-10 % des künftigen Heizenergieverbrauchs incl. Warmwasser solar gedeckt.

Die Kollektoren ersetzen von März-September nur ca. 100-120 Liter HEL durch solare Strahlungsenergie, wo ein EFH rund 300-350 Liter HEL pro Jahr allein für die Warmwasserbereitung benötigt. Solche Kleinst-Lösungen, entstanden aus dem politischen Kompromissgeschäft, sind also von einem solaren Konzept für unsere Gebäude noch weit entfernt. Ein solches Konzept kann man solange unter www.sonnenhaus-institut.de bestaunen. Denn es gibt sie schon: Gut gedämmte Neubauten, deren kleiner Restwärmebedarf solar und/oder mit Holz gedeckt wird. Mit Bauherren, die sich in einer solaren Gemeinschaft aufgenommen fühlen dürfen, was ganz nebenher zeigt: Energie kann mehr sein, als nur Technik.

Schaut man sich das Gesetz näher an, steckt der politische Kompromiss noch an an-deren Stellen. Es schreibt z.B. die Wahlmöglichkeit fest, mit Elektrowärmepumpen im Neubau eine geforderte Erneuerbare-Energien-Quote von 50 % am „Wärmeenergiebe-darf“ zu erfüllen. Das ist klimapolitisch problematisch, denn die Kondensationskraft-werke dominieren für die nächsten 50 Jahre wieder die Kraftwerksneubauplanung der Stromkonzerne. Mit der Abwärme aus unseren Kraftwerken könnten wir Deutschland zweimal heizen, heizen aber lieber die Umwelt damit. Bei der Alternative: Heizen mit Abwärme oder Heizen mit Strom hätte man sich klarere Beschlüsse gewünscht. Nun sind sie auf eine Wahlmöglichkeit geschrumpft. Allerdings werden mit Jahresarbeits-zahlen um 3,3-3,8 hohe Qualitätsanforderungen an Elektrowärmepumpen gestellt, die diese bisher in Feldtests nie einhalten konnten (z.B. www.agenda-energie-lahr.de). Der Anforderung fehlen jedoch die Zähne, da die im Gesetz als Prüfbehörde eingesetzte Bauaufsicht, bei den Ländern und Gemeinden, im Zuge der neoliberal induzierten Steuerausfälle, personell stark ausgedünnt wurde. Der Prüfmechanismus des EE-Wärme-Gesetz: „eine Bescheinigung auf Verlangen der zuständigen Behörde vorwei-sen“, funktionierte noch nie, wie der Hydraulische Abgleich zeigt, der solcherart seit 1978 in der Heizungsbetriebs-Verordnung eingefordert wurde. Es kommt also den E-nergieberatern eine neue Aufgabe zu, indem sie ihren Kunden z.B. dazu raten, die Jah-resarbeitszahlen des EE-Wärme-Gesetzes im Kaufvertrag für die Elektrowärmepumpe festzuschreiben und bei Nichterreichen eine Ausgleichszahlung zu vereinbaren.