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Schlafen unterm heißen Flachdach

Viele Häuser sind auf Sommerhitze schlecht vorbereitet. Weil es unterm Dach zu heiß wird, schmeißen die Bewohner mobile Kühlgeräte an oder flüchten gleich nach unten. Schlechter Wärmeschutz im Dach bereitet heiße Nächte im Schlafzimmer – auf die unangenehme Art.

 

Foto: Eicke-Hennig

Besonders trifft es die Bewohner von Gebäuden mit Flachdach, die von der hoch stehenden Sommersonne mächtig aufgeheizt werden. Da die Schlafzimmer im Obergeschoss liegen, ist in sommerlichen Hitzeperioden „schwitzen“ angesagt. Die Sonne erhitzt die Dachhaut außen auf Werte von 75 Grad Celsius. Sechs bis acht Stunden später ist die Hitze auch drinnen. Leicht abgeschwächt entstehen hier an der Zimmerdecke Temperaturen von 26-28 Grad. Von dort strahlt die Wärme weiter auf Innenwände und Fußboden und erwärmt diese. Probleme im Doppelpack: Die Lufttemperatur im Raum liegt wegen der Außenlufthitze ohnehin schon recht hoch bei 25-28 Grad. Zusätzlich wird der Körper von den 26-28 Grad warmen Bauteilen direkt angestrahlt. Darauf reagieren wir mit Schwitzen, schlechtem Schlaf oder Schlafzimmerflucht.

Wer nun zum Kühlgerät aus dem Baumarkt greift, verlagert das Problem nur. Im Schlaf- oder Kinderzimmer aufgestellt, sind diese Geräte so laut, dass an Schlafen wieder nicht zu denken ist. Außerdem übertreffen sie mit 3-4 kW elektrischer Leistung sogar einen Elektroheizlüfter, wie ihn viele noch zu Hause haben. Dass erzeugt Stromkosten und verstärkt den Treibhauseffekt, würden wir in Deutschland alle verstärkt diesen Irrweg gehen.

Wie stark die Wärmestrahlung von Decken und Wänden wird, das entscheidet die Wärmedämmung im Dach. Flachdächer bekamen bis Ende der Siebziger Jahre höchsten 3-6 cm Dämmplatten außen unter der Dachhaut aufgelegt. Außerdem gibt es Flächen ohne jegliche Dämmung, z. B. die umlaufende Stirnseite der Betondecke oder eine Betonaufkantung um den Gebäuderand (Attika). Von dort dringt die Sommerhitze ungehindert ein.

Damit ist die richtige Lösung erkannt: Wer sich etwas Gutes gönnen will, erhöht die Dämmung auf dem Flachdach auf  20-24 cm. Messungen an Niedrigenergiehäusern zeigten: Die Dachräume wurden im Sommer, auch in Hitzeperioden, nicht mehr wärmer als 26 Grad Celsius. Optimale Dämmung schließt auch die umlaufende Attika ein und natürlich auch irgendwann die Außenwand. Beim sommerlichen Hitzeschutz müssen alle Komponenten stimmen: Die Fenster sind tagsüber komplett zu verschatten und sollten am Besten geschlossen bleiben, das lässt die Hitze draußen. Kühlt es nachts draußen ab, dann kann gelüftet werden.

Nennt man Dämmschichtdicken von 20-24 cm für den sommerlichen Hitzeschutz, hört man häufig eine typische erschrockene Reaktion: „Dann kommt die Hitze ja gar nicht mehr aus dem Haus heraus.“ Das ist falsch. Üben wir in Bilanzen zu denken: „Was erst gar nicht rein kommt, braucht auch nicht rausgelüftet werden.“

Schön zu wissen, dass es derselbe Wärmeschutz ist, der im Sommer das Gebäude kühl hält und im Winter die Heizenergie im Haus bewahrt. Klimaschutz zu allen Jahreszeiten heißt Wärmeschutz. Und Wärmeschutz hat einen unbezahlbaren Zusatznutzen: Mehr Behaglichkeit im Haus, sommers wie winters. Viel besser, als das nächtliche Brummen eines elektrischen Kühlgerätes, zu dem sich im flachen Schlaf der Traum von der rasend drehenden Stromzählerscheibe gesellt.

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Werner Eicke-Hennig

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