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Pelletkessel bringen Heizkostenvorteile

Nach langer Diskussion über das Heizen mit dem Pelletkessel zeigt eine Erhebung der Schornsteinfeger in Hessen: Von rund 1,2 Mio. Feuerungsanlagen in allen hessischen Häusern sind nur 7.000 Pelletkessel und -öfen.

Die Biomassenutzung mit Pelletkesseln ist noch steigerungsfähig. In Hessen sind nur 0,6 Prozent der Heizanlagen Pelletkessel – unter den Bundesländern sicher keine Ausnahme. Ursache könnten die fast doppelt so hohen Investitionskosten von Pelletkesselanlagen bei der Kesselmodernisierung im Altbau sein.

Für Pelletkessel sprechen zum einen das Umweltargument: Ihr Umweltnutzen besteht durch die CO2-Neutralität des eingesetzten Energieträgers Holz. Zum anderen sprechen derzeit auch geringere Heizkosten für Pelletkessel. Dieser Vorteil beruht jedoch ausschließlich auf der Preisdifferenz zwischen Erdgas bzw. Heizöl und dem Pelletpreis, anders als bei den in Verbrauch sparsamen Gas- und Ölbrennwertkesseln. Denn Pelletkessel sind keine Energiesparkessel: Die Erzeuger-Aufwandszahl eg (Kehrwert des Wirkungsgrades) für Pelletkessel ist eher ungünstig und liegt in der DIN 4701-10 für ein Einfamilienhäuser mit 150 m² Wohnfläche bei 1,4 oder 71 Prozent Kesselwirkungsgrad. Zum Vergleich: Bei Gasbrennwertkesseln liegt die Erzeuger-Aufwandszahl eg bei 1,01 (99 Prozent).

Die Kesselmodernisierung in einem Einfamilienhaus kostet mit einem Gasbrennwertkessel ca. 8.500 Euro. Ein Pelletkessel mit Brennstofflager, Pelletförderung und Einbau kostet 16.500 Euro, davon werden 2.000 Euro durch die BAFA gefördert. Die Mehrkosten betragen also 6.000 Euro. Bei einem ursprünglichen Erdgas-Jahresverbrauch von 3.000 m³ entsteht bei Umstellung auf Pellets ein jährlicher Heizkostenvorteil gegenüber einem Gasbrennwertkessel von ca. 360 Euro, wenn der Pelletpreis wie Anfang 2009 bei vier Cent pro kWh und der Öl-/Gaspreis bei sechs Cent pro kWh liegt. Steigt der Öl- und Gaspreis wieder auf acht Cent je kWh und der Pelletpreis bleibt gleich, wächst der jährliche Heizkostenvorteil sogar auf 880 Euro pro Jahr.

Diese Berechnung berücksichtigt, dass der Heizenergieverbrauch des Hauses bei einer Kesselmodernisierung mit dem Pelletkessel auf gleicher Höhe bleibt (6.000 kg Pellets pro Jahr für 30.000 kWh), während er beim Gasbrennwertkessel durch dessen höheren Wirkungsgrad auf 2.600 m³ Erdgas für 26.000 kWh pro Jahr sinkt. Die Mehrkosten der Pelletheizung amortisieren sich daher zwischen dem 7. und dem 17. Jahr. Der letztere Wert beruht auf dem gesunkenen Ölpreis von Anfang 2009.

Die Wahl eines Billigproduktes bei Pelletkesseln verbessert die Wirtschaftlichkeit nicht: Deren Wirkungsgrad ist in der Regel noch geringer und ihr Stromverbrauch höher. Pelletkessel weisen einen bis zu dreifach erhöhten Stromverbrauch gegenüber Brennwertkesseln auf. Stolze 270 kWh bei unserem Einfamilienhaus, das ist der Jahresstromverbrauch eines Alt-Kühlschranks mit Eisfach. Zwischen den angebotenen Kesseln liegen Stromverbrauchs-Differenzen um den Faktor 6. Auch die längeren Wartungs- und Reinigungsintervalle sprechen für die Wahl einer hohen Kesselqualität. Pelletkessel emittieren unter allen Holzfeuerungsarten die geringsten Schadstoffmengen. Die besten, teureren Kessel nur 6 mg/m³, die billigeren um die 30 mg/m³ (Grenzwert 50 mg/m³).

Die Nutzung von Biomasse in Form von Pellets ist umweltpolitisch erwünscht. Die Leitstudie „Ausbaustrategie Erneuerbare Energien“ des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt für das BMU ordnet der Biomasse für das Jahr 2050 einen Anteil von 48 Prozent am Raumwärmemarkt zu, wenn dieser bis 2050 durch Energieeinsparung halbiert werden kann. Neben Biomassenutzung in zentralen Anlagen der Nahwärme und Kraft-Wärme-Kopplung gehört eine schadstoffarme Holzverbrennung in Pelletkesseln zu dieser Strategie. Da können wir noch zulegen, wenn die Preisdifferenz zu Öl und Gas hoch ist.

Zur Berechnung: 1 kg Pellets = 5 kWh Wärmeinhalt, Pelletpreis Ende 2008: 210 Euro pro Tonne = 4,2 Cent pro kWh (bei einer Bestellmenge von fünf Tonnen). Weitere Informationen: www.depv.de oder www.hero-hessen.de

Wie wirtschaftlich die Entscheidung für eine Pelletsheizung für Sie ist und welche Fördermaßnahmen Ihnen zur Verfügung stehen, können Sie mit dem Modernisierungsratgeber von co2online berechnen.

Für das Team von co2online grüßt Sie

Ihr Werner Eicke-Hennig